Eine trockene Strecke bedeutet für jeden Regenreifen den qualvollen Tod. Noch schlimmer wird es, wenn man mit den profilierten Pneu auch noch schnell fahren soll. Genau aus diesen Gründen erlebte das DTM-Fahrerfeld die wohl langsamste Einführungsrunde aller Zeiten - schließlich wollten die Audi-Piloten, allen voran Pole-Sitter Tom Kristensen, ihre Rennreifen nicht schon vor dem Start verglühen. Die langsame Fahrweise sorgte vor allem bei einem Teil der Mercedes-Fahrer für großen Unmut - vor allem bei Maro Engel, der so mögliche Punkte verpasste.
"Was Kristensen in der Einführungsrunde gemacht hat war eine Sauerei. Er fuhr die gesamte Runde im ersten Gang, dadurch ist mein Motor überhitzt", beschwerte sich der Mücke-Pilot über den Dänen. Engel erhielt die Quittung für die zu hohe Temperatur im Innenraum kurz nach dem Start: "Beim Anbremsen der ersten Kurve hat sich der Motor dann abgeschaltet. Ich habe noch versucht ihn neu zu starten, was aber ewig dauert hat."

Auch Mathias Lauda fand die Formationsrunde deutlich zu langsam. "Mein Motor wurde viel zu heiß und ich konnte meine Slicks nicht richtig aufwärmen", sagte Lauda im Gespräch mit motorsport-magazin.com. Die Audi-Entscheidung auf Regenreifen zu starten, konnte der Österreicher nicht verstehen: "Es war trocken, nichts sprach für Regenreifen. Die setzt man schließlich nur ein, wenn die Strecke nass ist. Wenn man zocken will, dann macht man das mit zwei Autos und nicht mit allen."
Gary Paffett fand auf die Frage nach der langsamen Einführungsrunde eine klare Antwort: "Ja, die war verdammt langsam, weil die Audi ihre Reifen schonen wollten. Wenn sie zu hart gefahren wären hätten sie ihre Reifen schon vor dem Start zerstört." Für Ralf Schumacher waren die ersten 3,629 Kilometer hinter dem langsamen Kristensen sogar "sehr grenzwertig. Wir konnten die Bremsen gar nicht richtig aufwärmen."
Fast meinungslos waren Markus Winkelhock und Bruno Spengler. Wie Timo Scheider und Mattias Ekström fuhr der Jahreswagen-Pilot schon direkt nach der Einführungsrunde an seine Audi-Box. "Mir war die langsame Runde relativ egal, weil ich ohnehin die Reifen wechseln und sie daher nicht in der Einführungsrunde aufwärmen musste", so Winkelhock. Spengler hat die langsame Runde, obwohl er auf Trockenreifen unterwegs war, "gar nicht gestört. Ich habe sogar schon langsamere erlebt..."

diese DTM Nachricht