Erneut stand alles still bei den 24h Nürburgring. Diesmal war es allerdings nicht das Wetter, das dem Eifel-Klassiker in die Suppe spuckte. Im Gegenteil: Kaiserwetter sorgte für eine herrliche Kulisse. Aber ein Stromausfall legte für insgesamt 2 Stunden und 14 Minuten den Rennbetrieb lahm - das erste Mal in der Geschichte sorgte nicht das Wetter für eine Unterbrechung. Motorsport-Magazin.com blickt auf Unterbrechungen auf der Nordschleife zurück.

Plötzlich waren die Bildschirme in den Garagen schwarz! Kurioses passierte bei der diesjährigen Ausgabe im 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring nach eineinhalb Rennstunden. Ein großflächiger Stromausfall im Boxengebäude löste die Unterbrechung aus. "Der Grund war eine defekte Kälteanlage, die für die Steuerung und Kühlung der Klimageräte in weiten Teilen des Boxengebäudes zuständig ist. Sie überhitzte, weil bei den sommerlichen Temperaturen außergewöhnlich viel Kühlleistung abgerufen wurde", erklärte der Veranstalter in einer Pressemitteilung.

Eine schnelle Reparatur war nicht möglich, deshalb musste eine andere Lösung her: "Die Anlage wurde vom Netz genommen worden und wird nicht weiter betrieben." Nach insgesamt 134 Minuten Unterbrechung konnte das Rennen um 19:45 Uhr wieder aufgenommen werden. Als lang ist die Pause allerdings nicht zu bezeichnen. Dafür reicht bereits der Blick ins Vorjahr.

Alle Unterbrechungen in der Geschichte der 24h Nürburgring

  • 1973: Unterbrechung wegen Nachtruhe
  • 1994: 4 Stunden Unterbrechung wegen Sturm
  • 2007: 6 Stunden Unterbrechung wegen Nebel
  • 2013: 9 Stunden Unterbrechung wegen Nebel und Regen
  • 2016: 3:30 Stunden Unterbrechung wegen Nebel, Regen und Hagel
  • 2018: 2 Stunden Unterbrechung wegen Nebel
  • 2020: 9:30 Stunden Unterbrechung wegen Regen
  • 2021: 14:30 Stunden Unterbrechung wegen Nebel (längste Unterbrechung)
  • 2024: Knapp 14 Stunden Unterbrechung wegen Nebel und vorzeitig beendet
  • 2025: Gut 2 Stunden wegen Stromausfall

2024: Kürzestes Nürburgring-Rennen der Geschichte

Auch im vergangenen Jahr war der Eifel-Klassiker in der Theorie 24 Stunden lang, jedoch wurde in der 52. Ausgabe so wenig wie nie zuvor gefahren. Dichter Nebel hing über der Nordschleife und machte Rennfahren auf der spektakulärsten Rennstrecke der Welt zur Unmöglichkeit. Von 23:23 Uhr bis 13:30 Uhr musste der Rennbetrieb wegen schlechter Sichtverhältnisse eingestellt werden.

Und damit noch nicht genug. Auch am Sonntag zog die Nebeldecke bereits am frühen Nachmittag wieder zu, sodass die 24h Nürburgring vorzeitig um 15:05 Uhr abgewunken werden mussten. Mit nur etwa neun Stunden Rennaction war es die kürzeste Eifel-Ausgabe seit der Erstauflage 1970.

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2024: Auf dem Nürburgring ging nix, Foto: Gruppe C Photography

2021 war ebenso Nebel für eine längere Unterbrechung verantwortlich - und sorgte für das damalige Minimum an Rennaction. Von 21:30 Uhr am Samstagabend bis 12 Uhr am Sonntag musste wegen der eingeschränkten Sicht unterbrochen werden. Im Gegensatz zur 2024er-Auflage wurde das Rennen allerdings bis zum Ablauf der Uhr durchgeführt.

Nur ein Jahr weiter zurück musste erneut auf Rennaction verzichtet werden. 2020 war es allerdings nicht der Nebel, sondern der Starkregen der Eifel. Insgesamt siebeneinhalb Stunden musste der Rennbetrieb in der Nacht unterbrochen werden.

Allein fünfmal wurde innerhalb der vergangenen acht Nürburgring-Ausgaben das Rennen pausiert. Denn auch 2018 legte sich Nebel über die Nordschleife. Der kam erst am Sonntagmittag: Nach zwei Stunden Pause gab es 90 Minuten Rennaction zum Schluss.

