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DTM - Quali-Krimi in Hockenheim: Van der Linde wieder auf Pole

Kelvin van der Linde staubt die Pole Position für das DTM-Sonntagsrennen in Hockenheim ab. Marco Wittmann wettert erneut gegen Balance of Performance.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Qualifying-Kracher am Sonntagmorgen bei der DTM in Hockenheim! In allerletzter Sekunde fuhr Kelvin van der Linde zur Pole Position. "Fucking Hell, das war knapp", jubelte der Samstags-Sieger und Meisterschaftsführende noch am Teamfunk seinem Abt-Rennstall zu.

Für van der Linde ist es die zweite Pole an diesem Wochenende sowie seine fünfte in der laufenden Saison 2021. Mit den drei Extra-Punkten für die Pole übernimmt der Audi-Fahrer zudem die alleinige Spitze in der Gesamtwertung.

Für van der Linde wird das heutige Rennen ( ab 13:30 Uhr im Livestream auf Motorsport-Magazin.com) zu einer größeren Herausforderung als noch am Samstag. Wegen des Sieges muss er 25 Kilogramm Erfolgsgewicht in seinen Audi zuladen. Abt-Teamchef Thomas Biermaier sprach gegenüber Motorsport-Magazin.com von einem Nachteil von drei bis vier Zehntelsekunden pro Runde, wenngleich es bezüglich des Einflusses der kühleren Temperaturen noch Unklarheiten gab.

Van der Linde: Pole mit 0,087 Sekunden Vorsprung

Am Samstag deklassierte van der Linde mit seinem Audi R8 LMS GT3 die versammelte Konkurrenz mit einem Vorsprung von mehr als vier Zehntelsekunden - am heutigen Sonntag gestaltete es der Südafrikaner deutlich enger. 0,087 Sekunden betrug sein Vorsprung auf den Zweitplatzierten Lucas Auer (Winward-Mercedes), der die Zeitenliste bis zuletzt angeführt hatte. In der letzten Runde des 20-minütigen Qualifyings setzte sich van der Linde mit der Bestzeit in 1:37.392 Minuten - eine Sekunde langsamer als seine Pole-Zeit vom Samstag - durch.

Damit wiederholt sich die Startaufstellung an der Spitze: Schon im Samstagsrennen startete van der Linde vor Auer. Während der Audi-Pilot zu seinem vierten Saisonsieg eilte, fiel Auer nach einer Start-Kollision aus. Unfall-Verursacher Arjun Maini (GetSpeed-Mercedes) errang im Qualifying den dritten Platz, wird wegen einer Strafe aus dem vorangegangenen Rennen - wegen des Unfalls mit Auer - aber um fünf Plätze auf P8 nach hinten versetzt.

Titel-Herausforderer in Lauerstellung

Davon profitierte unter anderem Titel-Herausforderer Liam Lawson, der mit seinem AF Corse-Ferrari vom vierten auf den dritten Startplatz nach vorne rückt. Mit Maximilian Götz (HRT-Mercedes) liegt ein weiterer Anwärter auf die Meisterschaft auf Platz sieben in aussichtsreicher Position.

Die Startplätze vier bis acht nehmen ein: Daniel Juncadella (GruppeM-Mercedes), die beiden Samstags-Podestfahrer Alex Albon (AF Corse-Ferrari) und Mike Rockenfeller (Abt-Audi), Götz und der bestrafte Maini.

Wittmann enttäuscht: BoP-Änderung abgelehnt

Der Meisterschaftsdritte Marco Wittmann erlebte wie am Vortag ein schwieriges Qualifying und musste sich mit dem zehnten Platz begnügen. Am Samstag war der Walkenhorst-Pilot mit seinem BMW nicht über P13 hinausgekommen und im Rennen vorzeitig ausgefallen. Wittmann war erneut schnellster BMW-Fahrer, sah sich gegenüber der Konkurrenz aber klar im Nachteil.

Wittmann bei Sat.1: "Vor der BoP-Reduzierung war das Feld super-eng zusammen. Jetzt sind die Abstände enorm. Die BoP hat uns extrem hart getroffen. Ich war eine halbe Sekunde schneller als Sheldon van der Linde, das zeigt, dass ich das Maximum herausgeholt habe. Es ist enttäuschend, wenn du siehst, dass du machtlos bist und dir der Titelkampf davonläuft."

Laut Wittmann habe es die theoretische Möglichkeit gegeben, die Balance of Performance von Samstag auf Sonntag zu ändern. Laut Reglement war das eigentlich nur an den ersten drei Rennwochenenden möglich. "Schade, dass man so einen Bock geschossen hat", sagte Wittmann. "Es gab die Möglichkeit für eine Änderung. Aber außer Ferrari waren alle dagegen."

DTM Hockenheim: Zusammenfassung zu Rennen 1 am Samstag: (04:09 Min.)

Rockenfeller zur Quali-Halbzeit vorne

Zur Halbzeit des knackigen Qualifyings führte Mike Rockenfeller das Klassement an. Der Abt-Pilot führte seinen Audi R8 mit einer 1:37.940 zum ersten Platz. Die provisorische Pole erzielte der gebürtige Neuwieder nach nur vier Runden, während zahlreiche andere Fahrer mehr Kilometer abspulten. Rockenfellers Vorsprung auf den Zweitplatzierten Nico Müller im Rosberg-Audi betrug 0,282 Sekunden. Mit Kelvin van der Linde führten drei Audi die Zeitenliste nach den ersten Runs an.

Marco Wittmann belegte zur Halbzeit als bester Nicht-Audi den vierten Platz. Maximilian Götz belegte im HRT-Mercedes den 14. Platz. Liam Lawson fuhr im ersten Teil des Qualifyings nur zwei Runden und auf Platz 19. Sheldon van der Linde im ROWE-BMW griff erst in der zweiten Hälfte des Zeittrainings ins Geschehen ein.


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