DTM

Audi hat gute Erinnerungen im Gepäck

Anstelle des ersten Rennens in Russland, findet der nächste DTM-Lauf im tschechischen Brünn statt, wo Audi im letzten Jahr seinen Titelgewinn besiegeln konnte.
von Stephan Heublein

Motorsport-Magazin.com - Im vergangenen September sicherte sich Audi Pilot Mattias Ekström in Brünn mit einem überlegenen Sieg vorzeitig den DTM-Titel. Knapp neun Monate später kehrt Audi an den Ort des Triumphes zurück: Der tschechische Grand Prix-Kurs ist am Sonntag (5. Juni) Schauplatz des vierten Laufs der populärsten Tourenwagen-Serie Europas. Die Ausgangslage vor dem Rennen in Brünn könnte brisanter kaum sein: Die ersten Vier der Tabelle – darunter Titelverteidiger Mattias Ekström – liegen innerhalb von zwei Punkten. Nur drei weitere Zähler Rückstand hat Audi Pilot Tom Kristensen, der im vergangenen Jahr in Brünn mit Platz zwei einen Audi Doppelsieg perfekt machte.

Aufgrund der vielen lang gezogenen Kurven ist der Reifenverschleiß in Brünn höher als auf jeder anderen DTM-Strecke. Eine perfekte Fahrwerksabstimmung spielt eine entscheidende Rolle. Daten, die Mattias Ekström und Tom Kristensen (beide Audi Sport Team Abt Sportsline) bei Testfahrten auf dem EuroSpeedway mit dem neuen Audi A4 DTM sammelten, sind daher besonders wertvoll – denn beide greifen in Brünn nach der Tabellenspitze.

Das Audi Sport Team Joest kann für seine Vorjahresautos auf die Werte aus der vergangenen Saison zurückgreifen – und die belegen, dass sich der Audi A4 DTM auf der kurvenreichen Strecke in Brünn besonders wohl fühlte. Das Fahrzeug von Christian Abt, das in Spa durch ein Feuer stark in Mitleidenschaft gezogen worden war, wurde von der Joest-Mannschaft komplett zerlegt und wieder neu aufgebaut.

Mattias Ekström (Audi Sport Team Abt Sportsline #1):
Es ist schön, an den Ort zurückzukehren, an dem ich im vergangenen Jahr mit einem Sieg im Rennen den DTM-Titel geholt habe. Ich habe viele schöne Erinnerungen und hoffe, dass wir daran anknüpfen können. Ich weiß aber auch, wie extrem eng es in der DTM zugeht. Umso wichtiger waren die Testfahrten. Es ging darum, die entscheidenden Hundertstel und Zehntel zu finden.

Martin Tomczyk (Audi Sport Team Abt Sportsline #2):
Ich freue mich auf Brünn, denn ich kam mit der Strecke im vergangenen Jahr gut zurecht. Ich wurde zwar im Rennen an zweiter Stelle liegend umgedreht und musste aufgeben, doch das war zweitrangig, weil Mattias Meister wurde. Nachdem ich in diesem Jahr in den ersten beiden Rennen viel Pech hatte, habe ich in Spa endlich Punkte geholt – das möchte ich auch in Brünn.

Tom Kristensen (Audi Sport Team Abt #5):
Ich bin sehr froh, dass Brünn wieder im DTM-Kalender ist, denn ich liebe diese Strecke. Es geht in Brünn bergauf und bergab, die langsamste Kurve wird im dritten Gang gefahren. Man braucht in den schnellen Kurven viel Abtrieb und eine gute Abstimmung. Der Reifenverschleiß ist hoch. Im letzten Jahr lief es sehr gut für Audi: Mattias hat den Titel geholt, ich wurde Zweiter.

