Zwar wurde Michael Schumacher bei der in Baden-Baden abgehaltenen Gala zur Wahl der deutschen "Sportler des Jahres" per Video hinzugeschalten, doch dass der siebenfache Weltmeister ausgerechnet bei jener Wahl, bei der er erstmals seit 1995 wieder den Titel des "Sportler des Jahres" verliehen bekam, fern blieb und es vorzog, weiter seinen Urlaub in Norwegen zu verbringen, hat offenbar den Ärger seiner Sportler-Kollegen ausgelöst...

Und so erklärte die "Sportlerin des Jahres", die 42jährige Kanu-Olympiasiegerin Birgit Fischer, gegenüber dem Spiegel: "Das ist eine Missachtung auch für uns andere. Auch wenn er mit seinem Sport viel Geld verdient, gelten für ihn schließlich keine anderen Maßstäbe." Ein Handball-Trainer erklärte: "Meine Stimme hätte er auf keinen Fall bekommen." Denn wegen der Gala habe die Handball-Liga sogar ein Bundesliga-Spiel verlegt.

Auch das Publikum war wenig begeistert von der Abwesenheit des siebenfachen Weltmeisters und quittierte diese mit einem lediglich verhaltenen Applaus, als die Wahl von Michael Schumacher zum "Sportler des Jahres" bekannt gegeben wurde.

Ski-Langläufer Rene Sommerfeldt, der hinter Schumacher Zweiter bei der von den deutschen Sportjournalisten abgehaltenen Wahl wurde, erklärte, er habe für die Gala keine Strapazen gescheut: "Für 150 Kilometer von Ramsau nach München habe ich allein acht Stunden gebraucht und den Flieger in letzter Minute erreicht."

Wie genau Sommerfeldt diese unglaubliche Reisezeit erreicht hat und ob er gar einen Teil der Strecke mit seinen Langlaufschiern zurück gelegt hat, geht aus dem Bericht nicht hervor. Schneller unterwegs war auf jeden Fall der Ministerpräsident der Slowakei, Pal Csaky. Dieser wurde laut einem Krone-Bericht am Samstag in Oberösterreich auf der Westautobahn in einer 100 km/h-Zone mit satten 235 Stundenkilometern geblitzt, bot den Beamten noch dazu eine acht Kilometer lange Verfolgungsjagd, diese sei laut einem Beamten mit einer "Durchschnittsgeschwindigkeit von 208 km/h" vollzogen worden. Der rasende Spitzenpolitiker zahlte bei der folgenden Amtshandlung sofort reuige 700 Euro – seinen Führerschein durfte er doch glatt behalten...