2018: Düstere Aussichten am Nürburgring, Foto: Motorsport-Magazin.com
2018: Düstere Aussichten am Nürburgring, Foto: Motorsport-Magazin.com

24h Nürburgring 2016: Hagelsturm biblischen Ausmaßes

In der Eifel ist man wettermäßig einiges gewohnt. Doch ob man dort schon einmal von einem derartigen Hagelschauer heimgesucht wurde wie 2016? Schon kurz vor dem Start gaben die Veranstalter eine Unwetterwarnung aus, aber zunächst hielten die Wolken noch dicht. Nach knapp einer Stunde jedoch öffnete der Himmel seine Schleusen - und wie! Was folgte, waren ein Hagelsturm biblischen Ausmaßes und Fahrzeuge, die im Bereich Aremberg reihenweise wegen Aquaplaning in die Leitplanken krachten. Das Rennen musste daraufhin für drei Stunden unterbrochen werden.

24h Nürburgring 2013: Das Wetter spielt verrückt

Das Wetter in der Eifel spielte auch im Jahr 2013 verrückt und sorgte für das kürzeste 24-Stunden-Rennen der Geschichte. Warum? Das Rennen wurde in der Nacht wegen Regen und dichten Nebels für über neun Stunden unterbrochen, was im Umkehrschluss bedeutet: Gerade einmal etwas mehr als 13 Stunden freie Fahrt für das Starterfeld. Der Regen hielt zwar an, doch der Nebel lichtete sich wieder, und so konnte gegen 8:20 Uhr morgens das Rennen neugestartet werden. Am Ende holte Mercedes seinen ersten Gesamtsieg in der Grünen Hölle - noch eine historische Randnotiz.

24h Nürburgring 2007: Schwimmen über die Nordschleife

Wetterkapriolen wirbelten auch im Jahr 2007 einiges am Nürburgring durcheinander. Pünktlich vor dem Start kam eine starke Regenfront auf und überflutete die Strecke, weshalb der Start um zwei Stunden nach hinten verlegt werden musste. Später in der Nacht musste das Rennen dann wegen Nebels für fast sechs Stunden unterbrochen werden. Beim Restart hingegen schien wieder die Sonne. Gegen halb eins Mittag zog nochmals ein Gewitter auf und sorgte für Chaos auf der Nordschleife.

24h Nürburgring 1994: Poldi, Jockel und der Scheibenwischer

BMW zog durch einen kuriosen Vorfall die Aufmerksamkeit 1994 auf sich, Foto: 24h Media
BMW zog durch einen kuriosen Vorfall die Aufmerksamkeit 1994 auf sich, Foto: 24h Media

Die 1994er-Ausgabe blieb im Gedächtnis haften - nicht wegen des Wetters. Zwar wurde das Rennen wegen heftigen Sturms und umgestürzter Bäume für drei Stunden unterbrochen. Doch in Erinnerung blieb vor allem eine Szene um die BMW von Prinz Leopold von Bayern und Joachim Winkelhock: Prinz Leopold flog im Bereich Aremberg ab und überschlug sich dabei. Von hinten rauschte Winkelhock an, über dessen Auto Prinz Leopold drüber flog. Bei der Gelegenheit riss Prinz Leopolds M3 mit der Heckschürze den Scheibenwischer von Winkelhock ab. Das Rennen gewann schließlich ein anderer BMW mit Wlazik / Katthöfer / Rosterg am Steuer.

24h Nürburgring 1992: Unwetter und Zigaretten

Die erste Unterbrechung: Dichter Nebel suchte das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring 1992 heim - und sorgte für sehr kuriose Szenen auf und neben der Strecke. Bevor man sich (erstmals seit 1973) zu einer Renn-Unterbrechung entschied, schickten die Veranstalter das Safety Car raus. So mancher Fahrer bewies trotzdem mangelhafte Streckenkenntnis und verwechselte die Rennstrecke mit den umliegenden Rettungsstraßen. An seiner eigenen Legendenbildung arbeitete indes Joachim Winkelhock, der sich mehrmals bei den Marshals während der Safety Car Phase eine Zigarette abholte.

Nicht nur an der Box machte Jockel Winkelhock 1992 einen kurzen Zwischenhalt, Foto: BMW AG / Bock
Nicht nur an der Box machte Jockel Winkelhock 1992 einen kurzen Zwischenhalt, Foto: BMW AG / Bock