Thomas Preining marschiert seinem zweiten DTM-Titelgewinn dank einer herausragenden Serie entgegen: Der Manthey-Porsche-Pilot fuhr sechs Mal in Folge aufs Podium und übernahm zuletzt am Sachsenring die Führung in der Meisterschaft.

Wie außergewöhnlich diese Leistung ist, zeigt ein Blick in die Statistik der DTM: In der GT3-Ära seit 2021 gelang es keinem anderen Fahrer, so viele Podestplätze hintereinander zu erringen. Preining begann seine Serie mit einem Sieg sowie einem zweiten Platz in Oschersleben Ende Juli und ließ vier weitere Podien bei den folgenden Events am Nürburgring sowie auf dem Sachsenring folgen.

Nachträglich bestraft! Kostet dieser Crash Maro Engel den DTM-Titel? (10:51 Min.)

Preinings Podest-Serie: Einmalig in der GT3-Ära der DTM

In den letzten sechs Jahren schafften es drei andere Piloten, immerhin vier Mal in Folge aufs Podest zu fahren: Liam Lawson 2021 im AF-Corse-Ferrari, Mercedes-AMG-Star Maro Engel 2024 sowie in der laufenden Saison Marco Wittmann, der vom Oschersleben-Sonntag bis zum Sachsenring-Samstag vier Mal hintereinander auf dem Treppchen landete. Die Serie des Schubert-BMW-Piloten endete allerdings mit P6 im Sonntagsrennen auf dem Motorrad-Kurs.

Preining hingegen könnte die Podest-Serie sogar noch weiter ausbauen, wenn er beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring (09.11. Oktober 2026) an seine bisherigen Leistungen anknüpft. Die Chancen stehen gut: Der Österreicher blickt auf drei Siege (2x 2023, 1x 2025) im Motodrom zurück, wo er 2023 seine erste DTM-Meisterschaft errang.

Fünf weiteren DTM-Fahrern (Maximilian Götz 2021, Luca Stolz 2023, Lucas Auer und Nicki Thiim 2026) gelangen in der GT3-Ära zumindest drei Podesterfolge in Serie, was zeigt, wie schwierig dieses Unterfangen ist. Dass mit Preining (6), Wittmann (4), Auer und Thiim (je 3) ausgerechnet in der aktuellen Saison mehrere Fahrer auf Podiumsserien zurückblicken, ist auffällig.

Längste DTM-Podiumsserien 2021-2026

FahrerPodien in FolgeSaison
Thomas Preining62026
Liam Lawson42021
Maro Engel42024
Marco Wittmann42026
Maximilian Götz32021
Marco Wittmann32021
Luca Stolz32023
Thomas Preining32023
Thomas Preining32025
Lucas Auer32026
Nicki Thiim32026

DTM-Reglement soll Podest-Serien eigentlich verhindern

Denn eigentlich arbeitet das Sportliche Reglement gegen derartige Erfolgsserien einzelner Piloten: Alle Podest-Fahrer erhalten für das nachfolgende Rennen Erfolgsgewichte (P1: 20 kg, P2: 10 kg, P3: 5kg), die sie in der Theorie einbremsen sollten. Die Zusatz-Kilos gelten allerdings nicht für die Qualifyings, wodurch der Nachteil auf Strecken mit wenigen Überholmöglichkeiten nicht so sehr ins Gewicht fällt. Davon profitierte Preining mit seinem auf eine Runde schnellen Manthey-Porsche 911 GT3 R in Oschersleben und am Sachsenring.

Vergleiche mit vergangenen DTM-Zeiten hinken stets ein wenig, weil die Voraussetzungen oftmals unterschiedlich waren: Zu Hersteller-Zeiten gab es weniger Marken im Starterfeld und keine Balance of Performance, zwischenzeitlich wurden Rennwochenenden mit Qualifikations- und Hauptrennen ausgetragen, die Art des Erfolgsballasts änderte sich mehrfach oder es gab ihn schlicht gar nicht.

Längst Podest-Serien der DTM-Geschichte: Zwei Fahrer stechen hervor

Dennoch stechen zwei Podest-Serien aus der Class-1-Ära mit den Silhouetten-Prototypen ganz klar heraus: Rene Rast gelang in der Saison 2020 das Kunststück, sogar zehn Mal in Folge mit seinem Turbo-Audi aufs Podest zu fahren.

Das Jahr war von der Corona-Pandemie überschattet, womit die DTM unter anderem je vier Rennen am Nürburgring sowie in Zolder austrug. Rast fuhr in diesen vier Läufen und beim anschließenden Finale in Hockenheim durchweg aufs Treppchen und landete dabei auch noch fünf Siege. Er gewann die Meisterschaft vor seinem Audi-Markenkollegen Nico Müller in einer Saison, in der Audi nach Belieben dominierte und BMW geschlossen hinterhergurkte.

Thomas Preining: "Es geht nicht um Rekorde, sondern um Titel"

Ebenfalls erwähnenswert und bis heute einmalig: Rast legte 2018 eine gigantische Aufholjagd mit Audi hin und gewann die letzten sechs Saisonrennen. Seine insgesamt sieben Podestfahrten am Stück reichten dennoch nicht aus, um Gary Paffett im letzten DTM-Jahr von Mercedes vor dem Werksausstieg die Meisterschaft zu entreißen.

Preining kann Rasts 'Zehner-Serie' dieses Jahr bei nur noch zwei ausstehenden Rennen sowieso nicht mehr erreichen, ist aber eh nicht allzu sehr auf Rekordjagden in der DTM aus. "Ich habe große Bewunderung für Rene, aber wir müssen uns auf den Titelkampf konzentrieren", sagte Preining. "Es geht nicht um Rekorde, sondern um Titel. Ich nehme auch vierte Plätze, wenn sie mich zum Ziel führen. Es ist auch nicht fair, die Class 1 mit der jetzigen DTM zu vergleichen. Rene hatte mal sechs Siege am Stück, was heute ziemlich unmöglich ist. Jetzt ist es schon schwierig genug, auch nur ein Rennen zu gewinnen."

Bernd Schneider: Trotz Zehner-Pack nicht zum DTM-Titel

Neben Rast schaffte es auch Bernd Schneider, innerhalb einer Saison zehn Mal in Folge aufs Podium zu stürmen. Der DTM-Rekordmeister stellte diese Marke 2002 auf mit aufeinanderfolgenden Podestplätzen am Sachsenring, Norisring, Lausitzring, Nürburgring und auf dem ehemaligen A1 Ring in Österreich, heute als Red Bull Ring bekannt.

Aber: Unter dem damaligen Format trug die DTM pro Rennwochenende ein Qualifying- und ein längeres Hauptrennen anstelle voneinander unabhängiger Läufe aus. Mercedes-Ikone Schneider musste sich damals trotz seiner Giganten-Serie knapp dem Abt-Audi-Piloten Laurent Aiello (8 Siege in 20 Rennen) im Titelkampf geschlagen geben.

Du willst alle Breaking News und Hintergrund-Infos zur DTM, WEC, IndyCar, den 24-Stunden-Rennen und Co. bekommen? Dann abonniere jetzt unseren neuen und kostenlosen WhatsApp-Channel! Brandaktuelle News aus der Motorsport-Welt direkt auf dein Handy: