Landsmann Gary Paffett hat es vorexerziert, Jamie Green will es ihm gleichtun: Den Aufstieg zu HWA-Mercedes in Form eines Titelgewinns optimal nutzen. Zwar gelang dies auch Paffett nicht auf Anhieb - zu stark präsentierte sich 2004 zunächst mit Christijan Albers die interne sowie mit Mattias Ekström die externe Konkurrenz. Die HWA-Routiniers Bernd Schneider und Jean Alesi jedoch besiegte Paffett jedoch bereits in HWA-Saison Nummer eins nahezu mühelos - auch auf Grund der Tatsache, dass das Glück dem Briten von Beginn an zur Seite stand:

Bereits beim ersten HWA-Auftritt in Hockenheim bestieg Paffett die oberste Stufe des Siegerpodests, nachdem der bis dahin führende Schneider technisch bedingt ausgerollt war. Während der deutsche Veteran im Folgenden eher unregelmäßig Top-Ergebnisse einfuhr, zehrte Paffett vom psychologischen Vorteil des Debütsiegs...

Die Hoffnungen auf ein ähnliches Hockenheim-Szenario zu seinen Gunsten bestätigte sich für Green hingegen nicht: Nachdem der junge Engländer in Form seiner dritten Pole Position sein Talent ein weiteres Mal unter Beweis gestellt hatte, war er es, dem die Technik einen Streich spielte. Einen Dreher in der Einführungsrunde und einen misslungenen Start später tat die Motorelektronik endgültig nicht mehr ihren Dienst. Während Bernd Schneider einen viel umjubelten Sieg einfuhr und mit gewachsener Selbstsicherheit ins nächste Rennen geht, wächst der Druck für Jamie Green:

"Ich war glücklich, auf der Pole Position zu stehen, aber ich habe gehofft, in allen zehn Rennen zu punkten", stellt Green gegenüber Autosport die missliche Lage mit Blick auf den Meisterschaftsstand dar: "Ich muss nun neun fantastische Rennen hinlegen. Im letzten Jahr gab es elf Rennen, so dass es einfacher war, einen Rückstand wettzumachen."

Jamie Green blieb geräuschfreies Fahren versagt, Foto: DTM
Jamie Green blieb geräuschfreies Fahren versagt, Foto: DTM

Der 23-Jährige tröstet sich mit dem Schicksal seines letztjährigen Lieblingsfeindes und diesjährigen Titelkonkurrenten Ekström. "Mattias Ekström punktete ebenso wenig, obwohl man ihn als Titelanwärter erwartet hätte", äußert Green und zeigt sich abwartend: "Ich weiß noch nicht, wie negativ mich das noch beeinflussen wird."

Lange vor dem Start der Einführungsrunde hatte Jamie Green die Hoffnungen auf ein vollkommen problemloses HWA-Debüt aufgeben müssen. "Ich musste Regenreifen aufziehen, um sie einzufahren, da wir dachten, es könnte regnen", schildert der Mercedes-Junior den problematischen Verlauf der letzten Stunde vor Rennbeginn, "ich hörte einige seltsame Geräusche aus dem Bereich des Motors."

"Ich kam wieder rein, um die Reifen zu wechseln und Slicks aufzuziehen, und meine Ingenieure sagten, dass sie das Problem hören konnten, als ich die Box verließ", berichtet der Formel-3-Meister von 2004, der sich zwischenzeitlich noch Hoffnungen auf eine Lösung des Problems machte: "Ich verließ die Box, um an der Fahrerparade teilzunehmen, und die Mechaniker und mein Renningenieur sagten mir, sie hätten alles getan, um das Problem in der kurzen Zeit noch zu beheben. Aber auf der Einführungsrunde hörte ich das Geräusch erneut." Der Rest ist bekannt...

Nicht nur auf Grund des Aufhängungsbruchs bei Mattias Ekström befindet sich Green jedoch in guter Gesellschaft: Auch der zweite HWA-Neuling Bruno Spengler blieb ein Punkterang nach einem Reifenschaden versagt. Und auch jener hatte gehofft, von Beginn an souverän in die Fußstapfen des Gary P. treten zu können...