Nur ungern erinnert man sich bei Mercedes an den Saisonauftakt im April: damals hatten die neuen C-Klasse keine Chance gegen Audi und sowohl im Qualifying, als auch im Rennen, sah man richtig als gegen den großen Kontrahenten aus Ingolstadt aus. Damals fehlten Paul Di Resta, der das Zeittraining als bester Benz-Fahrer auf dem sechsten Platz beendete, im dritten Qualifying-Segment beinahe vier Zehntelsekunde auf die Spitze. Im Rennen lag er als Fünfter sogar 22 Sekunden hinter dem Rennsieger Tom Kristensen.

Beim großen Saisonfinale scheint Mercedes den Rückstand egalisiert zu haben. Im Qualifying verpasste Gary Paffett die Pole-Position nur um 0,066 Sekunden - obwohl er mit zehn Kilogramm mehr unterwegs war als Mattias Ekström. "Wir haben das Auto das ganze Jahr lang immer weiter verbessert und sind dadurch natürlich schneller geworden", erläuterte der Brite gegenüber Motorsport-Magazin.com. "Es ist nichts spezifisches nur für dieses Wochenende, wir haben immer Laufe der Saison einfach viele Schritte gemacht - und jetzt sind wir konkurrenzfähig."

Viel Feintuning betrieben

Bruno Spengler hatte Pech, Foto: DTM
Bruno Spengler hatte Pech, Foto: DTM

Auch Paul Di Resta wusste mit Platz vier zu überzeugen - nur Ralf Schumacher und Bruno Spengler wurden vom Pech verfolgt. Fortschritte stellte Spengler, der schon beim Auftakt eine unglückliche Figur machte, dennoch fest. "Damals war die Basis schon sehr gut, ich war jedenfalls nicht unzufrieden mit dem Auto", so der Kanadier. "Es gibt viele Sachen, an denen wir gearbeitet haben. Das Team hat das ganze Jahr einen guten Job gemacht, denn man darf ja keine großen Änderungen vornehmen, sondern nur Kleinigkeiten. Es ist alles Feintuning gewesen, wir sind immer einen Tick schneller geworden."

Selbst auf schnellen und aerodynamisch anspruchsvollen Strecken wie Dijon wusste die neue C-Klasse in der zweiten Saisonhälfte zu überzeugen. Aber warum klappte es heute bei Spengler nicht - schließlich stand er noch in Dijon auf der Pole... "Meine Runde in Q1 war nicht perfekt, aber wir dachten, dass Platz acht für die nächste Runde reichen würde. Leider hat sich die Strecke stark verbessert, beinahe jede Kurve ist im Laufe der Session schneller geworden. Wir haben zusammen etwas probiert, leider hat sich unsere Strategie nicht ausgezahlt. Wenn man gleich zu Beginn zwei Reifensätze verbraucht, bekommt man am Ende Schwierigkeiten. Jetzt bin ich 15ter, werde im Rennen aber alles geben. Für mich zählt nur volle Attacke."