BMW gewinnt bei den 24 Stunden von Le Mans die Qualifying-Session. Doch auf Pole steht die bayrische Automarke damit nicht. Denn der erste Qualifying-Abschnitt am Mittwoch bestimmt nur die Startaufstellung außerhalb der ersten acht Positionen. Die ersten acht Piloten qualifizieren sich für die Hyperpole am Donnerstag. Das Auto von Mick Schumacher schafft den Einzug nicht, BMW setzt hingegen die beste Zeit.

Dries Vanthoor im #15 BMW (Teamkollegen: Marciello/Wittmann) sorgte mit einer Runde von 3:24,465 für die schnellste Rundenzeit der Session und stach damit den Cadillac #3 (Bourdais/van der Zande/Dixon) aus, der auf P2 landete. Ferrari brachte beide Werksautos in die Hyperpole: Der #50-Ferrari (Fuoco/Molina/Nielsen) landete auf P3, genauso wie #51 (Pier Guidi/Giovinazzi/Calado).

Toyota crasht Qualifying-Finale: Kobayashi mit Abflug

Das Qualifying endete mit einem Knalleffekt vorzeitig: Kamui Kobayashi, der zu diesem Zeitpunkt auf der vierten Position lag, traf in den Porsche-Kurven einen Kerb zu hart, verlor die Kontrolle über seinen Toyota und strandete nach einem Dreher im Kiesbett. Alpine #35 (Chatin/Habsburg/Milesi) sorgte für eine Überraschung: Pierre-Loup Chatin brachte die französische Marke überraschend in die Pole-Entscheidung von Le Mans. Auch #2-Cadillac (Lynn/Palou/Bamber) schaffte es mit P6 in die Hyperpole.

Porsche erlebte im Qualifying eine Enttäuschung. Die deutsche Automarke ging inklusive der Kundenwagen mit sechs Autos in das Qualifying. Doch mit dem #6-Werksauto auf P8 schaffte es nur ein Porsche 963 in die Hyperpole. Alle anderen scheiterten an der Marke: Der Jota-Porsche #12 (Ilott/Stevens/Nato) landete auf P9.

Update: Toyota fliegt aus der Wertung

Nach dem Qualifying gab es noch eine bedeutende Änderung am Ergebnis der Session. Da er die rote Flagge verursacht hatte, wurde der Toyota #7, mit dem Kamui Kobayashi abgeflogen war, aus der Wertung genommen und verlor nicht nur seine beste, sondern sämtliche Rundenzeiten. In der offiziellen Ergebnisliste befindet er sich nur noch auf der 61. Position. Alle Fahrer ab P4 rücken einen weiteren Platz auf. Größter Nutznießer ist der #12 Jota-Porsche, der damit von P9 auf P8 nach vorne rückt und an der Hyperpole-Session am Donnerstag teilnehmen wird. Der #7-Toyota wird das Rennen am Sonntag somit vom letzten Platz in der Hypercar-Kategorie in Angriff nehmen, also von P23.

Schumacher-Alpine in den Top 10, verpasst aber Hyperpole

Das Auto von Mick Schumacher, der Alpine #36 (Schumacher/Lapierre/Vaxiviere), belegt nach dem Toyota-Ausschluss auf P9. Nicht unter die ersten Zehn schaffte es Porsche #5 (Campbell/Christensen/Makowiecki) einen Platz dahinter, sowie der #7-Toyota (Lopez/Kobayashi/de Vries). Mirko Bortolotti manövrierte den besten Lamborghini auf P13. Peugeot kam mit nicht über den 15. Rang hinaus.

Le Mans 24h 2024, Qualifying: Hypercar Ergebnis

PosNr.Team/MarkeFahrerZeit
115BMWVanthoor/Marciello/Wittmann3:24,465
23CadillacBourdais/van der Zande/Dixon3:24,642
350FerrariFuoco/Molina/Nielsen3:24,731
435AlpineChatin/Habsburg/Milesi3:24,872
52CadillacBamber/Lynn/Palou3:24,993
651FerrariPier Guidi/Giovinazzi/Calado3:25,049
76PorscheEstre/Lotterer/L.Vanthoor3:25,051
812Jota-PorscheStevens/Nato/Ilott3:25,145
936AlpineLapierre/Schumacher/Vaxiviere3:25,278
105PorscheCampbell/Christensen/Makowiecki3:25,307
118ToyotaBuemi/Hartley/Hirakawa3:25,446
1283AF Corse FerrariKubica/Shwartzman/Yifei3:25,766
1363LamborghiniBortolotti/Kvyat/Mortara3:25,973
1499Proton-PorscheJani/Tincknell/Andlauer3:25,992
1593PeugeotVergne/Jensen/Müller3:26,195
1620BMWS.van der Linde/Frijns/Rast3:26,223
1738Jota-PorscheRasmussen/Hanson/Button3:26,290
18311Whelen-CadillacDerani/Aitken/Drugovich3:26,311
194PorscheJaminet/Nasr/Tandy3:26,362
2094PeugeotVandoorne/Di Resta/Duval3:27,251
2119LamborghiniGrosjean/Caldarelli/Cairoli3:27,665
2211Isotta FraschiniBennett/Vernay/Serravalle3:29,865
23ToyotaLopez/Kobayashi/de Vries-

Zwischenfälle: Jean-Karl Vernay am Steuer des Isotta Fraschini verlor etwa fünf Minuten nach dem Beginn der Session die Kontrolle über sein Auto und hatte einen Dreher zu verzeichnen. Er konnte aber weiterfahren und der Isotta so die Session fortsetzen. Brendon Hartley im #8-Toyota hatte circa 20 Minuten vor dem Ende der Session ebenfalls einen Dreher zu verzeichnen.

Er erlitt diesen in der ersten Schikane auf der Mulsanne-Geraden. Ein Dreher ging auch auf das Konto von Lamborghini-Pilot Mirko Bortolotti. Auf seiner letzten Qualifying-Runde lag Kamui Kobayashi auf Bestzeit-Kurs. Doch der ehemalige Formel-1-Fahrer nahm in den Porsche Kurven einen Kerb zu hart mit und flog ins Kiesbett ab.

LMGT3 & LMP2: Das Ergebnis

In der LMGT3-Klasse setzte sich der #77 Proton Competiton-Ford (Hardwick/Robichon/Barker) im Qualifying durch. Auf Platz 2 folgte der #70-McLaren von Inception Racing (Iribe/Millroy/Schandorff) vor der #82 TF-Sport-Corvette (Koizumi/Baud/Juncadella). Der WRT-BMW, der unter anderem von Valentino Rossi pilotiert wird (Teamkollegen: Al Harthy/Martin), verpasste auf P12 die Hyperpole-Session.

Das LMP2-Feld, das ausschließlich aus Oreca-07-Modellen mit Gibson-Motoren besteht, wurde im Qualifying von #37 Cool Racing angeführt (Fluxa/Jakobsen/Miyata). Dahinter folgten AO by TF (Hyett/Deletraz/Quinn) und United Autosports USA (Keating/Albuquerque/Hanley).