Nach mehreren Siegen in Folgen vermutete Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug schon vor dem Wochenende, dass in Oschersleben schwere Zeiten bevorstehen. Im Qualifying wurde die Vorahnung von Haug bestätigt: mit Bruno Spengler schaffte es nur einer seiner Schützlinge in das dritte Qualifying, der Kanadier wurde am Ende Sechster. "Das Gewicht dürfte unser Problem gewesen sein, damit verliert man drei Zehntel pro Runde", so Haug über das Gewichtshandicap von 20 Kilogramm der aktuellen C-Klassen.
Das Ergebnis sei so zu erwarten gewesen, schließlich hätte man ein großes Handicap mit sich getragen. "Selbst wenn es morgen nicht mit eine Sieg klappen sollte, steht die Saisonbilanz immer noch bei 3:2 zu unseren Gunsten", so Haug. "Die Bilanz spricht für Mercedes, für uns könnte es der 150. Sieg in der DTM werden." Doch bis dahin ist es noch ein weiter und vor allem steiniger Weg, das weiß auch Haug: "Audi müsste schon viel falsch machen, um nicht ein vollbesetztes Podium nach Hause zu fahren."
Paffett in großer Gefahr
Während die Ausgangsposition von Bruno Spengler noch akzeptabel ist, hat es den Tabellenführer Gary Paffett kalt erwischt - er steht nur auf Startplatz zwölf. "Für ihn ist es alles andere als leicht, denn in der sechsten Reihe ist die Unfallgefahr sehr hoch. Vielleicht holt er noch ein oder zwei Punkte. Wenn er das nicht schafft, ist die Saison noch lang. Es ist erst Halbzeit, es liegt noch einiges vor uns", erläutert der Motorsportchef.
Heute gab es einfach keinen passenden Gegner für Mercedes. "Niemand hatte ähnlich viel Gewicht wie wir, das ist die Erklärung für das Resultat", bilanziert Norbert Haug. "Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern müssen so viel attackieren wie möglich. Aber dabei ist der faire Sport wichtig, denn die Rennkommissare werden genau hinsehen."
Einen möglichen Grund in der anhaltenden Qualifying-Schwäche von Mercedes sieht Haug in der Reifennutzung der C-Klassen. "Im Rennen sind wir bisher gut mit den Reifen umgegangen, aber es kann sein, dass das im Rennen ein Gebrechen ist", vermutet er. "Vielleicht können wir nicht das Maximum aus den Reifen rausholen, denn man hat gesehen, dass die gute Zeit erst in der zweiten Runde kam. Eigentlich sollte der Peak genau auf die erste Runde gesetzt werden, denn da ist der Reifen besser."
Nun hofft der Mercedes-Motorsportchef auf ein turbulentes Rennen. "Vielleicht gibt es ein Gewitter, Safety-Car oder ähnliches und schon sind wir wieder da, das wäre nicht das erste Mal - aber die Grundvoraussetzungen sind schlecht", urteilt Haug. "Aber wenn man zwei Rennen in Folge gewinnt, muss man einfach einen hohen Preis zahlen. Das ist uns jedoch egal, wir fahren trotzdem auf Sieg, das zeigt auch unsere Bilanz: "92 Siege, nicht 48 - das gefällt mir viel besser..."

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