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DTM

DTM Assen: Robin Frijns führt Audis Fünffachsieg am Samstag an

Robin Frijns gewinnt beim Heimspiel in den Niederlanden sein erstes DTM-Rennen. Rene Rast verpasst das Podium. Robert Kubica holt ersten Punkt.
von Robert Seiwert
DTM 2020 Assen, Rennen 1: Zusammenfassung und Highlights: (03:38 Min.)

Das im Vorfeld befürchtete Reifen-Gemetzel blieb beim Samstagsrennen in Assen komplett aus - stattdessen setzten sich die Audi-Festspiele in der DTM fort. Nach der Sechsfach-Pole am Vormittag legte der Autobauer aus Ingolstadt mit einem zu jeder Zeit ungefährdeten Fünffach-Sieg nach. Damit fuhren zum dritten Mal im siebten Saisonrennen 2020 fünf Audi-Fahrer auf die vorderen Plätze.

Das erste von zwei Rennen an diesem Wochenende auf dem TT Circuit Assen gewann Robin Frijns. Ausgerechnet beim Heimspiel in den Niederlanden erzielte der Audi-Pilot seinen ersten Sieg im 45. DTM-Rennen.

Frijns überquerte die Ziellinie mit einer halben Sekunde Vorsprung vor Pole-Setter Loic Duval. Der Franzose fuhr ebenfalls lange in Richtung seines ersten DTM-Sieges, musste sich in der 30. von 36 Rennrunden aber geschlagen geben.

Titelanwärter Nico Müller komplettierte das Podium als Dritter. Der von Platz drei gestartete Schweizer setzte sich in der Boxenstoppphase gegen Dauerrivale Rene Rast durch, der sich nach P6 im Qualifying und einem starken Start mit dem fünften Platz hinter Mike Rockenfeller begnügen musste.

Bestplatzierter BMW-Fahrer war Jonathan Aberdein auf dem sechsten Platz. Dem Neuzugang fehlten beim Zieleinlauf mehr als 26 Sekunden auf Rennsieger Frijns. Einziger Lichtblick bei der nächsten Kollektiv-Klatsche für BMW: Robert Kubica, der das Rennen von P15 aufgenommen hatte, erzielte als Zehnter seinen ersten Punkt im siebten DTM-Rennen.

Das Samstagsrennen begann kurios und mit einem Rennabbruch. Jamie Green kam mit seinem Audi vor der Formationsrunde nicht vom Fleck und musste von der Strecke geschoben werden. Dieser Vorgang dauerte derart lange, dass die Rennleitung eine weitere Formationsrunde anordnete. Dadurch verringerte sich die Renndauer auf 52 statt 55 Minuten plus einer Runde. Nach Reparaturarbeiten in der Rosberg-Box nahm Green das Rennen mit einigen Runden Rückstand auf.

DTM 2020: Fahrer-Meisterschaft nach 7/18 Rennen (Top-5)

Position Fahrer Hersteller Punkte
1 Nico Müller Audi 149
2 Robin Frijns Audi 119
3 Rene Rast Audi 107
4 Loic Duval Audi 57
5 Timo Glock BMW 54

DTM 2020: Hersteller-Meisterschaft nach 7/18 Rennen

Position Hersteller Punkte
1 Audi 482
2 BMW 201

DTM Assen: So lief das Rennen am Samstag

Die Startaufstellung: Saisonübergreifend sicherte sich Audi zum 13. Mal in Folge die Pole Position in der DTM. In Assen fügten die Ingolstädter der Konkurrenz von BMW die nächste Quali-Klatsche zu: Loic Duval führte ein Audi-Sextett auf den Spitzenplätzen an. Nico Müller startete hinter dem Franzosen und Lokalmatador Robin Frijns vom dritten Platz. Rene Rast kam nicht über P6 hinaus, nachdem ihm die letzte schnelle Runde aberkannt worden war. Bestplatzierter BMW-Fahrer war Lucas Auer als Siebter mit mehr als einer halben Sekunde Rückstand.

