Christian, Sebastian Vettel hat Nigel Mansells Pole-Rekord gebrochen. Tolle Leistung, oder?
Christian Danner: Ja, aber was mich an dieser Geschichte besonders freut: Sebastian war während der Pressekonferenz so fair zu sagen, dass Mansell weniger Rennen hatte. Das zeigt, was für ein großer und fairer Sportsmann dieser Sebastian Vettel ist. Das freut mich persönlich ganz besonders, wenn man im Moment eines Triumphes fair bleibt.
Red Bull war in Sachen Setup mit einer Kompromissabstimmung unterwegs. Denkst du, dass die anderen Teams ähnlich gehandelt haben?
Christian Danner: Ja, alle Teams wussten, wie das Wetter wird. Ich glaube, dass alle Teams tendenziell mehr Abtrieb fahren als sie das vielleicht sonst tun würden.
Michael Schumachers Rückstand ist sehr groß. Glaubst Du, dass er besonders stark auf Regen gesetzt hat?
Christian Danner: Gute Frage, ich habe noch nicht mit ihm gesprochen. Der Abstand von einer Sekunde in Q2 war eine Ohrfeige - außer, er hatte ein Problem oder etwas ganz Anderes gemacht.
Was ist Dir sonst noch während des Qualifyings aufgefallen?
Christian Danner: Es war schön zu sehen, dass Mark Webber den Vettel in Anführungszeichen wieder geschafft hat - das ist gut für die kommende Saison. Außerdem ist es interessant zu sehen, dass sich Jenson Button seit Mitte der Saison nicht nur gegen Lewis Hamilton durchsetzen kann, sondern ihn langsam aber sicher auch unter Kontrolle hat. Ich möchte hier niemanden bevorzugen, aber es ist einfach schön mitzuerleben, wie sich Fahrer entwickeln, kämpfen, arbeiten und am Ende die Nase vorn haben.
Was sagst Du zu Adrian Sutils Leistung?
Christian Danner: Er hat heute einen tollen Job gemacht. Er setzte sich gegen den ganzen Druck zur Wehr und war derjenige, der die Kohlen aus dem Feuer holte. Ähnliches gilt für Bruno Senna, der sich hier in Brasilien trotz großem Druck die besten Voraussetzungen für 2012 geschaffen hat. Ob das bei Lotus klappen wird, kann man nicht voraussehen. Aber dass er es hier so gut hinbekommen hat: Hut ab.

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