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DTM

DTM Lausitzring 2020: Rene Rast gewinnt Samstagsrennen

Rene Rast gewinnt das spektakuläre DTM-Samstagsrennen auf dem Lausitzring vor Nico Müller. Spannung durch Regen - Audi setzt Dominanz fort.
von Robert Seiwert
DTM Lausitzring 2020 Rennen 1: Highlights und Zusammenfassung: (04:10 Min.)

Überhol-Spektakel und Spannung bis zum Schluss auf dem Lausitzring: Rene Rast hat das Samstagsrennen der DTM beim dritten Rennwochenende der Saison 2020 gewonnen. Der zweifache und amtierende Champion erzielte seinen zweiten Saisonsieg nach dem Triumph in der Vorwoche auf dem Sprintkurs des Lausitzrings. Auf der längeren Grand-Prix-Variante machte Rast seinen 19. Sieg im 63. DTM-Rennen nach einem packenden Schlussspurt perfekt. "Ein verrücktes Rennen", sagte der 33-Jährige.

Rast luchste seinem Audi-Markenkollegen Robin Frijns im letzten Renndrittel die Führung ab und überquerte die Ziellinie am Ende mit 1,9 Sekunden Vorsprung vor Nico Müller. Der Meisterschaftsführende aus der Schweiz setzte sich in den Schlussminuten ebenfalls gegen den Niederländer durch, der eine ganze Weile in Richtung seines ersten Sieges in der Tourenwagenserie steuerte.

Müller betrieb mit dem zweiten Platz Schadensbegrenzung auf höchstem Niveau. Der Schweizer startete auf Regenreifen erstmals in dieser Saison von der Pole Position. In der heißen Phase der Boxenstopps blieb Müller jedoch zwei Runden länger auf der Strecke als seine Siegrivalen und fiel zwischenzeitlich bis auf den fünften Platz zurück.

Müller kämpfte sich in der zweiten Rennhälfte an Philipp Eng und Marco Wittmann vorbei, die mit ihren BMW ein weiteres Mal keine echte Konkurrenz für die starken Audis darstellten. Hinter dem dominanten Audi-Trio Rast/Müller/Frijns überquerte Timo Glock (von Startplatz 14) die Ziellinie als bestplatzierter BMW-Fahrer auf dem vierten Rang.

"Ich hatte am Anfang auf den Regenreifen einen Fehler und dadurch einen relativ großen Abstand zu Nico", sagte Rast. "Ich wusste, dass ich das Rennen drehen kann, weil die Strecke immer trockener wurde. Es ging darum, im richtigen Moment zu stoppen. Ich kam vor Nico raus, aber die Flucht nach vorne zu ergreifen und gleichzeitig die Reifen richtig zu managen, war nicht einfach."

Müller: "Am Anfang war die Pace im Nassen gut. Am Ende auch mit den Slicks, aber um Plätze gutzumachen, musste ich so stark pushen, dass ich in den letzten fünf Runden keine Reifen mehr hatte."

Der zweifache DTM-Champion Wittmann sicherte sich mit dem fünften Platz weitere Punkte. Mike Rockenfeller und Loic Duval in ihren Audis sowie Philipp Eng (BMW) komplettierten die Top-8. In einem durchweg spannenden Rennen mit zahlreichen Überholmanövern kam DTM-Rookie Robert Kubica, der von P12 gestartet war, nicht über den letzten Platz hinaus.

Die Fahrer-Meisterschaft nach 5/18 Rennen (Top-5)

Position Fahrer Hersteller Punkte
1 Nico Müller Audi 121
2 Rene Rast Audi 88
3 Robin Frijns Audi 74
4 Mike Rockenfeller Audi 40
5 Marco Wittmann BMW 38

Die Hersteller-Meisterschaft nach 5/18 Rennen (Top-5)

Position Hersteller Punkte
1 Audi 355
2 BMW 135

DTM Lausitzring: So lief das Rennen am Samstag

Die Startaufstellung: Nico Müller startete zum ersten Mal in dieser Saison aus der ersten Reihe und erstmals von der Pole Position. Rene Rast erzielte mit Startplatz zwei nach der Pole in Spa sein bestes Qualifying-Ergebnis 2020. Mit dem dreifachen Pole-Setter Robin Frijns und Mike Rockenfeller besetzten vier Audi-Fahrer die ersten beiden Startreihen. Bestplatzierter BMW-Fahrer mit einem Rückstand von rund einer halben Sekunde war Marco Wittmann auf Platz fünf. Durch nachträgliche Strafen für die WRT-Fahrer Ferdinand Habsburg und Harrison Newey rückte Robert Kubica mit seinem Privat-BMW auf den zwölften Platz nach vorne.

Das Wetter: Das Rennen begann nach dem zuvor nassen Qualifying unter feuchten Bedingungen. Alle Fahrer starteten auf den Hankook-Regenreifen. Zur Mittagszeit herrschten 19 Grad auf dem Lausitzring, womit das fünfte Rennen der Saison unter den bis dato kältesten Verhältnissen über die Bühne ging. Beim DTM-Lauf vor einer Woche auf dem EuroSpeedway herrschten Außentemperaturen von mehr als 30 Grad.

Der Start: Nico Müller erwischte von der Pole einen ordentlichen Start, musste sich in den ersten Kurven aber gegen Abt-Teamkollege Robin Frijns verteidigen. Der Niederländer kam direkt am Start an Rene Rast vorbei, der nicht vom Fleck kam und auf den fünften Platz zurückfiel. Philipp Eng gelang von P7 ein Raketenstart, der BMW-Pilot verbesserte sich - wie vor einer Woche Markenkollege Marco Wittmann - bis auf die dritte Position. Ferdinand Habsburg machte innerhalb der ersten Runde sieben Plätze gut bis auf P7, während Jonathan Aberdein und Robert Kubica fünf beziehungsweise vier Positionen einbüßten.

Die Boxenstopps: Die WRT-Rookies Fabio Scherer und Harrison Newey sowie Sheldon van der Linde legten in den Runden 9 und 10 ihre Pflicht-Boxenstopp ein und wechselten von Regen- auf Slick-Reifen, die per Reglement nicht vorgeheizt werden dürfen. Scherer fuhr nach seiner Outlap direkt neue Bestzeit - das Signal für den Rest des Feldes, auf die schnelleren Slicks zu wechseln.

Timo Glock und Robert Kubica steuerten in Runde 11 die Boxengasse an. Philipp Eng, Marco Wittmann und Ferdinand Habsburg folgten einen Umlauf später. In Runde 13 folgten Robin Frijns, Rene Rast, Mike Rockenfeller und Lucas Auer.

Erst in Runde 14 ließen Spitzreiter Nico Müller, Loic Duval und Jonathan Aberdein als letzte Fahrer die Slick-Bereifung aufziehen. Müller fiel in der nächsten Runde hinter Frijns, Eng und Wittmann auf den vierten Platz zurück. In Runde 16 konnte sich der Schweizer auch gegen Rast nicht wehren und büßte eine weitere Position ein.

Die Zwischenfälle: In der dritten Runde kam Philipp Eng auf Platz drei liegend leicht von der Strecke ab und musste mit einem Rad durchs Gras fahren. Den Ausrutscher nutzten sofort Rene Rast und Marco Wittmann aus und überholten den Österreicher. In Runde 10 verlor Rast kurzzeitig die Kontrolle über seinen Audi und kam in Kurve 10 von der Strecke ab. Wittmann nutzte dies für einen weiteren Positionsgewinn auf P3 hinter dem enteilten Führungsduo Müller/Frijns.


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