BMW ist seiner Favoritenrolle auf dem Red Bull Ring mehr als gerecht geworden: Doppel-Pole für Schubert Motorsport im Samstags-Qualifying beim vorletzten Rennwochenende der DTM-Saison 2025. Marco Wittmann setzte sich im teaminternen BMW-Duell gegen Rene Rast durch und nimmt das viertletzte Rennen des Jahres (heute ab 13:30 Uhr auf ProSieben im Free-TV) von der Pole Position auf.

Für Wittmann war es die erste Pole in der laufenden Saison und die erste seit - festhalten - 2021! Damals stand der zweifache DTM-Champion ebenfalls auf dem Red Bull Ring ganz vorne. Wittmann errang die 17. Pole seiner langen DTM-Karriere, womit er in der ewigen Rangliste den fünften Platz einnimmt.

DTM-Qualifying: Wittmann sticht Rast aus

Im 20-minütigen Qualifying bei trockenen Bedingungen verwies Wittmann seinen Schubert-Teamkollegen Rast spät auf den zweiten Platz. Für seine schnellste Runde in der 'Green Machine' benötigte er 1:27.709 Minuten - 0,081 Sekunden Vorsprung auf den dreimaligen DTM-Meister, der in der Meisterschaft etwas besser platziert ist. Rast fiel kurzzeitig auf den dritten Rang zurück, doch dem Aston-Martin-Piloten Gilles Magnus wurde die letzte schnelle Runde wegen Track Limits aberkannt, womit er wieder auf P3 zurückfiel.

Hinter Magnus, der erneut mit einem starken Qualifying überzeugen konnte, folgte ein Ferrari-Trio: Titelanwärter Jack Aitken (Emil-Frey-Ferrari) erreichte Startplatz vier und kann sich über Rückendeckung seiner Teamkollegen Thierry Vermeulen (P5) und Ben Green (P6) freuen.

Lucas Auer: "Wir sind hier nur Nebendarsteller"

Der Meisterschaftsführende Lucas Auer (Landgraf-Mercedes) kam hingegen nicht über den 13. Platz hinaus. "Typisch Red Bull Ring, wir sind hier nur Nebendarsteller", grantelte der Lokalmatador über die Performance seines Mercedes-AMG GT3 auf dem Formel-1-Kurs in der Meisterschaft. Am Freitag verlor der Österreicher Streckenzeit wegen eines zunächst nicht bekannten Problems. Für Ayhancan Güven (Manthey-Porsche), einen weiteren Titelkandidaten nach seinem Doppelsieg zuletzt am Sachsenring, kam es noch dicker: nur Startplatz 19.

Wittmann belegt in der Meisterschaft zwar nur den neunten Rang, sein Rückstand auf Spitzenreiter Lucas Auer beträgt aber gerade einmal 26 Punkte. "Ich bin Außenseiter mit dem größten Punkterückstand, habe ihn verkürzt und bin wieder im Rennen", lautete die Kampfansage des 35-Jährigen. Rast hat 130 Zähler auf dem Konto. Wie schätzt er seine Chancen auf den vierten Titelgewinn ein? Rast: "Laut ChatGPT 17 Prozent, vielleicht auf 20. Es kann alles passieren."

Auf den Plätzen sieben bis zehn: Ben Dörr (Dörr-McLaren), Ricardo Feller im Land-Audi, Maro Engel (Winward-Mercedes) und Luca Engstler (GRT-Lamborghini). Jordan Pepper, Engstlers Grasser-Teamkollege und Titelaspirant, musste sich mit P15 begnügen.

Timo Glock kehrt nach Turbo-Dramen zurück

Timo Glock, dessen fabrikneuer McLaren 720 S GT3 weiterhin auf sich warten lässt, fuhr auf den 18. Platz hinter dem amtierenden Champion Mirko Bortolotti. Der frühere Formel-1-Fahrer erlebte einen katastrophalen Freitag und konnte in den beiden Trainings nur fünf Runden zurücklegen. Am Vormittag legte ein Nachfolgeschaden von Testfahrten in der Vorwoche am Turbolader den McLaren lahm. Im 2. Training musste Glock das Auto mitsamt riesigen Rauchschwaden und Feuer aus dem Auspuffbereich am Streckenrand abstellen.

"Wir hatten beim Test letzte Woche einen Turboschaden", sagte Glock am Freitagabend zu Motorsport-Magazin.com. "Daraufhin haben wir die Turbos gewechselt. Wir konnten aber nicht sehen, dass der Ventildeckel vom Motor so viel Hitze abbekommen hatte, sodass die Dichtung abgeschmolzen ist. Am Donnerstag war alles in Ordnung, aber am Freitagmorgen kam schon weißer Rauch beim Warmlaufen raus. Damit war das 1. Training hin und im 2. Training gab es dann einen Sensorfehler am Gaspedal, der den Turbo noch mal lahmgelegt hat. Das Turborad hat dann für Kleinholz gesorgt."