Allan McNish (Audi Sport Team Abt #6):
Ich bin Ende der vergangenen Saison in Brünn das allererste Mal ein DTM-Auto gefahren. Es waren zwar nur wenige Runden, und es war nass und neblig. Trotzdem habe ich einen Eindruck bekommen – und der war sehr positiv. Brünn hat eine ähnliche Charakteristik wie Spa, auch wenn die Strecke nicht ganz so schnell ist. Audi war im letzten Jahr dort sehr stark, und unser neuer A4 wird immer besser. Ich selbst habe in Spa auch weitere Fortschritte gemacht und blicke daher zuversichtlich nach Brünn.

Christian Abt (Audi Sport Team Joest Racing #14):
Brünn ist eine super Rennstrecke, die allerdings bisher nicht so mein Ding war. Der Belag ist extrem Reifen mordend und hat wenig Grip, man rutscht ziemlich herum. Das macht mir persönlich nicht so viel Spaß. Trotzdem werde ich wie immer mein Bestes geben und versuchen, Punkte zu holen. Vielleicht ändert sich dadurch meine Einstellung zu Brünn...

Pierre Kaffer (Audi Sport Team Joest Racing #15):
Brünn ist eine tolle Rennstrecke, an die ich nur positive Erinnerungen habe – zum Beispiel an ein tolles Duell mit Nick Heidfeld 1995 in der Formel Ford. Unserem Vorjahres-A4 dürfte die Strecke wesentlich besser liegen als zuletzt Spa mit den langen Geraden. Mein Team wird mir wieder ein perfekt vorbereitetes Auto hinstellen – da kann eigentlich nichts mehr schief gehen...

Rinaldo Capello (Audi Sport Team Joest #18):
Ich kenne Brünn von einem Rennen im Supercup. Ich hoffe, dass ich endlich einmal ein problemfreies Wochenende habe und mich ganz auf das Fahren konzentrieren kann. Ich habe in diesem Jahr schon mehrmals angedeutet, dass ich konkurrenzfähig bin, wenn alles stimmt. Ich hoffe, dass ich nun genug Pech hatte und sich das Blatt für mich wendet.

Frank Stippler (Audi Sport Team Joest #19):
Brünn ist Neuland für mich, deshalb weiß ich nicht so richtig, was mich erwartet. Es soll dort ja ziemlich rauf und runter gehen, und das kenne ich von der Nordschleife, auf der ich groß geworden bin. Ich werde die Strecke am Donnerstag zu Fuß erkunden und mir vor allem die Einlenkpunkte und Randsteine ansehen. Am Freitag geht es dann darum, möglichst viel zu fahren.

Hans-Jürgen Abt (Teamchef Audi Sport Team Abt Sportsline):
Die etwas längere Pause zwischen Spa und Brünn hat unserer Mannschaft gut getan. Alle haben Kräfte gesammelt und sind voll motiviert. Wir haben uns gut vorbereitet und auf dem EuroSpeedway getestet. Im vergangenen Jahr haben wir in Brünn den Titel gewonnen – jetzt wollen wir die Tabellenführung.

Ralf Jüttner (Technischer Direktor Audi Sport Team Joest):
Brünn ist eine Strecke, die unserem A4 ganz gut liegen sollte. Auf der anderen Seite kennen sie die meisten unserer Fahrer noch nicht oder kaum. Für unsere DTM-Neulinge wird das nicht einfach, denn Brünn ist eine schwierige Strecke. Wir hoffen trotzdem darauf, nach dem etwas enttäuschenden Ergebnis von Spa dieses Mal wieder Punkte zu holen.

Dr. Wolfgang Ullrich (Audi Motorsportchef):
Mit Brünn und Oschersleben kommen nun zwei kurvenreiche Strecken, auf denen wir im vergangenen Jahr besonders stark waren und jeweils Doppelsiege erzielen konnten. Wir wissen, wie wichtig gerade bei diesen beiden Rennen eine perfekte Abstimmung ist. Daran haben wir am EuroSpeedway gearbeitet. Ich hoffe, dass wir in Brünn davon Früchte ernten können.


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