Das Wetter: Nach dem Qualifying am Vormittag sorgte ein zwischenzeitlicher Regenschauer für zusätzliche Spannung. Bis kurz vor dem Rennstart war nicht klar, ob die Streckenverhältnisse den Einsatz von Slick-Reifen zulassen würden. Letztendlich entschieden sich alle Teams für den Start auf Slick-Reifen. Der zu Jahresbeginn neu asphaltierte Streckenbeleg trocknete bei sonnigen Bedingungen zügig auf, trotzdem waren einige feuchte Bereiche zu Beginn zu sehen.

Der Start: Auf feuchter Strecke und mit kalten Slick-Reifen behauptete Loic Duval die Pole Position. Dahinter schnellte Ferdinand Habsburg vom vierten bis auf den zweiten Platz nach vorne. In der zweiten Runde verlor der Österreicher die Position wieder an Audi-Markenkollege Robin Frijns. Rene Rast erwischte von P6 ebenfalls einen guten Start und machte im Verlauf der ersten Runde zwei Plätze gut. Nach Überholmanövern gegen die Audis von Mike Rockenfeller und Nico Müller fuhr der amtierende Meister auf dem vierten Platz.

Die Boxenstopps: In Runde 14 bogen die BMW-Fahrer Philipp Eng, Timo Glock und Lucas Auer als erste Fahrer zum Reifenwechsel in die Boxengasse ab. Mit WRT-Rookie Harrison Newey absolvierte auch ein Audi-Fahrer seinen Pflicht-Boxenstopp.

Der Führende Loic Duval ließ in der 16. Runde einen frischen Reifensatz aufziehen. Nico Müller und Rene Rast kamen einen Umlauf später an die Box. Bei Rast klemmte ein Rad, Müller fuhr mit stark durchdrehenden Reifen aus seiner Startbox und wäre beinahe mit Rast kollidiert. Die Rennleitung beließ den Vorfall auf sich beruhen, Müller kehrte vor Rast zurück auf die Strecke.

Lokalmatador Robin Frijns absolvierte seinen Pflicht-Reifenwechsel auf die Hankook-Slicks in Runde 17. Der Niederländer ordnete sich nach der Rückkehr auf die Strecke hinter Duval und vor Müller sowie Frijns ein. Mike Rockenfeller steuerte in Runde 23 als letzter Fahrer aus der Spitzengruppe die Boxengasse an.

Die Zwischenfälle: In Runde 4 versuchte Fabio Scherer in der langsamen Strubben-Kurve ein Überholmanöver gegen den Zehntplatzierten Marco Wittmann. Dabei drehte DTM-Rookie Scherer den BMW-Piloten um und kassierte eine Durchfahrtsstrafe. Wittmann fiel auf den 14. Platz zurück. Kurz zuvor musste Scherer seinen Platz nach Anordnung der Rennleitung wegen Abdrängens an Sheldon van der Linde abgeben. Im Qualifying am Vormittag kassierte Scherer bereits fünf Strafplätze in der Startaufstellung, weil er Robert Kubica von der Strecke gedrängt hatte, anschließend wurde der Schweizer auch noch wegen unerlaubter Arbeiten am Fahrzeug unter Parc Fermé vom Qualifying disqualifiziert.

Die Ausfälle: Pech für Jamie Green: Der Audi-Veteran kam schon bei der Formationsrunde nicht vom Fleck und musste von Teammitgliedern von der Strecke geschoben werden. Der Rennstart musste abgebrochen werden, weil es nicht gelang, das Auto rechtzeitig von der Strecke zu entfernen. Das führte zu einer weiteren Einführungsrunde und zu einer Verringerung der Renndistanz auf 52 statt 55 Minuten plus einer Runde. Mit vielen Runden Rückstand nahm Green das Rennen verspätet auf.


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