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Dakar Rallye

Dakar: Massive Zeitstrafe nach Auto-Zusammenstoß mit Motorrad

Giniel De Villiers krachte bereits am Montag in einen Motorradfahrer. Dafür kassierte er nun eine massive Zeitstrafe und entschuldigte sich.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Dakar-Pilot Giniel De Villiers geriet am Mittwoch in den Fokus der breiten Öffentlichkeit. Ein kurzes Video, das den Toyota-Fahrer beim Rammen eines gestrandeten Motorradfahrers zeigt, erlangte verzögert die Aufmerksamkeit großer Nachrichtenagenturen und damit auch jener Zeitungen und Onlineportale, die üblicherweise nur bei Todesfällen umfassend von der Rallye Dakar berichten.

Diese Aktion fand bereits auf der 1. Etappe am Montag statt, zog aufgrund der großen Aufmerksamkeit und des daraus resultierenden öffentlichen Aufschreis nun in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag eine massive Zeitstrafe nach sich. Die Stewards brummten De Villiers fünf Stunden auf, was ihm sämtliche Chancen in der Gesamtwertung nimmt.

Die Causa hatte bereits am Dienstag zu einer Anhörung geführt, die von den Stewards zunächst nur zu einer Zeitstrafe in Höhe von fünf Minuten für unterlassene Hilfeleistung bedacht wurde. Das Dakar-Reglement hält die Teilnehmer dazu an, verunfallten Piloten zu helfen. Dadurch verlorene Zeit wird nachträglich wieder gutgeschrieben.

De Villiers beteuert: Keine Absicht

Wie das Video zeigt, humpelte der Motorradpilot nach dem Zusammenstoß, weshalb De Villiers sich zumindest kurz nach seinem Gesundheitszustand erkundigen hätte müssen. Dass der Biker ihn per Handzeichen durchwinkte, interpretierte De Villiers als Zeichen, dass er ruhigen Gewissens weiterfahren könne. So lautete die Argumentation des Südafrikaners im Zuge der Anhörung unmittelbar nach dem Zwischenfall.

Die in der Nacht auf Donnerstag ausgesprochene Strafe bezieht sich direkt auf den Zusammenstoß. Für das Rammen eines Motorradfahrers erhielt De Villiers nun fünf Stunden auf seine Gesamtzeit addiert. In einem Statement erklärte er noch einmal, dass die Aktion in einer unübersichtlichen Stelle stattfand und er den Motorradfahrer keineswegs absichtlich rammte.

De Villiers akzeptierte aber die Strafe und wird seinem Unfallgegner nicht nur die Reparatur des gestrandeten Motorrads zahlen, sondern auch dessen Startgebühr für eine Teilnahme an der Rallye Dakar 2023 übernehmen. Giniel De Villiers nimmt seit 2003 an der Dakar teil und holte bislang 17 Etappensiege. 2009 gewann er im VW Touareg die Gesamtwertung und landete bislang sieben weitere Male auf dem Podest.


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