Dakar

Nach Irrfahrten: Scharfe Kritik an Roadbooks der Dakar-Organisatoren

Die Navigation sollte 2017 schwerer werden. Nach einigen Irrfahrten mehrt sich nun aber der Unmut der Fahrer.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Zu Halbzeit der Rallye Dakar 2017 kommt erste Kritik an den Organisatoren auf. Veranstalter ASO hatte bereits im Vorfeld angekündigt, die Navigation diesmal schwieriger als in vergangenen Jahren zu gestalten. Das dürfte gelungen sein, da auf den ersten Etappen selbst erfahrenen Teilnehmern wie Giniel De Villiers oder Joan Barreda Fehler unterliefen und sie sich in den weitläufigen Dünenfeldern verirrten.

Am Freitag war es auf der fünften Etappe aber für einige Fahrer etwas zu viel des Guten. Vor allem Motorradfahrer verirrten sich auf dem Teilstück reihenweise, was zu einem kompletten Umsturz im Gesamtklassement führte. Hondas Sieganwärter Barreda hielt sich nach dem Zieleinlauf mit Kritik nicht zurück: "Ein Punkt war im Roadbook nicht korrekt markiert. Das hat mich früh aus dem Rennen genommen."

Scharfe Kritik von Walkner

Matthias Walkner, am Vortag noch Etappensieger, wurde auf Facebook noch deutlicher: "Es wurde mehr oder weniger eine Note (Streckenmarkierung im Roadbook) vergessen. Wir hätten dort die Hauptverbindungsstraße verlassen müssen, was aber nicht vermerkt war. Wenn es dir nicht angezeigt wird, bleibst du natürlich auf der Hauptstraße."

Wenn ich vor einer T-Kreuzung stehe, muss ich wissen ob links oder rechts abbiegen muss und sollte nicht raten und auf gut Glück eine Richtung einschlagen müssen.
Matthias Walkner

Erst nach 17 Kilometern bemerkte Walkner den Fehler und verlor dadurch rund 30 Minuten auf die Spitze. Auf Facebook griff der Österreicher die Organisatoren direkt an: "Die Veranstalter versuchen die Navigation schwieriger zu machen, was ja OK ist. Wenn ich aber vor einer T-Kreuzung stehe, muss ich wissen ob links oder rechts abbiegen muss und sollte nicht raten und auf gut Glück eine Richtung einschlagen müssen. So erklärt sich auch, dass einmal plötzlich Barreda 15 Minuten schneller ist als alle anderen und ein Anderer 20 Minuten verliert."

"Sowas gibt es normal bei keiner Rally. Ich habe keine Ahnung, was die Veranstalter damit bezwecken wollen. Es kann schwierig gestaltet werden, aber wenn es dann ein reines Lotteriespiel wird ist es zu viel", wetterte Walkner. In der zweiten Dakar-Woche sind Änderungen des bisherigen Prozederes ausgeschlossen. Die Kritik der Fahrer kann daher frühestens in die Planungen für 2018 einfließen.


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