Wie war die erste Singapur-Erfahrung?
Bruno Senna: Es war schon eine Herausforderung, das Licht, manchmal hat man an Stellen doch Schatten, die ein bisschen irritieren, die wechselnden Bedingungen, Pfützen, die standen. Aber es war insofern recht gut, als ich viele Runden fahren konnte, um die Strecke zu lernen. Gerade bei den wechselnden Bedingungen ist es nicht einfach, die Feinheiten von diesem Kurs in den Griff zu bekommen. Durch den wechselnden Belag sind die Grip-Verhältnisse sehr unterschiedlich, die neuen Asphalt-Stücke haben wesentlich weniger Grip, man ordnet dann manchmal einer Kurve im Kopf nicht den richtigen Griplevel zu. So an die 20 Runden habe ich da diesmal schon gebraucht, bis ich das wirklich drin hatte. Im übrigen wollte ich auch heute noch nicht allzu viel riskieren, auf so einer Strecke unter diesen Bedingungen passiert sonst doch schnell mal was, was einen dann erst recht zurückwirft. Ich hatte einen bisschen kritischen Moment in der Schikane, da war ich ziemlich hoch in der Luft, das Auto kam dann schräg auf, aber ich konnte es dann abfangen.

In der zweiten Session schien anfangs nicht viel zu gehen?
Bruno Senna: Als es richtig trocken wurde, hat das Setup erst mal überhaupt nicht gepasst, das Auto hat extrem untersteuert, ich habe kaum eine Kurve wirklich richtig erwischt, deshalb kam da auch mit den harten Reifen keine vernünftige Zeit zustande. Dann habe ich mit Xavi, meinem Ingenieur, diskutiert und wir haben beschlossen, dass das keinen Zweck hat und noch während der Session umgebaut. Mit dem weichen Reifensatz ging es dann auch prompt um einiges besser, in der Runde wären vielleicht noch sechs, sieben Zehntel drin gewesen, die nächste war dann am Anfang auch schneller, bis ich blöd auf eine Bodenwelle gekommen bin, dann war die Zeit weg...

Trotzdem - euer Rückstand ist hier so groß wie schon lange nicht mehr...
Bruno Senna: Das ist halt das, was wir hier im Moment haben und was geht - vielleicht kommen wir ja morgen und im Rennen wieder noch ein bisschen näher dran. Mit dem, was ich gefahren bin, kann ich jedenfalls durchaus zufrieden sein - man kann das ja immer nur im Vergleich zum Teamkollegen messen. Und da war ich zweimal recht deutlich vorn...

Wie arbeitest Du eigentlich mit Christian Klien zusammen?
Bruno Senna: Sehr gut, er hat ja einiges an Formel-1-Erfahrung, kann dadurch natürlich ein sehr gutes Feedback geben, wir diskutieren viel, tauschen Ideen aus. Aber prinzipiell ist es mir eigentlich ziemlich egal, wer im anderen Auto sitzt, ich muss schauen, dass ich meine Arbeit optimal mache.