Nachdem Paul di Resta im ersten Test und weniger als drei Zehntelsekunden Rückstand noch ganz gut mit den aktuellen Audi-Boliden mithalten konnte, zeigte sich am Nachmittag ein deutliches Bild. Timo Scheider nahm dem Schotten, der wieder Bester seiner Klasse wurde, auf der 4,307 Kilometer langen Strecke von Zandvoort mehr als eine halbe Sekunde und neun Plätze ab. Neben Di Resta schaffte es mit Gary Paffett nur ein weiterer Mercedes-Pilot unter die besten Zehn.

Auch wenn Audi heute eine dominierende Position eingenommen hat, ist die Freitags-Leistung noch keine Versicherung für den Rest des Wochenendes - zu unterschiedlich waren die Test-Programme. "Wir haben heute unsere Listen abgearbeitet. Im ersten Test bin ich einen Long-Run gefahren, am Nachmittag habe ich die Balance für Samstag getestet", erklärte der Trainingsschnellste Timo Scheider. Während man bei Audi also schon für das Qualifying testete, drehte man bei Mercedes viele Runden am Stück. Alle neuen C-Klassen kamen am Ende der zweiten 90 Minuten auf gut und gerne 40 Umläufe, also eine Renndistanz...

Martin Tomczyk überzeugte mit der zweitbesten Zeit, Foto: Audi
Martin Tomczyk überzeugte mit der zweitbesten Zeit, Foto: Audi

"Es ist ein normaler Freitag - nur ein Freitag", beruhigte Bruno Spengler. "Die Zeiten sehen nicht gut aus, aber das heißt nicht viel. Wir wissen nicht, welche Reifen die Konkurrenz gefahren ist, aber klar ist: Unser Auto fühlt sich recht gut an." Am Samstag werden die Karten neu gemischt, das weiß auch Scheider. "Wir dürfen uns nichts vormachen und glauben, dass die halbe Sekunde ein sicheres Polster sind", so der Tabellenführer aus dem Audi-Lager im Gespräch mit der adrivo Sportpresse. Trotzdem sieht Scheider die A4 im Vorteil. "Unser Auto passt sehr gut zu der Strecke, außerdem sind wir zehn Kilogramm leichter. Gerade in den mittelschnellen und schnellen liegt unser Wagen sehr gut, das müssen wir morgen umsetzen. Aber wir sind nicht überlegen und können uns sicher sein, dass wir morgen auch noch einen so großen Vorsprung haben."

Martin Tomczyk bestätigte die Tendenz: "Wir sind hier generell gut; es hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass wir hier eher die Favoriten sind." Man dürfe Mercedes aber nicht unterschätzen, schon oft waren die am Freitag hinten und am Samstag wieder da, so der Rosenheimer weiter. "Wir werden morgen unseren Speed weiter fahren und dann sehen, ob Mercedes den Anschluss findet oder noch etwas Besonderes auspacken kann." Purzeln werden die Zeiten auf jeden Fall, auch bei Audi ist noch Luft nach oben. "Letztes Jahr haben sich die Zeiten über Nacht um fast zwei Sekunden verringert - der Strecke fehlt momentan noch Grip." Tomczyk darf sich als Vorjahressieger auch 2008 gute Chancen auf einen Podestplatz oder einen weiteren Triumph ausrechnen. Doch was kommt noch von Mercedes? Das wird sich wohl erst nach dem Qualifying zeigen...