In zwei Jahren bei Opel hat Heinz-Harald Frentzen gelernt, Saisonziele in der DTM realistisch zu stecken: Nach unerwartet großen Einstiegsschwierigkeiten sowie einem wenig konkurrenzfähigen Dienstfahrzeug im Jahr 2004 vermochte sich der seit kurzem dreifache Familienvater 2005 zwar oftmals als Speerspitze der Rüsselsheimer zu profilieren - von einer erfolgreichen Saison jedoch konnte trotz zweier Podestplätze kaum gesprochen werden.

"Du brauchst in jedem Job eine Eingewöhnungszeit. Zeit hat man aber meistens nicht in der DTM", stellte der Mönchengladbacher gegenüber Bild fest. Umso mehr weiß Frentzen die Chance zu schätzen, die ihm bei Abt-Audi in einem Neuwagen geboten wird: "Jetzt will ich so schnell wie möglich Audi kennen lernen."

Bei Opel hatte Frentzen hart zu kämpfen, Foto: DTM
Bei Opel hatte Frentzen hart zu kämpfen, Foto: DTM

Im Audi A4 DTM gedenkt der Formel-1-Vizeweltmeister von 1997 das Potenzial, das im oft chronisch hinterherfahrenden Opel Vectra GTS zu lange im Verborgenen blieb, unter Beweis zu stellen, setzt sich jedoch betont vorsichtig-realistische Ziele: "Mein Ziel ist es natürlich auch, Rennen zu gewinnen. Dieses Jahr sollte es endlich klappen. Über den Titel rede ich noch nicht."

Eine lange Eingewöhnungszeit, auf Grund derer ihn manch einer bereits nach der ersten Saison abschrieb, sähe Frentzen in der DTM allerdings auf jeden Seiteneinsteiger aus der Formel 1 zukommen - selbst auf seinen früheren Erzkonkurrenten und siebenfachen F1-Weltmeister Schumacher. "Er müsste erst das Einmaleins der Tourenwagen lernen. Er hätte in den ersten Rennen keine automatische Siegchance", warnt er den Mercedes-Gaststarter von 1990 vor und blickt zurück: "Als ich in die DTM eingestiegen bin, war das in etwa so, als wenn ich neu Autofahren lernen müsste..."