Mit Pastor Maldonado, Paul di Resta, Sergio Perez, Jerome D'Ambrosio und Daniel Ricciardo sind in der Formel-1-Saison 2011 bislang fünf Neulinge am Start gewesen. Zusätzlich feierte Narain Kartikeyan sein Comeback nach jahrelanger Abwesenheit. In der heutigen Analyse werden Daniel Ricciardo und Sergio Perez beleuchtet.

Ricciardo: Lernen für große Aufgaben

Daniel Ricciardo gilt als das vielversprechendste Talent im Kader von Red Bull. Der Australier soll vom Energydrink-Hersteller zum künftigen Weltmeister aufgebaut werden; die Hoffnungen in seiner Heimat sind groß; er soll nach dem Rücktritt von Mark Webber das Aushängeschild für den australischen Motorsport werden. Ricciardo gewann 2009 die britische Formel-3-Meisterschaft und ist in der Renault World Series aktiv.

Daniel Ricciardo konnte auf Vitantonio Liuzzi innerhalb von drei Rennen großen Druck aufbauen, Foto: Sutton
Daniel Ricciardo konnte auf Vitantonio Liuzzi innerhalb von drei Rennen großen Druck aufbauen, Foto: Sutton

Sein Karriereweg erinnert an Jaime Alguersuari, der 2008 die britische Formel-3-Meisterschaft gewonnen hatte und 2009 Renault World Series fuhr. Der Spanier stand bei Toro Rosso schon auf der Kippe, als er sich plötzlich gegen Saisonmitte steigerte und damit für Ricciardo, der schon bei den Juniorentestfahrten in Abu Dhabi 2010 mit Bestzeiten aufgewartet hat, mit denen er auf der Pole Position gestanden hätte, beim Red-Bull-Juniorenteam die Tür verschlossen blieb. Deshalb wurde er zu HRT ausgelagert.

In seinen bisherigen drei Rennen zeigte der Australier eine bemerkenswerte Steigerung. Schon im dritten Anlauf ließ er seinen Teamkollegen Vitantonio Liuzzi, der seinerseits einst Red-Bull-Junior gewesen ist, im Rennen hinter sich. Auf den Italiener übt der 22-jährige bereits jetzt weit mehr Druck aus, als es Karthikeyan im gesamten Saisonverlauf getan hat.

Die Erwartungen sind hoch, doch bislang ließ sich Ricciardo nicht beirren. Noch hat er Zeit, sich zu beweisen. Wie sehr sich Fahrer steigern können, wenn ihnen ausreichend Zeit eingeräumt wird, hat Jaime Alguersuari bewiesen. Ricciardos Aufgabe ist es, bei HRT zu lernen. 2012 wird der Australier entweder Buemi oder Alguersuari bei Toro Rosso ersetzen.

Perez: Mehr als ein Bezahlfahrer

Mit mexikanischen Millionen kam Sergio Perez Anfang des Jahres zu Sauber. Im Fahrerlager herrschte die einhellige Meinung, dass er diesen Platz in erster Linie seinen Sponsoren zu verdanken hat, die er mit zum Schweizer Team brachte, das dringend auf Geld angewiesen ist. In der Tat liest sich sein Lebenslauf nicht so beeindruckend wie derjenige anderer junger Talente. Immerhin holte er 2010 in seinem zweiten Jahr den Vizetitel in der GP2.

Sergio Perez konnte den schonenden Umgang des Sauber C30 mit den Reifen schon mehrfach perfekt ausnutzen, Foto: Sutton
Sergio Perez konnte den schonenden Umgang des Sauber C30 mit den Reifen schon mehrfach perfekt ausnutzen, Foto: Sutton

Doch den Kritikern zeigte es der Mexikaner sofort. Schon beim ersten Rennen fuhr der Mexikaner mit dem reifenschonenden Sauber C30 in die Punkteränge. Allerdings wurde das Team wegen Ungereimtheiten am Heckflügel im Nachhinein disqualifiziert. Doch Sergio Perez hatte sich mit einem Paukenschlag in der Formel 1 etabliert. Seine ersten Punkte ließ er beim Großen Preis von Spanien folgen.

Die Karriere des Mexikaners wäre beinahe eine sehr kurze geworden: Beim Training zum Monaco-Grand Prix hatte er den schlimmsten Unfall der bisherigen Formel-1-Saison. Perez musste in Monaco und Kanada pausieren. Nach seiner Rückkehr machte der Mexikaner jedoch gleich weiter, wo er vor dem Unfall aufgehört hatte: Er kämpfte regelmäßig mit Lotus Renault, Force India und Toro Rosso um die letzten Punkte. In Silverstone holte er mit Rang Sieben sein bestes Resultat, in Valencia und am Nürburgring verpasste er mit jeweils elften Plätzen die Punkte knapp.

Das Sauber-Team muss sich jedoch vor den erstarkenden Teams von Force India und Toro Rosso in Acht nehmen. Perez muss an seiner ersten Runde arbeiten, wie Motorsport-Magazin.com festgestellt hat:

Seine Qualifying-Leistungen sind ansprechend, gegen Kamui Kobayashi liegt der Mexikaner derzeit mit 4:6 zurück. Bereits zu Saisonhalbzeit hat der mit acht Punkten derzeit WM-15. schon mehr geleistet, als ihm vor dem Saisonstart zugetraut worden war.