Ferrari geht nach zwei Siegen bei den ersten beiden Starts seit dem Comeback der legendären Sportwagen-Marke bei den 24 Stunden von Le Mans mindestens als Mitfavorit in das Rennen 2025. Erst recht, nachdem bislang alle drei WEC-Läufe in diesem Jahr an die Roten gingen. Alle sechs Piloten bei der Scuderia können sich bereits als Le-Mans-Sieger bezeichnen lassen, denn seit die Roten in die WEC zurückgekehrt sind, gingen sie mit den identischen beiden Trios in den beiden Werks-Prototypen an den Start.
Und das soll auch so bleiben, wenn es nach dem Geschmack der Teamführung geht. Vor dem 24h-Rennen in Le Mans 2025 stellte Ferraris Sportwagen-Leiter Antonello Coletta klar, dass er keine Veränderungen an diesen beiden Trios vornehmen möchte. Stabilität ist das Stichwort, mit dem er Ferraris Erfolgskurs beibehalten will.
Ferrari baut auf Stabilität, doch Fahrer-Verträge laufen aus
Coletta erklärte: "Für uns ist Stabilität fundamental, sowohl bei den Fahrern als auch bei unseren sonstigen Mitarbeitern. Stabilität ist eine Säule, auf der wir unser Team aufgebaut haben." Die Beziehungen, welche bei Ferrari in den letzten Jahren erschaffen wurden, möchte man stärken, anstatt neue Experimente zu wagen, auch wenn eine gewisser Personalwechsel von einer Saison auf die nächste unvermeidbar ist. "Das bedeutet nicht, dass wir uns nie verändern werden, aber im Moment sind wir superglücklich mit unseren Fahrern", so Coletta.
"Im Moment haben wir keine Absichten, jemanden auszutauschen, deshalb hoffe ich, dass wir dasselbe Team in den nächsten Saisonen beibehalten können", gab Coletta seinen Piloten ein klares Bekenntnis mit auf den Weg. Ob dieser Plan auch aufgeht, ist aber noch nicht vollends fix. Denn, wie Coletta zugab, laufen einige Fahrerverträge am Ende dieses Jahres aus. Um welche Fahrer es sich dabei handelt, fügte er nicht hinzu. Dass seine Piloten jeweils einen Le-Mans-Sieg in der Tasche haben, steigert ihren Marktwert natürlich und stärkt die Verhandlungsposition.
Stabilität war schon in der Vergangenheit ein wichtiger Faktor bei der Fahrerwahl. Mit James Calado, Antonio Fuoco, Miguel Molina, Nicklas Nielsen und Alessandro Pier Guidi sind fünf der sechs Fahrer bereits seit GTE-Zeiten mit dabei, nur Ex-Formel-1-Fahrer Antonio Giovinazzi kam erst später nach dem Ende seiner Alfa-Sauber-Zeit und einem kurzen Formel-E-Intermezzo dazu.
Ferrari: WEC-Verträge werden erst nach Le Mans diskutiert
Ferraris WEC-Chef erklärte, dass man Gespräche noch nicht aufgenommen habe, das sei aber zu diesem Zeitpunkt der WEC-Saison normal: "Wie bei uns üblich setzen wir uns nach Le Mans zusammen und suchen nach Lösungen." Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass es intern keine Aufstiegschancen geben könnte. Das gilt auch für Ferrari-Werksfahrer Ye Yifei.
Ye pilotiert derzeit das privat von AF Corse eingesetzte Hypercar mit der Nummer 83 in der WEC. Ob die #83 auch unverändert bleiben wird, ist noch unklar. Denn Coletta sprach davon, dass es auch Teil des Plans ist, den dritten Ferrari dazu zu nutzen, um junge Fahrer weiterzuentwickeln. Derzeit sitzen neben Ye der ehemalige Formel-1-Fahrer Robert Kubica und Phil Hanson in dem Auto.



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