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So viel kostet ein Elektroauto pro Monat

Der Kaufpreis von Elektroautos ist höher als der von Verbrennern, dafür sind die laufenden Kosten niedriger. Wir zeigen, wie viel beide pro Monat kosten.
von Daniel Geradtz

Motorsport-Magazin.com - Der Unterhalt von Elektroautos ist günstiger als der von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, schließlich ist Strom günstiger als Benzin und viele Wartungsarbeiten entfallen. Doch wie fällt der Vergleich der jährlichen Kosten aus, wenn Wertverlust, Steuern und Versicherungskosten einfließen? Dann wird das E-Auto von seinen Konkurrenten überholt. Das Unternehmen Leaseplan hat die Kosten im "Car Cost Index 2020" zusammengestellt. Demnach fallen für ein E-Auto jährliche Gesamtkosten von 730 Euro an. Ein Verbrenner verursacht Kosten von 704 Euro (Benzin) beziehungsweise 720 Euro (Diesel) pro Jahr. Der Anschaffungspreis ist dabei nicht berücksichtigt.

Die jährlich anfallenden Kosten für E-Autos sind im Vergleich 2019 deutlich gesunken. Im "Car Cost Index 2019" von Leaseplan wurden sie noch auf 804 Euro beziffert. Allerdings beruhte die Berechnung auf einer Laufleistung von 20.000 Kilometern pro Jahr. In der aktuellen Analyse wurde sie auf 30.000 Kilometer erweitert. Zudem wurden die ersten vier Jahre eines E-Autos zur Berechnung herangezogen. Das ist ein Jahr mehr als zuvor. Somit ist die Kostendifferenz zum klassischen Verbrenner in den beiden Jahren nur bedingt miteinander vergleichbar. 2019 war der Unterhalt eines E-Autos im Vergleich mit einem klassischen Antrieb noch 213 Euro (Benzin) beziehungsweise 224 Euro (Diesel) teurer.

E-Auto: Unterhaltskosten auf Niveau von Verbrennern

In den ersten vier Nutzungsjahren eines Autos fällt der Wertverlust bei einem Elektrofahrzeug deutlich höher aus als bei einem Verbrenner. Er beläuft pro Jahr sich auf durchschnittlich 59 Prozent der Gesamtkosten. Bei einem Dieselfahrzeug liegt er bei 46 Prozent und bei einem Benziner bei 41 Prozent der jährlichen Kosten. Diesen Nachteil können Elektroautos durch den Wegfall der Kfz-Steuer in den ersten zehn Jahren sowie die niedrigeren Verbrauchskosten aufholen.

Berücksichtigt man bei der Kalkulation der laufenden Kosten auch den Kaufpreis, bestätigt sich dieser Trend. In einem Kostenvergleich aus dem vergangenen Sommer zeigt der ADAC, dass es in vielen Fällen schon jetzt günstiger ein E-Auto zu fahren. Dabei profitieren Autofahrer erheblich von der Umweltprämie, die bis 2025 beim Kauf eines E-Autos vom Preis abgezogen wird. Sie wird noch bis Ende 2021 in der vollen Höhe bis 9.000 Euro ausgezahlt und danach in verminderter Form.

Sie führt dazu, dass manches E-Auto günstiger ist als sein Verbrenner-Äquivalent. So ist der e-Golf von Volkswagen mit einer Leistung von 100 kW abzüglich der Umweltprämie für knapp 23.000 Euro erhältlich. Der 110 kW leistende 1.5 eTSI Golf VIII kostet knapp 29.700 Euro.

Umweltprämie drückt Kilometerkosten

Der Automobilclub berechnet, dass ein e-Golf bei einer jährlichen Laufleistung von 15.000 Kilometern und einer Haltedauer von fünf Jahren Kosten von 40,8 Cent pro Kilometer verursacht. Beim Benziner (47,6 Cent) und das Dieselmodell (49,2 Cent) fallen die laufenden Kosten pro Kilometer höher aus.

Die Umweltprämie ist ein wichtiger Faktor, der den Kaufpreis eines E-Autos nach unten drückt und damit die gesamte Kostenbilanz attraktiver macht. Wird sie nach dem Jahr 2021 in reduzierter Form fortgesetzt, könnten Elektrofahrzeuge ihren Preisvorteil verspielen. Allerdings ist langfristig davon auszugehen, dass sich ihr Wertverlust und ihr Kaufpreis weiter reduzieren.