Motorsport-Magazin.com Plus
Dakar Rallye

Dakar 2022/Etappe 5: Lategan holt ersten Dakar-Sieg vor Loeb

Die 5. Etappe der Rallye Dakar endete mit dem Debütsieg von Henk Lategan. In der Gesamtwertung holte Loeb auf den Führenden Al-Attiyah durch Platz 2 auf.
von Stephan Vornbäumen

Motorsport-Magazin.com - Die fünfte Etappe der Rallye Dakar 2022 in Saudi Arabien gewann Henk Lategan im Toyota. Die starke Leistung vom gestrigen Tag wiederholte der Südafrikaner in eindrucksvoller Manier, allerdings mit glücklicherem Ende. Es war sein erster Tagessieg bei seiner zweiten Dakar-Teilnahme. Sebastien Loeb wurde Zweiter und konnte 2:43 Minuten auf den Gesamtführenden Nasser Al-Attiyah aufholen, der als Achter das Ziel in Riyadh erreichte.

Etappe 5 in Saudi Arabien - Foto: A.S.O

Etappe 5: Riyadh - Riyadh

(Prüfung: 421 km, Tagesdistanz: 637 km)

Die fünfte Etappe für die verbliebenen 88 Teilnehmer bildet die erste von zwei Schleifen um Riyadh. Motorräder und Autos starten zum ersten Mal zur gleichen Zeit, fahren dafür aber unterschiedlich Routen bei ihren Schleifen von und nach der Hauptstadt Saudi Arabiens. Die Autos fahren heute eine Wertungsprüfung über 421 Kilometern und die Mopeds über 345 Kilometer. Bei der folgenden sechsten Etappe, werden die Routen getauscht.

Für die Teams der Auto-Kategorie war es zeitlich ein um zwei Stunden früherer Start, als an den bisherigen Tagen. Um den Streckenverlauf wurde ein Geheimnis gemacht. Wie immer ist mit Sand, Steinen und Dünen zu rechnen. Sogenannte 'rollende Dünen' und steil abfallende Dünenabfahrten sind besondere, tückische Hindernisse, die zu bewältigen sind. Die Teams müssen acht Waypoints vor dem Ziel passieren.

Dakar 2022: So lief die 5. Etappe: (09:57 Min.)

Start/WP1/2: Frühe Führungen durch Seaidan und Lategan

Der Vortagessieger und Gesamtführende Nasser Al-Attiyah ging als erster Fahrer auf den Rundkurs um Riyadh. Die Top-10 der vierten Etappe startete mit dreiminütigem Abstand. Der Leader aus Katar verlor auf den ersten 40 Kilometern über eine Minute. Yasir Seaidan im Mini war der schnellste Fahrer am ersten Waypoint. Henk Lategan im Toyota sowie die beiden Audi-Piloten Carlos Sainz Senior und Sebastien Loeb waren die ersten Verfolger.

Der zweite Kontrollpunkt war nach 81 Kilometern erreicht. Erneut verlor der Leader viel Zeit. Seaidan lag plötzlich über acht Minuten hinter dem neuen Führenden Lategan. Der Südafrikaner legte also, wie am gestrigen Tag, einen Frühstart hin und führte mit sagenhaften 30 Sekunden Vorsprung. Die beiden Audi-Piloten Stephane Peterhansel und Mattias Ekström, sowie Orlando Terranova im Prodrive machten jeweils drei Plätze gut und übernahmen damit Rang zwei bis vier. Fünfter war Sainz vor Loeb. Al-Attiyah lag mit über drei Minuten Rückstand außerhalb den Top-10.

WP 3/4: Lategan erneut mit starker Leistung

Es dauerte etwas über eine Stunde Fahrtzeit, bis zur dritten Zeitmessung bei Kilometer 121. Lategan konnte seinen Vorsprung auf 70 Sekunden ausbauen. Neuer Zweiter war Ekström vor Terranova, Sainz und dem Fünften Mathieu Serradori im Century. Al-Attiyah und Loeb, die den Gesamtstand anführen, belegten zu diesem Zeitpunkt nur die Positionen 19 und 13 mit Rückständen von 6:59 und 4:42 Minuten auf Lategan.

Nach 159 absolvierten Kilometern lag Vorjahressieger Peterhansel plötzlich in Führung. Lategan hatte auf den letzten 48 Kilometern, bis zum vierten Waypoint, 1:36 Minuten virtuell auf den französischen Dakar-Rekordsieger verloren. Die Abstände zwischen dem Top-10-Teams lagen zu diesem Zeitpunkt innerhalb von nur fünf Minuten sehr dicht beisammen.

