Auch wenn sich die Damen ab und zu in die Quere kommen und es hin und wieder interne Phoenix-Attacken oder Zusammenstöße in der Startphase gibt - in der DTM geht es in dieser Saison recht fair zu. Ob die Fahrer dabei aus purer Rücksicht auf den Kontrahenten oder aus Angst vor den drohenden Strafen der Rennleitung handeln, sei einmal dahingestellt. Der große Knall blieb bisher jedenfalls aus - auch wenn es zwischen den beiden Lagern schon oft kleinere Meinungsverschiedenheiten gab.
"In den letzten Rennen wird die Gangart sicher nochmals härter", denkt Martin Tomczyk. "Ich hoffe allerdings, dass alles im Rahmen bleibt, das ist im Sinne aller Fahrer. Letztlich gibt man als Rennfahrer aber immer alles und ist sehr verbissen, gerade, wenn es um die Meisterschaft geht." In der wohl besten Situation ist derzeit Timo Scheider: der aktuelle Tabellenführer kann in Dijon und Hockenheim sicherlich auf den ein oder anderen Zweikampf verzichten und wird trotzdem auf Titelkurs bleiben.
"Man kann lieber einen Platz abgeben und Punkte sammeln, als alles zu riskieren. Gerade Timo kann nun sehr taktisch fahren. Mattias muss dagegen mehr versuchen, um den Anschluss nicht endgültig zu verlieren", so Tomczyk über seine beiden Teamkollegen, die zusammen mit Gary Paffett bei den verbleibenden zwei Rennen um die Meisterschaft streiten werden.

Im Vergleich zu anderen Rennserien geht es in der DTM sogar sehr gesittet zu. "Wenn man sich das Rennen auf dem Nürburgring und das Manöver zwischen Ekström und Spengler anschaut - sowas wäre in der WTCC gar nicht weiter aufgefallen", erläutert Tomczyk im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com. "In der DTM schon, weil nachher das halbe Auto gefehlt hat. Es ist allerdings auch gut, dass die Boliden so filigran gebaut sind und nicht mehr zulassen, gerade daher ist das Fahrverhalten auch sehr sportlich."
Dass ein Schaden am Auto dennoch nicht das endgültige Aus bedeutet, zeigte Ekström in der Eifel. Auch ohne einen großen Teil der Frontpartie waren noch solide Zeiten möglich. Ganz anders sein Auftritt in Oschersleben 2008: damals wurden dem Schweden einige Teile am Heck abgefahren, danach war der A4 unfahrbar. "Das Zusammenspiel zwischen den Flügelchen und den anderen Teilen, das hat alles seinen Sinn", so Tomczyk. "Es kommt immer darauf an, welches Teil man abgefahren bekommt..."

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