Mit dem Sieg auf der Audi-Strecke Zandvoort hatte Gary Paffett der Konkurrenz aus Ingolstadt erstmals seit fast zwei Jahren die Meisterschaftsführung entrissen. Zwei Wochen später, angekommen auf einer weiteren Audi-Strecke, scheinen derartige Höhenflüge weit weniger realistisch. Mit einem enttäuschenden zwölften Startplatz hatte sich Paffett beim Oscherslebener Zeitfahren begnügen müssen. "Das ist weit weniger, als wir erwartet haben, auch wenn uns klar war, dass das Gewicht eine große Rolle spielt", sagte der DTM-Champion von 2005.

Dennoch will er die heutige Pleite keineswegs nur auf den aktuellen Stand der Gewichtstabelle zurückführen: "Zwanzig Kilogramm beudeten nicht eine Sekunde Unterschied. Das macht vielleicht einen Unterschied von drei bis vier Zehntel - es gibt also noch andere Bereichen, in denen wir verlieren." So führte bei Paffett eine Kombination aus technischen und fahrerischen Unstimmigkeiten zum enttäuschenden zwölften Rang: " Q1 war für mich noch ganz gut, Q2 war noch ok, in Q3 hatte ich keinen Grip und habe einfach keine gute Runde hinbekommen. Bruno hat das Maximum aus dem Auto herausgeholt - mehr wäre auch für mich nicht möglich gewesen."

Nicht zu viel Boden verlieren

Mit Blick auf die Meisterschaftstabelle droht dem Briten im HWA-Mercedes nun Ungemach. Noch am Freitag hatte sich der Vorsprung Paffetts auf seinen ärgsten Rivalen Mattias Ekström auf vier Punkte verdoppelt. "Natürlich ist es enttäuschend, wenn man einen so guten Job macht wie wir in Zandvoort, wo niemand erwartet hat, dass wir gewinnen, und dann der Meisterschaftsrivale wegen teaminternen Positionswechseln plötzlich wieder ganz nah an einem dran ist", sagte Paffett mit Blick auf die jüngste DMSB-Entscheidung, die er durchaus begrüßt: "Wir sind nicht unglücklich mit der Entscheidung, auch wenn Mattias eigentlich sogar nur Vierter geworden wäre."

Dennoch könnte der zum jetzigen Zeitpunkt der Saison nicht unkomfortable Vorsprung bereits am Sonntag Geschichte sein: Das Spiel mit dem Boxenstopptiming könnte es für Audi notfalls leicht machen, Ekström von Platz vier aus an dem einen oder anderen Teamkollegen vorbeizubringen. Paffett sieht seinem Schicksal in der Meisterschaftstabelle sachlich entgegen: "Wir müssen versuchen, in der Meisterschaft jetzt nicht zu viel Boden zu verlieren. Punkte können wir morgen noch erzielen, aber mehr lässt sich nicht voraussagen."