Peterhansel und Sainz bei Reparaturarbeiten - Foto: A.S.O

WP 5: Peterhansel hilft Sainz

Kurz nach dem fünften Waypoint blieb Sainz mit seinem Hybrid-Audi stehen. Die Probleme mit dem neuen Auto nehmen scheinbar kein Ende. Da sein Teamkollege Peterhansel den Gesamtsieg aus dem lezzten Jahr nicht wiederholen kann, stoppte er an, um Sainz zu helfen. Damit verzichtete der Franzose auch auf den möglichen Tagessieg. Dadurch lag Lategan wieder in Front vor Ekström. Von P7 auf P3 fuhr Serradori nach vorne. Der fast unauffällige Gesamtfünfte Lucio Alvarez im Toyota machte fünf Positionen gut und lag nun auf Rang vier vor Guerlain Chicherit im Buggy.

WP 6/7: Alvarez jagt Lategan

Kontrollpunkt sechs wurde nach 252 Kilometern erreicht. Lategan war erneut Erster mit 3:21 Minuten Vorsprung vor dem momentan schnellsten Piloten Alvarez, der nun auf Platz zwei lag. Serradori blieb Dritter, während Ekström zwei Positionen verloren hatte. Jakub Przygonski mit dem deutschen Navigator Timo Gottschalk fuhren neu in den Top-5 hinein.

Genau nach 300 Kilometern gab es die siebten Zwischenzeiten. Alvarez konnte den Rückstand auf Lategan weiter gewaltig auf 1:36 Minuten verkürzen. Serradori lag als Drittplatzierter 2:01 Minuten zurück. Przygonski fehlten 3:24 Minuten. Loeb, der zwischenzeitlich bis auf Rang 18 zurückgefallen war, verbesserte sich auf Platz fünf mit 4:10m Minuten Rückstand auf den Leader. Außerdem lag Loeb vier Minuten vor Al-Attiyah, der am siebten Waypoint nur auf Rang neun gewertet wurde.

WP 8/Ziel: Lategan holt den ersten Sieg bei der Dakar

Der letzte Waypoint vor dem Ziel lag bei Kilometer 341. Plötzlich fehle der Leader. Sollte Lategan, wie am gestrigen Tag, erneut kurz vor Ende der Etappe in Schwierigkeiten sein? Alvarez wurde jetzt auf P1 geführt. Zweiter war Serradori mit 44 Sekunden Rückstand vor Przygonski, Loeb und dem neuen Fünften Bernhard van Brinke im Toyota.

Mit einem unheimlichen Schlussspurt überholte Loeb seine virtuell vor ihm liegenden Kontrahenten und schoss als Erster durchs Ziel. Der Franzose machte aus einem Rückstand von 2:17 Minuten einen Vorsprung von zwölf Sekunden.

Dann tauchte Lategan wieder im Timing auf Platz eins auf. Der Südafrikaner gewann damit zum ersten Mal eine Etappe bei seiner zweiten Dakar. Loeb belegte Platz zwei mit einem Rückstand von 1:58 Minuten. Alvarez sicherte sich den dritten Platz auf dem Podium mit 2:20 Minuten Abstand zum Sieger.

Platz vier ging an Serradori vor Chicherit, Przygonski, Giniel de Villiers im Toyota, Al-Attiyah, Terranova und dem Zehnten Christiaan Visser in Century. Loeb verkürzte damit den Rückstand im Gesamtklassement auf 38:05 Minuten. Auch Alvarez kann sich bei unter einer Stunde Rückstand auf Al-Atiyah noch Hoffnungen auf einen Dakar-Gesamtsieg machen.

Ergebnis 5. Etappe Autos (Top-5)

Pos.FahrerAutoZeit
1.Henk LateganToyota3:53:28
2.Sebastien LoebBRX+0:01:58
3.Lucio AlvarezToyota+0:02:10
4.Mathieu SerradoriCentury+0:02:24
5.Guerlain ChicheritGCK+0:02:59

Gesamtwertung nach 5/12 Etappen (Top-5)

Pos.FahrerAutoZeit
1.Nasser Al-AttiyahToyota17:24:23
2.Sebastien LoebBRX+0:35:10
3.Lucio AlvarezToyota+0:51:15
4.Yazeed Al-RajhiToyota+1:06:23
5.Vladimir VasilyevBMW+1:07:52



Weitere Inhalte: