Wie viel Pech kann man eigentlich haben? Fragt mal Timo Glock... Was sich rund um den Dörr-Motorsport-Piloten am Freitag auf dem Red Bull Ring ereignete, klingt schon fast nach Slap-Stick. Glock verpasste das komplette 1. Freie Training wegen eines technischen Folgeschadens vom letzten Test in Spielberg. Als hätte das noch nicht gereicht, kam es am Nachmittag im 2. Training wortwörtlich noch dicker: Glock musste seinen McLaren 720 S GT3 plötzlich mit dicken Rauchschwaden am Heck abstellen!

Während das Auto noch heftig qualmte und weißer Rauch den Red Bull Ring einnebelte, war Glock rechtzeitig aus dem Auto herausgesprungen. Der frühere Formel-1-Fahrer betätigte sich dann als 'Ersthelfer' und riss einen Teil der Heckpartie ab. Nicht ohne Grund: Flammen loderten aus dem Heckbereich hervor, die glücklicherweise nicht zu noch schlimmeren Folgen führten. Der Dörr-McLaren musste zurück in die Boxengasse geschleppt werden, während die Rennleitung die Session mit roten Flaggen unterbrach.

DTM-Schock: McLaren disqualifiziert - Schwerer Crash (10:46 Min.)

Für den Jahresrückblick: Timo Glock macht auf Anhalter

Glock nahm das Malheur in gewisser Weise mit Humor: An der Ausfallstelle stellte er sich an den Streckenrand und streckte in bester Anhalter-Manier den Daumen raus. Eine Szene, die schon jetzt einen Platz in jedem Rückblick auf die DTM-Saison 2025 bekommt - und Glocks zumeist glückloses Comeback kaum treffender beschreiben könnte. Eine Mitfahrgelegenheit ergab sich allerdings nicht, sodass sich der 43-Jährige selbstständig auf den langen Weg zurück in Richtung Boxengasse begeben musste. Der Vorfall ereignete sich während seiner siebten Runde.

Der Glock-Vorfall 'klaute' rund 8 Minuten von der fortschreitenden Session-Zeit, bis der Rest des Feldes das 45-minütige Training fortsetzen konnte.

DTM-Titelfavorit Lucas Auer fällt aus

Es dauerte nicht lange, bis die Piloten erneut eingebremst wurden, diesmal durch eine acht-minütige Full-Course-Yellow-Phase. Auslöser war der Mercedes-AMG GT3 von Lucas Auer, der auf der Start/Ziel-Geraden ausrollte und stehen blieb. Streckenposten versuchten vergebens, das Auto über den Asphalt zu rollen.

Auers Mercedes musste abgeschleppt werden. Die Gründe für den Ausfall waren zunächst nicht bekannt, deutlich hörbar war nur ein Ratter-Geräusch vom Fahrzeug. Ein bitteres Sessionende für den Meisterschaftsführenden Auer, der am Donnerstag seinen 31. Geburtstag gefeiert hatte. Die Rennleitung entschied angesichts der Unterbrechungen, das Training um 5 Minuten zu verlängern.

2. Training: Rast und Wittmann fahren in eigener Liga

In den Schlussminuten des turbulenten Trainings änderte sich nichts mehr in der Zeitenliste: Rene Rast (Schubert-BMW) bestätigte den Favoritenstatus der Münchner mit der Bestzeit. Der dreifache DTM-Champion unterbot seine schnellste Runde am Ende noch einmal und brannte eine 1:28.674 in den inzwischen trockenen Asphalt. Sein Schubert-BMW-Teamkollege Marco Wittmann reihte sich an zweiter Stelle ein und wies einen Rückstand von nur 0,051 Sekunden auf.

Rundenzeiten in den Freien Trainings sind stets mit Vorsicht zu genießen, bei der Momentaufnahme ließ sich aber festhalten: Die BMW M4 GT3 Evo von Rast und Wittmann fuhren am Freitag in ihrer eigenen Liga. Der Drittplatzierte Gilles Magnus (Comtoyou-Aston-Martin) folgte mit beachtlichen 0,308 Sekunden Rückstand an dritter Stelle. Mit wenigen Tausendstelsekunden Abstand folgten Titelanwärter Jordan Pepper (GRT-Lamborghini) und Arjun Maini (HRT-Ford) auf den Positionen vier und fünf.

Die Top-8 komplettierten Sachsenring-Doppelsieger Ayhancan Güven (Manthey-Porsche), der amtierende DTM-Champion Mirko Bortolotti (Abt-Lamborghini) und Thierry Vermeulen im Emil-Frey-Ferrari. Das Qualifying am Samstagmorgen (09:05 Uhr) könnt ihr im kostenlosen Livestream auf Motorsport-Magazin.com verfolgen.