Schlechte Scherze über die autofahrerischen Fähigkeiten des anderen Geschlechts könnten künftig auch unter männlichen DTM-Zuschauern endgültig passé sein: Auch ohne Anstellung als Grid Girl schicken sich möglicherweise zwei Damen an, die DTM-Startaufstellung aufzumischen - und so auf den Spuren der Siegerin des Hockenheim-Laufs 1992, Ellen Lohr, zu wandeln.

Erhält Ellen Lohr, hier beim Noris-ring-Lauf 1993, eine Nachfolgerin?, Foto: Sutton
Erhält Ellen Lohr, hier beim Noris-ring-Lauf 1993, eine Nachfolgerin?, Foto: Sutton

Ein knappes Jahrzehnt, nachdem die temperamentvolle und mittlerweile zuletzt bei der Rallye Paris-Dakar aktive Rheinländerin ihr letztes ITC-Rennen bestritt, hegt Vanina Ickx DTM-Ambitionen: Die Tochter des früheren Le-Mans-Rekordsiegers Jackie Ickx, die zuletzt auf dem Norisring im Rahmen der Renntaxifahrten DTM-Luft schnupperte, gedenkt nach dpa-Informationen, sich nach Jahren im Sport- und Langstreckenfahrzeug am Tourenwagensport zu versuchen.

Als das Fahrzeug ihrer Begierde darf einer der zwei Jahre alten Audi A4 gelten, sollten diese von Midland-F1-Teamchef Colin Kolles eingesetzt werden. Kolles hatte bereits vor einigen Tagen angekündigt, bei der Besetzung seiner beiden DTM-Cockpits Experimentierfreude an den Tag zu legen. Zu der studierten Meeresbiologin und potenziellen künftigen Audi-Fahrerin könnte dabei weibliche Verstärkung stoßen:

Vanina Ickx blickt auf einige Rennerfahrung zurück, Foto: Sutton
Vanina Ickx blickt auf einige Rennerfahrung zurück, Foto: Sutton

"Ich bekam einen Anruf von Mercedes; sie fragten mich, ob ich testen wolle", berichtet eine smarte Schottin namens Susie Stoddart gegenüber Autosport, die wenig später in Barcelona einen 2004er-Mercedes des Mücke-Teams testen durfte. Obgleich die 23-Jährige den Fahrgenuss in der C-Klasse zu schätzen wusste, wäre sie sich ob eines DTM-Engagements unschlüssig - wenn ihr denn bereits ein konkretes Angebot vorläge.

"Es ist eine tolle Serie, jedoch muss ich entscheiden, was ich machen will. Die DTM ginge in Richtung Tourenwagen und weg von meinen Einzelsitzer-Ambitionen", legt Susie Stoddart, die 2006 schon für die World Series by Renault unterschrieben hatte, ihre Gedanken offen. Sollte Stoddart tatsächlich die Wahl bekommen, so könnten jedoch eventuell männliche Reize entscheiden, schilderte sie doch nach ihrem ersten DTM-Test: "Mika Häkkinen nahm mich auf ein paar Einführungsrunden mit und war sehr nett zu mir…"