Formel 1 - Privatbesuch als Wink mit dem Zaunpfahl?

Alonso: WEC-Besuch mit vielen Spekulationen

Fernando Alonso hat dem Paddock der WEC einen Besuch abgestattet. Was er als privaten Besuch deklariert, zieht Spekulationen nach sich.
von Heiko Stritzke

Motorsport-Magazin.com - Ein kleiner Besuch, viele Spekulationen: Fernando Alonso hat sich ausgiebig in Bahrain bei der World Endurance Championship umgesehen. Der zweifache Formel-1-Weltmeister besuchte unter anderem seinen Freund Mark Webber bei Porsche, schaute aber auch beim Team AF Corse vorbei, das diverse Ferrari 458 Italia in der GT-Kategorie einsetzt. Darüber hinaus führte er aber auch eine Reihe von Gesprächen mit WEC-Chef Gerard Neveu und mit Pierre Fillon, dem Chef des Le-Mans-Ausrichters ACO.

In der Startaufstellung plauderte er mit dem noch amtierenden, aber mittlerweile zurückgetretenen Langstrecken-Weltmeister Allan McNish, mit den Ferrari-Piloten Andrea Bertolini und Davide Rigon und natürlich mit Mark Webber. Aus seinem Interesse an den hochkomplexen LMP1-Sportwagen hat der 33-Jährige nie ein Geheimnis gemacht. Bei der FIA Gala 2013 begutachtete er interessiert einen Audi R18 e-tron quattro, in Le Mans gab er als Starter das Rennen frei. Bereits im Oktober hatte Toto Wolff spekuliert, dass der Spanier schon 2015 in die Langstrecken-Weltmeisterschaft wechseln könnte.

Auch auf Twitter ließ sich der vollbärtige Alonso seinen Spaß anmerken: "Frühstück mit Freunden" titelte er beispielsweise auf einem Bild mit mehreren Fahrern von AF Corse. Sein Bild mit Fillon und Neveu betitelte er mit "Ich genieße meinen Tag am Bahrain International Circuit". Das Rennen schaute er sich bis zu Ende an und twitterte: "Schön, ein paar Freunde bei voller Action zu sehen". Alonso ist nicht der einzige Formel-1-Fahrer, der mit Le Mans in Verbindung gebracht wurde. Auch um Nico Hülkenberg, Jenson Button und Adrian Sutil ranken sich Spekulationen.

Redaktionskommentar

Motorsport-Magazin.com meint: Wenn ein Fernando Alonso einen medienwirksamen Besuch macht, muss mehr dahinter stecken - so sagt man es dem Spanier seit den Twitter-Eskapden im WM-Kampf 2012 jedenfalls nach. Manchmal neigt man aber dazu, solche Zeichen zu überinterpretieren. Gewiss ist Alonso ein Meister der Inszenierung, doch hier gibt es eine wesentlich einfachere Erklärung: Das Formel-1-Finale in Abu Dhabi steht nächste Woche an, und Bahrain liegt gleich um die Ecke. Was liegt also näher, als ein paar alte Freunde zu begrüßen? Sicherlich werden wir Fernando Alonso nach seiner Formel-1-Karriere im LMP1 sehen, das Interesse hat er hinreichend bekundet. Aber er hat noch etwas zu erledigen - ohne einen dritten WM-Titel will er sicherlich nicht wechseln. (Heiko Stritzke)


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