DTM

DTM-Zukunft: Neuer Serienname zusammen mit Hybrid 2022?

Die DTM plant seit längerer Zeit, der Serie einen neuen Namen zu verpassen. Bis dahin könnte noch etwas Zeit vergehen. Außerdem: Neues zum Kalender 2020.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Die DTM-Saison 2019 geht in die heiße Phase - der Blick aber schon weiter nach vorne. Am Rande des Rennwochenendes auf dem Lausitzring machten Berichte die Runde, dass die Tourenwagenserie für 2021 eine Änderung ihres Namens anpeilt. Das ist an sich nichts Neues - und so fix wie mancherorts angenommen ebenfalls nicht.

"Das Thema ist für 2021 angepeilt, aber es ist überhaupt noch nichts entschieden", sagt DTM-Boss Gerhard Berger an diesem Samstag auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com. "Das ist ein Prozess, an dem wir arbeiten müssen. Und irgendwann legen wir fest: Wenn ja, wie und wann?"

Die in einer am 11. Oktober 2018 via Pressemitteilung angepeilte Anpassung des Seriennamens zur Saison 2020 ist ohnehin vom Tisch. Dieser Zeitpunkt käme zu früh, wegen der frühzeitig beginnenden Kartenvorverkäufe und vor allem wegen der durchaus sensiblen Thematik. Die DTM verfügt schließlich über eine große Geschichte, an diesem Sonntag auf dem Lausitzring steigt das 500. Rennen seit 1984.

Ob der Name zur Saison 2021 mit Blick auf die vorangetriebene Internationalisierung angepasst wird, ist noch nicht entschieden. Denn: Eine alleinige Änderung des Seriennamens soll es nicht geben. Vielmehr besteht der Wunsch darin, zusammen mit einer einschneidenden Änderung - etwa der geplanten Einführung der Hybrid-Motoren oder einem verstärkten Auftritt im Ausland - das Produkt umzubenennen.

Hybrid-Autos: 2021 Tests, 2022 Rennen

Berger zur angepeilten Hybridisierung, die seit längerer Zeit diskutiert wird: "Wir sind dabei, das technische Lastenheft zu erarbeiten. Wir befinden uns im letzten Drittel, es schaut ganz gut aus. Das ist ein Thema für 2022." Vorgesehen seien Testfahrten im Jahr 2021, bevor die Hybrid-Tourenwagen ein Jahr darauf ihre Rennpremiere geben sollen - möglicherweise in Verbindung mit einem neuen Seriennamen.

Audi, BMW und Neueinsteiger Aston Martin begrüßen grundsätzlich eine Änderung des Namens, sind sich der Sensibilität dieses Themas aber bewusst. Sie wissen: Es gibt nicht nur Fürsprecher. Kritiker sagen, dass der Name 'DTM' derart bekannt ist, dass auch internationale Hersteller von der Bekanntheit der Serie - insbesondere mit Blick auf die reiche Historie - profitieren wollen.

500 DTM-Rennen: Erinnerungen von Schneider bis Stuck: (03:06 Min.)

Aufrecht: Namensänderung keine gute Idee

So sagt etwa der frühere ITR-Chef und Bergers Vorgänger, Hans Werner Aufrecht, zu Beginn des Jahres zu Motorsport-Magazin.com: "Ich halte diese Entscheidung für keine gute Idee. Der Name 'DTM' ist weltweit ein signifikanter Begriff, der seit fast vier Jahrzehnten für Tourenwagensport auf höchstem Niveau steht."

Auch die nähere Zukunft der DTM ist hinter den Kulissen derzeit ein großes Thema. Etwa der zum Saisonende auslaufende Vertrag mit TV-Partner Sat.1. Ob der private Sender auch 2020 die Rennen im Fernsehen überträgt, ist aktuell nicht sicher. Berger ist jedoch guter Dinge: "Es gibt eine Priorität und das sind unsere Partner. Gas gilt bei allen Partnerschaften, die gut funktionieren. Da gehört Sat.1 dazu. Gleichzeitig schaut man auch nach links und nach rechts."

Früherer Saisonstart 2020?

Auch in Sachen Rennkalender 2020 laufen die Planungen auf Hochtouren. Neun Veranstaltungen sollen es bleiben, möglicherweise mit einer anderen Verteilung: vier Rennen in Deutschland, fünf im europäischen Ausland. Der bisher traditionelle Saisonauftakt sowie das Finale auf dem Hockenheimring sind nicht gesetzt. "Uns ist die Internationalität wichtiger", sagt Berger.

Zudem steht - die Diskussion gab es schon mehrfach in den vergangenen Jahren - ein früherer Saisonstart als bisher im Mai zur Debatte. Berger bestätigt: "Wir werden vielleicht ein bisschen früher anfangen und dadurch die Sommerpause ein bisschen ausbreiten. Das ist ein Gedanke." Der Grund dafür sind vor allem die TV-Quoten, die während der Sommerferien oftmals nicht die gewünschten Werte erzielen.


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