DTM

Formel E statt DTM: ABT-Piloten Frijns und Müller starten nicht

Robin Frijns und Nico Müller werden nicht beim Dream Race der DTM und der japanischen Super GT antreten. Die Hintergründe dieser Entscheidung.
von Robert Seiwert & Arno Wester

Motorsport-Magazin.com - Die beiden Audi-Werksfahrer Robin Frijns und Nico Müller, die in der DTM-Saison 2019 für das Audi Sport Team Abt Sportsline an den Start gehen, müssen aus vertraglichen Gründen auf einen möglichen Einsatz beim gemeinsamen "Dream Race" der DTM und der japanischen Super-GT-Meisterschaft am 23. und 24. November in Fuji (Japan) verzichten.

Hintergrund dieser Entscheidung ist die Tatsache, dass fast zeitgleich am 22. und 23. November in Ad Diriyah nahe Riad der Saisonauftakt der sechsten Saison der FIA Formel E-Meisterschaft 2019/2020 über die Bühne geht. In Saudi-Arabien startet Frijns wie schon in der fünften Formel-E-Saison für das Audi-Kundenteam Virgin Racing. Und Müller feiert seine Premiere in der Elektrorennserie im US-Team Dragon Racing von Jay Penske. Für den Schweizer hat laut seines Vertrages zwar die DTM Priorität, das gilt allerdings nur für offizielle Wertungsläufe. Das "Dream Race" in Fuji ist ein Showrennen.

"Am liebsten hätten wir natürlich alle unsere Fahrer mit nach Japan genommen", sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. "Aber das war schon wegen des zeitgleichen Saisonstarts der Formel E nicht möglich. Es freut mich sehr, dass alle drei Audi Sport Teams in Fuji am Start sein werden und es auch unserem Kundenteam WRT gelungen ist, den Einsatz in Japan zu realisieren." Neben dem zweimaligen DTM-Champions René Rast sowie seinem Vorgänger Mike Rockenfeller kommen in Loïc Duval und Benoît Tréluyer noch zwei ausgewiesene Japan-Experten am Fuße des berühmten Mount Fuji für die "Herren der vier Ringe" zum Einsatz.

Rast fährt wie gewohnt einen Audi RS 5 DTM im Audi Sport Team Rosberg. "Ich war noch nie in Japan und bin gespannt, was dort auf uns zukommt - das wird mit Sicherheit ein cooler Event", meint der gebürtige Mindener, der den Fuji-Kurs bereits im Simulator ausprobiert hat. "Die Strecke hat eine brutal lange Gerade. Speziell im letzten Teil ist sie sehr technisch. Die Kurvenradien sind alle sehr lang. Das wird interessant, vor allem das Thema Reifenverschleiß."

Mike Rockenfeller kehrt für die beiden Rennen in Fuji zum Audi Sport Team Abt Sportsline zurück, mit dem er 2011 in Zandvoort seinen ersten Sieg in der DTM feierte. "Ich kenne viele Mechaniker und Ingenieure des Teams sehr gut", sagt der DTM-Champion 2013. "Ich freue mich generell darauf, in Japan zu fahren. Das habe ich in meiner Karriere noch nicht gemacht. Ich habe viel Gutes über das Land, die Rennserie und die Fankultur dort gehört."

Für das Audi Sport Team Phoenix startet wie in der DTM Loïc Duval. Der Franzose verbrachte sieben Jahre seiner Karriere in Japan, lebte in Tokio, gewann 2010 den Super-GT-Titel und hat noch heute viele Fans in Japan. "Ich hatte dort eine fantastische Zeit und freue mich darauf, wieder in Japan zu fahren", versichert Duval, der "Rocky" und den anderen Audi-Fahrern die Kultur und das Racing im "Land der aufgehenden Sonne" ein wenig näherbringen möchte. Es wird auch großartig, meine Fans aus der Super GT und der Super Formula wiederzutreffen. Ich bin sicher, dass viele Menschen kommen werden, um die DTM-Autos und uns Fahrer zu sehen. Ich hoffe nur, dass das Wetter mitspielt - das ist im November in Fuji ein kleiner Risikofaktor."

In Japan ähnlich populär wie Duval ist Benoît Tréluyer, der mit Unterstützung des japanischen Audi-Importeurs und Hitotsuyama Racing für das Kundenteam WRT Team Audi Sport startet. Der Franzose gewann 2001 mit Dome Project überlegen (14 Poles, 16 Siege und 19 Podien in 20 Rennen) die Japanische Formel-3-Meisterschaft, 2006 den Titel in der Formel Nippon und zwei Jahre später (2008) gemeinsam mit Partner Satoshi Motoyama und dem NISMO-Team auch den Titel in der Super-GT-Meisterschaft.

"Mit dem Einsatz in Fuji geht für mich ein Traum in Erfüllung", freut sich der dreimalige Le-Mans-Sieger und Langstrecken-Weltmeister. "Es kommen jene beiden Elemente zusammen, denen ich die größten Erfolge meiner Karriere zu verdanken habe: Japan und Audi. Natürlich wird es nach drei Jahren mit nur wenigen Renneinsätzen nicht leicht für mich. Aber ich werde mein Bestes geben und hoffe, WRT, Audi und meine japanischen Fans nicht zu enttäuschen."

Beim "Dream Race" in Japan tritt Audi mit seinen Class-1-Rennwagen gegen Werksteams von BMW, Honda, Lexus und Nissan an. Geplant sind beim Kräftemessen der besten Teams aus Asien und Europa zwei Rennen im DTM-Format.


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