Formel 3 EM - Max Günther gewinnt legendären Grand Prix de Pau

Gesamtführung in der FIA Formel-3-Europameisterschaft zum Greifen nah

Maximilian Günther ist der erste deutsche Rennfahrer seit 2011 und der fünfte überhaupt, der den Grand Prix de Pau für sich entscheiden konnte.

Motorsport-Magazin.com - Fangio, Ascari, Clark, Rindt, Hamilton: Die berühmtesten Rennfahrer der Geschichte haben sich in der Siegerliste des Grand Prix de Pau verewigt. Seit vergangenem Wochenende steht auch der Name Maximilian Günther im Siegerbuch eines der legendärsten Formel-Rennen weltweit. Der 19-Jährige gewann am Sonntag die 76. Auflage des Hauptrennens im französischen Pau.

Günther ist der erste deutsche Rennfahrer seit 2011 und der fünfte überhaupt, der den Grand Prix de Pau für sich entscheiden konnte. Zuletzt war dies dem heute zweimaligen DTM-Meister Marco Wittmann gelungen. "Der Sieg bedeutet mir sehr viel", sagte Günther. "Ich war 2015 schon einmal Zweiter und habe es nun geschafft, hier zu gewinnen. Das ist schon etwas Besonderes."

Damit krönte Günther ein perfektes Wochenende in der FIA Formel-3-Europameisterschaft. Neben dem Hauptrennen gewann das Formel-Supertalent auch den zweiten Lauf am Sonntag und stellte dabei einen neuen F3-Rundenrekord auf. Das erste Rennen am Samstag hatte Günther auf dem dritten Platz abgeschlossen, somit fuhr er in allen drei Rennen auf dem höchst anspruchsvollen Stadtkurs auf das Podium.

In der Gesamtwertung der stärksten Formel-Nachwuchsserie der Welt liegt Günther in Tuchfühlung zur Spitze. Nur zwei Punkte trennen den amtierenden Vize-Europameister der Formel 3 von der Meisterschaftsführung. Das vierte Rennwochenende der FIA Formel-3-Europameisterschaft steigt in vier Wochen auf dem Hungaroring in Budapest (17. bis 18. Juni 2017).

Max, was bedeutet dir der Sieg beim Grand Prix de Pau?

Das ist schon ein unglaubliches Gefühl! 2015 habe ich hier meinen allerersten Podestplatz in der Formel 3 erzielt, als ich Zweiter wurde. Seitdem hatte ich das Ziel, dieses Rennen einmal zu gewinnen. Jetzt hat es geklappt! Es ist cool zu sehen, wer sich in der Geschichte des Rennens schon alles in die Siegerliste eintragen konnte. Es macht mich mega-stolz, jetzt auch meinen Namen dort zu sehen. Ich muss aber auch sagen, dass der Hauptfokus auf den 25 Punkten für die Meisterschaft lag.

Zuvor am Sonntagvormittag hast du deinen ersten Saisonsieg erzielt. Wie wichtig war das für dich?

Es ist immer wichtig, Rennen zu gewinnen. Pau war sicherlich ein guter Zeitpunkt. Aber wenn es hier nicht geklappt hätte, dann eben beim nächsten Rennwochenende. Wir versuchen immer, das Maximum herauszuholen. Umso besser, wenn Siege dabei herausspringen. Unsere Arbeitsweise ging in dieser Saison bislang sehr gut auf. Wir haben in allen Rennen gut gepunktet und keine Fehler gemacht. Jetzt war es super, auch die Big Points zu kassieren.

In den beiden Sonntagsrennen hast du jeweils den zweiten Startplatz in einen Sieg umgewandelt. Keine einfache Aufgabe auf einem sehr engen Stadtkurs...

Stimmt. Die Qualifyings waren sehr gut, ich wusste aber, dass es nicht einfach werden würde. Dennoch war ich von unserem Gesamtpaket überzeugt und habe deshalb meine Siegchancen gesehen. Im ersten Sonntagsrennen ging der Plan voll auf, da habe ich den Grundstein für den Sieg beim Start gelegt. Im zweiten Rennen hat es länger gedauert, aber ich bin immer dicht an Lando Norris dran geblieben und wurde schließlich belohnt. Es ist sicherlich nicht gewöhnlich, hier Rennen vom zweiten Startplatz zu gewinnen - aber es ist mir gelungen, und das ist die Hauptsache.

Zwei Siege und ein Podestplatz in Pau: Gibt dir das Selbstvertrauen für die kommenden Rennen?

An Selbstvertrauen hat es mir auch vorher nicht gemangelt, aber solch ein Wochenende verleiht mir schon einen Schub. Ich habe die Fehler anderer Fahrer in Pau ausgenutzt und das Momentum jetzt auf meiner Seite. Natürlich bin ich froh, in der Meisterschaft vorne dabei zu sein und zwei Siege auf dem Konto zu haben.

Wie geht es jetzt weiter?

Wir arbeiten konzentriert weiter und schauen, wie wir unser Level noch weiter anheben können. Der Wettbewerb ist extrem eng, in den kommenden Wochen haben wir noch viel Arbeit vor uns. Dann geht es nach Budapest. 2016 stand ich dort in allen drei Rennen auf der Pole Position und habe auch gewonnen. Ich mag die Strecke sehr und bin überzeugt, dass wir dieses Jahr ein Wörtchen um Siege mitsprechen können.


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