Der Dodge Charger war jahrzehntelang ein Synonym für amerikanische Muscle Cars: große Karosserie, Hinterradantrieb und vor allem ein mächtiger V8 unter der Haube. Genau dieses Rezept ist Geschichte. Wenn der neue Charger jetzt in Europa an den Start geht, gibt es zwar reichlich Leistung – einen V8 sucht man allerdings vergeblich – und bleibt vorerst den Amerikanern vorbehalten.

Damit verschiebt Dodge den Charakter des Charger deutlich: Statt eines klassischen V8-Muscle-Cars stehen in Europa künftig ein vollelektrischer Daytona und der Charger SIXPACK mit 3,0-Liter-Biturbo-Sechszylinder im Mittelpunkt. Beide Varianten können ab sofort bestellt werden.

Dodge, Charger, Daytona, R/T, Sixpack
Foto: Dodge

670 PS im elektrischen Daytona

Der elektrische Charger Daytona dürfte dabei zunächst für die größere Überraschung sorgen. In der stärksten Ausführung als Scat Pack stehen 500 kW beziehungsweise 670 PS zur Verfügung. Der Sprint von 0 auf 96 km/h dauert gerade einmal 3,3 Sekunden, die Viertelmeile ist nach 11,5 Sekunden erledigt.

Eine Nummer darunter rangiert der Daytona R/T mit 536 PS. Beide Versionen verfügen über zwei Elektromotoren und damit serienmäßig über Allradantrieb. Als Energiespeicher dient eine 100,5 kWh große Batterie, die auf einer 400-Volt-Architektur basiert.

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Für kurze Leistungsspitzen hat Dodge außerdem den sogenannten PowerShot integriert. Per Knopfdruck werden zusätzliche 40 PS freigegeben. Das soll vor allem beim Beschleunigen für einen zusätzlichen Schub sorgen.

Ganz auf das typische Muscle-Car-Gefühl verzichten will Dodge trotz Elektroantrieb nicht. Der Daytona nutzt deshalb das künstliche Abgassystem „Fratzonic Chambered Exhaust“, das einen synthetischen Motorsound erzeugt. Ob das als charmante Hommage oder als Simulation einer vergangenen Ära durchgeht, dürfte Geschmackssache sein.

Einen künstlichen Motorsound erzeugt auch das neue Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé.

Der SIXPACK soll die V8-Lücke schließen

Wer mit einem Elektro-Muscle-Car nichts anfangen kann, bekommt allerdings eine Alternative. Der Charger SIXPACK setzt auf einen 3,0 Liter großen Reihensechszylinder mit Biturbo-Aufladung.

In der stärkeren Scat-Pack-Ausführung leistet der Motor 550 PS. Damit geht es in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der R/T kommt auf 420 PS und benötigt für den gleichen Sprint 4,6 Sekunden.

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Allradantrieb gehört auch beim Verbrenner-Charger zur Serienausstattung. Wer es etwas hecklastiger mag, kann die Kraft per Knopfdruck vollständig an die Hinterachse schicken. Launch Control und eine Line-Lock-Funktion für kontrollierte Burnouts sollen zusätzlich dafür sorgen, dass der neue Charger seine amerikanischen Wurzeln nicht völlig vergisst.

Damit soll der SIXPACK die Lücke schließen, die der gestrichene V8 hinterlässt. Ganz gelingt das allerdings nur auf dem Papier: Die Leistungswerte passen zum Muscle-Car-Anspruch, der Klang und Charakter eines großen Achtzylinders fehlen trotzdem.

Coupé oder Limousine

An der markanten Optik hat Dodge dagegen kaum gespart. Der neue Charger kommt in Europa sowohl als zweitüriges Coupé als auch als viertürige Limousine. Beide Varianten tragen die breite Widebody-Karosserie und orientieren sich damit klar an der Muscle-Car-Tradition der Marke.

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Technisch basiert der Charger auf Stellantis' STLA-Large-Plattform. Die Besonderheit: Die Architektur wurde von Anfang an für unterschiedliche Antriebsarten ausgelegt. Dadurch kann Dodge Verbrenner und Elektroantrieb unter einer gemeinsamen technischen Basis anbieten.

Beim Laden soll der Daytona einigermaßen langstreckentauglich sein. Unter optimalen Bedingungen steigt der Ladestand an einer 350-kW-Schnellladesäule innerhalb von rund 27 Minuten von 20 auf 80 Prozent. Zehn Minuten am Schnelllader sollen für bis zu 110 Kilometer zusätzliche Reichweite genügen.

Viel Ausstattung für Europa

Dodge schnürt für den europäischen Markt zudem eine spezielle Plus-Ausstattung. Serienmäßig sind unter anderem 20-Zoll-Räder, elektrisch verstellbare Vordersitze, ein Head-up-Display, ein 360-Grad-Kamerasystem und eine 16-Zoll-Digitalinstrumentierung dabei.

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Auch bei der Vernetzung hat der amerikanische Hersteller nachgelegt. Das System I-DUV ermöglicht unter anderem die Fahrzeugüberwachung in Echtzeit, Geofencing und eine Diebstahlerkennung. Dazu kommen moderne Assistenzsysteme mit teilautomatisiertem Fahren nach Level 2.

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Wer den Charger optisch noch stärker in Richtung Muscle Car trimmen möchte, kann unter anderem ein Blacktop-Paket bestellen. Ebenfalls verfügbar sind ein festes Panoramadach und ein Alpine-Pro-Soundsystem mit 18 Lautsprechern.

Ab 66.000 Euro

Für europäische Interessenten wird vor allem der Preis spannend. Der neue Dodge Charger startet in Europa bei 66.000 Euro und positioniert sich damit trotz Größe und Leistung zumindest auf dem Papier überraschend offensiv.

Dodge, Charger, Daytona, R/T, Sixpack
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Bestellungen sind ab sofort über den offiziellen europäischen Importeur KWA und dessen Händlernetz möglich. Die ersten Fahrzeuge sollen bereits ab September 2026 bei den Kunden stehen.