Auf den ersten Blick liest sich das Ergebnis von HRT in China nicht besonders gut - am Ende standen im Rennen die Plätze 22 und 23 zu Buche, was selbstredend das Ende des Feldes bedeutete. In Anbetracht der in Shanghai jedoch traditionell geringen Ausfallquote, die heute einzig und allein Jaime Alguersuari betraf und des verhältnismäßig geringen Zeitabstands zu den Vorderleuten, kann das spanische Team den Großen Preis von China durchaus als Achtungserfolg verbuchen. Erstmals im Jahr 2011 sah man die Zielflagge - und das gleich mit beiden Piloten.

"Wir haben heute eine viel bessere Leistung als noch in Malaysia gezeigt und die Lücke zu unserem schärfsten Rivalen Virgin geschlossen", freute sich Vitantonio Liuzzi nach dem Rennen. Die Chance das britische Team jedoch ernsthaft anzugreifen verspielte der Italiener selbst bereits am Start. "Leider bekam ich eine Durchfahrtsstrafe, da ich beim Start ein Problem hatte und die Kupplung zu früh und noch vor der grünen Ampel losgelassen habe", erklärte der HRT-Pilot.

"Insgesamt bin ich aber zufrieden, denn wir haben unser Ziel heute erreicht und die Zielflagge gesehen. Nun können wir uns auf das Rennen in der Türkei freuen, denn unsere Geschwindigkeit im Rennen hat sich seit Malaysia verbessert und wird dann mit den Updates dort noch besser sein", sagte der Italiener zuversichtlich. "Unsere Strategie war es eigentlich, nur einen Stopp zu machen, was sich auf diesen Reifen aber als äußerst schwierig herausstellte. Deswegen habe ich darum gebeten, noch ein weiteres Mal in die Box zu kommen. Dieser zweite Stopp hat uns geholfen bessere Rundenzeiten zu erzielen", meinte Liuzzi.

"Am Ende waren wir nur 17 Sekunden hinter Virgin und ohne die Strafe hätte es ein wirklich knappes Rennen werden können", so der HRT-Pilot. Teamkollege Narain Karthikeyan sah die Angelegenheit in Bezug auf die Konkurrenz ebenso positiv. "Ich denke nicht, dass die Virgins so besonders weit vor uns sind. Das ist für die zukünftigen Rennen sehr gut. Nachdem wir unser Ziel anzukommen heute erreicht haben, müssen wir das Auto nun weiter verbessern und ab der Türkei angreifen", sagte der Inder. "Mit den Updates und neuen Teilen sollten wir dort noch konkurrenzfähiger aussehen. Nichts in der Formel 1 ist einfach, aber wir werden definitiv schon bald mit unserem engsten Rivalen kämpfen können", kündigte der 34-Jährige an.

Zufrieden war auch Teamchef Colin Kolles. "Wir haben unser Ziel hier erreicht. Alles in allem hatten wir ein normales Wochenende, konnten viele Kilometer sammeln und der Fortschritt am Auto ist sichtbar", freute sich der Deutsche. "Tonios Zeiten am Ende waren beeindruckend - er fuhr die gleichen Rundenzeiten wie das Mittelfeld, was sehr positiv ist. Technische Probleme gab es keine und beide Fahrer hatten ein gutes Rennen. Wir sind also zufrieden mit dem Wochenende", fasste der HRT-Chef zusammen und gab an, dass das Team davon ausgehe, mit den aerodynamischen und mechanischen Updates in der Türkei noch näher am Feld dran zu sein.