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DTM

DTM 2021: Ferrari gewinnt Saisonauftakt in Monza

DTM-Rookie Liam Lawson beschert Ferrari beim Saisonstart in Monza den ersten DTM-Sieg. Auch Alex Albon stark unterwegs. Zwei Mercedes auf dem Podium.
von Robert Seiwert
DTM 2021 Monza: Samstagsrennen als Zusammenfassung: (02:56 Min.)

Die DTM ist in Monza genau 222 Tage seit dem letzten Rennen in die mit Spannung erwartete Saison 2021 gestartet. Beim ersten Auftritt mit GT3-Autos hatte überaschenderweise Liam Lawson die Nase vorn. Der Ferrari-Pilot triumphierte beim Heimrennen seines Teams AF Corse vor dem Mercedes-Duo Vincent Abril und Maximilian Götz. Für den italienischen Sportwagenbauer war es auf Anhieb der erste Sieg in der über 30-jährigen Geschichte der DTM.

Der 19-jährige DTM-Rookie Lawson hatte das Rennen vom siebten Startplatz aufgenommen und sich in der Folge kontinuierlich nach vorne gearbeitet. Als Pole-Setter Abril (HRT-Mercedes) in Runde 12 seinen Pflicht-Boxenstopp einlegte, übernahm Lawson die Führung und gab sie bis zum Ende des 50-minütigen Rennens nicht mehr ab.

"Ein toller Start in die Saison, das ist sehr speziell", freute sich der Neuseeländer. "Am Ende hatte ich ein paar Probleme, aber es hat gereicht. Im Qualifying haben wir nicht unsere wahre Pace gezeigt. Im Rennen war das Auto dann gut. Morgen im Qualifying müssen wir noch etwas nachlegen."

Ferrari bei Boxenstopps unheimlich schnell

Nachdem Mercedes mit vier AMG-GT3 an der Spitze das Qualifying am Vormittag dominiert hatte, schlugen die Ferrari im Rennen zurück. Mit Alex Albon schaffte es hinter Teamkollege Lawson auch der zweite Fahrer mit einem 488 GT3 in die Top-4. Stark: Der frühere Formel-1-Pilot hatte das Rennen bei hochsommerlichen Temperaturen nur von Startplatz zwölf begonnen.

Vor allem bei den Boxenstopps zeigte sich die Ferrari-Werksmannschaft AF Corse blitzschnell: Kein anderer Fahrer war beim Reifenwechsel schneller als Albon (34,679 Sekunden), während es mit Lawson (35,582) nur einem weiteren Fahrer gelang, beim Pitstop unter der 36-Sekunden-Marke zu bleiben.

Götz legte den Grundstein für seinen ersten DTM-Podestplatz bei der Rückkehr in die Serie beim Start von Platz vier, als er früh Vordermann Lucas Auer überholte. Götz: "Ich bin von Platz vier losgefahren und habe Lucas in der ersten Kurve geholt. Dabei kam es zu einer leichten Berührung. Wir wollten eigentlich ein bisschen früher stoppen, haben am Ende aber noch mal aufgeholt."

Daniel Juncadella (GruppeM-Mercedes), der von P2 gestartet war, überquerte die Ziellinie als Fünfter. Wegen einer vorangegangenen Kollision mit Nico Müller (Rosberg-Audi) kassierte der DTM-Rückkehrer eine 5-Sekunden-Zeitstrafe. Die beiden Audi-Piloten Kelvin van der Linde (Abt) und Nico Müller (Rosberg) sowie Paffett-Ersatzmann Maxi Buhk (Mücke-Mercedes) nach einem sehr späten Boxenstopp komplettierten die Top-8.

BMW hinten - Fragezeichen hinter BoP

Als bestplatzierter BMW-Pilot lief Marco Wittmann (Walkenhorst) auf dem zehnten Platz ins Ziel ein. Zwischen dem Qualifying und dem Rennstart hatte die DTM Änderungen an der Balance of Performance vorgenommen. Die Einstufung wurden vom Serienbetreiber allerdings bewusst und trotz Nachfrage nicht in der Öffentlichkeit kommuniziert.

Die beiden Damen im Starterfeld, Esmee Hawkey (T3-Lamborghini) und Sophia Flörsch (Abt-Audi) beendeten das Rennen auf den Plätzen 15 und 16. "Ich bin noch nicht da, wo ich sein will", sagte die Münchnerin. "Es ist aber wichtig, Erfahrungen zu sammeln. Ich glaube, dass ich ein bisschen zu spät an die Box gekommen bin, aber die Pace am Ende war gut."

Zwei Ausfälle beim Saisonstart in Monza

Zwei der 19 Fahrer sahen die Zielflagge nicht. DTM-Rookie Philip Ellis (Winward-Mercedes) fiel wegen eines technischen Problems schon in der ersten Runde aus. Der US-Amerikaner Dev Gore (Rosberg-Audi) fiel nach einem Kontakt mit Hintermann Timo Glock ebenfalls vorzeitig aus.

Das zweite Rennen beim DTM-Saisonstart in Monza beginnt am Sonntag um 13:30 Uhr (live bei Sat.1 im TV). Zuvor steht das Qualifying um 10:00 Uhr an, das über die Startaufstellung für das zweite Rennen an diesem Wochenende entscheidet.

DTM-Saisonstart Monza: So lief das Rennen am Samstag

Die Startaufstellung: Vincent Abril sicherte sich trotz eines Eichhörnchen-Vorfalls die erste Pole Position der DTM-Saison 2021. Der Rookie aus dem HRT-Team führte ein Trio von drei weiteren Mercedes-AMG GT3 mit Daniel Juncadella, Lucas Auer und Maximilian Götz an. Bestplatzierter Nicht-Mercedes war Esteban Muth (T3-Lamborghibi) auf P5. Liam Lawson (AF Corse Ferrari) folgte auf dem siebten Startplatz, Nico Müller (Rosberg) im bestplatzierten Audi kam nicht über Platz acht hinaus. Hinter den drei BMW von Marco Wittmann, Sheldon van der Linde und Timo Glock landeten Audis DTM-Novizen Dev Gore und Sophia Flörsch auf den Plätzen 18 und 19. Esmee Hawkey (T3-Lamborghini), die zweite Frau im DTM-Starterfeld, wurde überraschend Zwölfte.

Das Wetter: Hochsommerliche Temperaturen im Königlichen Park zu Monza! Zum Rennstart um 13:30 Uhr wurden die Teams und Fahrer mit Temperaturen von rund 30 Grad konfrontiert. Streckentemperaturen von 42 Grad sorgten für eine zusätzliche Herausforderung mit Blick auf das Reifen-Management. Am Freitag war der Asphalt sogar bis zu 50 Grad heiß.

Der Start: Im Gegensatz zu alten DTM-Zeiten, erfolgte der Start fliegend hinter dem Safety Car. Pole-Setter Vincent Abril setzte sich in der ersten Kurve gegen Verfolger Daniel Juncadella durch. Dahinter setzte sich Maximilian Götz gegen seinen Mercedes-Markenkollegen Lucas Auer durch und übernahm die dritte Position. Rookie Esteban Muth wurde mit seinem T3-Lamborghini von P5 bis auf Platz zehn durchgereicht. Sophia Flörsch gab nach einem kurzen Ausritt von Timo Glock kurzzeitig die rote Laterne ab, bevor der BMW-Pilot wieder den 18. Platz übernahm.

Die Boxenstopps: In Runde 5 bogen mit Nico Müller (von P6), Audi-Markenkollege Mike Rockenfeller und Esmee Hawkey die ersten drei Piloten in die Boxengasse zum Reifenwechsel ab. Mit Kelvin van der Linde und Esteban Muth (Runde 7) folgten zwei weitere Audi/Lamborghini-Fahrer zu einem recht frühen Zeitpunkt. Auch Sheldon van der Linde legte in Runde 7 mit seinem ROWE-BMW den Pflicht-Boxenstopp ein.

Ärger an der Winward-Box in Runde 9: Beim Mercedes von Lucas Auer, der als Viertplatzierter in die Boxengasse abgebogen war, klemmte ein Rad. Das kostete den Österreicher viel Zeit, während auch Marco Wittmann bei seinem Walkenhorst-BMW neue Reifen aufziehen ließ. Mit Liam Lawson legte in Runde 10 zum ersten Mal in der DTM-Geschichte ein Ferrari einen Boxenstopp ein. AF-Corse-Teamkollege Alex Albon folgte einen Umlauf später.

Der zu diesem Zeitpunkt Führende Vincent Abril holte sich in Runde 12 einen neuen Satz Michelin-Reifen ab und ordnete sich bei der Rückkehr auf die Strecke auf dem achtem Platz hinter Liawm Lawson ein. Mercedes-Markenkollege Daniel Juncadella folgte in Runde 13, verlor beim Reifenwechsel aber mehr Zeit als nötig. Maximilian Götz auf Podestkurs und Timo Glock (ROWE-BMW) kamen im darauffolgenden Umlauf rein.

Erst in Runde 20 stoppte Arjun Maini mit seinem GetSpeed-Mercedes, nachdem er eine Weile das Feld angeführt hatte. Zu diesem Zeitpunkt warten nur noch Maxi Buhk (Mücke-Mercedes) und Sophia Flörsch (Abt-Audi) auf ihren Startreifen unterwegs.

Die Zwischenfälle: Schreckmoment bei Kelvin van der Linde während seines Pflicht-Boxenstopps in Runde 7! Der Audi-Pilot musste auf dem Weg zur Abt-Box den direkt davorstehenden Mechanikern des ROWE-Teams ausweichen. "Wir müssen da besser kommunizieren", ärgerte sich der Südafrikaner am Teamfunk.

In Runde 16 wurde es eng zwischen Nico Müller und Alex Albon beim Zweikampf um den siebten Platz. Der Audi und der Ferrari kamen sich gefährlich nahe - so nahe, dass Müller anschließend ohne Seitenspiegel weiterfahren musste. Und es wurde nicht besser für Müller: Der Audi-Pilot wurde auf P8 liegend von Daniel Juncadella (5-Sekunden-Zeitstrafe) auf der Strecke gedreht und fiel auf den zehnten Rang zurück.

Die Ausfälle: Philip Ellis markierte den ersten Ausfall der DTM-Saison 2021. Der Mercedes-Winward-Pilot fiel wegen eines technischen Problems schon in der ersten Runde aus. In Runde 3 erwischte es DTM-Rookie Dev Gore (Rosberg-Audi), der nach einem Treffer von Timo Glock ins Kiesbett befördert wurde und das Rennen vorzeitig beenden musste. Für die Kollision kassierte der BMW-Pilot eine 5-Sekunden-Boxenstopp-Strafe.


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