Formel 1 - Viel Kleinholz beim Nachtrennen von Bahrain

Hauptdarsteller Maldonado

Der Bahrain GP hatte jede Menge spektakuläre Zwischenfälle zu bieten. Motorsport-Magazin.com fasst die Ereignisse zusammen.
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Motorsport-Magazin.com - Zum zehnjährigen Jubiläum ließ es die Formel 1 in Bahrain so richtig krachen. Neben spannenden Positionskämpfen kam es auch zu einigen Unfällen, die zwar teils spektakulär aussahen, allerdings glücklicherweise glimpflich ausgingen. Motorsport-Magazin.com blickt auf die Zwischenfälle des dritten Saisonrennens.

Maldonado vs. Gutierrez

Der mit Abstand spektakulärste Crash ereignete sich zwischen Esteban Gutierrez und Pastor Maldonado. Aus der Boxengasse kommend, torpedierte der Lotus-Pilot den Mexikaner in Kurve eins, was schwerwiegende Folgen hatte. Gutierrez' Sauber-Bolide stieg auf und überschlug sich, ehe er wieder auf den Rädern zu liegen kam.

Gutierrez wurde ordentlich durchgeschüttelt - Foto: Sutton

"Ich war klar vorne, lenkte in die Kurve ein, spürte dann plötzlich einen Schlag und überschlug mich. Ich konnte da überhaupt nichts machen", schilderte Gutierrez den Unfallhergang und wies jegliche Schuld von sich. Ganz anders sah hingegen Maldonado die heikle Situation. "Ich war bereits in der Kurve und konnte nirgends mehr hin. Das ist schwierig zu verstehen, aber ich kam gerade aus der Box und hatte kalte Reifen. Ich denke, die ganze Sache lief etwas unglücklich", verteidigte er sich.

Für die Stewards war der Fall jedoch eindeutig, weshalb sie Maldonado noch während des Grand Prix' mit einer Stop-and-Go-Strafe belegten, zudem muss der ungestüme Südamerikaner beim nächsten Rennen in China um fünf Plätze in der Startaufstellung zurück. Die gute Nachricht: Gutierrez konnte das Krankenhaus nach den obligatorischen Untersuchungen unverletzt verlassen.

Maldonado vs. Vergne

Jean-Eric Vergne musste seinen Traum von Punkten schon nach der ersten Runde begraben. "Es war ein bisschen ein Durcheinander in Kurve acht mit vielen Autos um mich herum, aber während andere den Ausgang schlecht erwischten, gelang er mir an der Außenseite gut", schilderte der Franzose. "Dann fand ich mich aber neben einem Lotus, wurde mehr und mehr eingeklemmt und als er realisierte, dass ich trotzdem davor war, ihn zu überholen, hat er einfach die Türe zu gemacht."

Vergne musste aufgeben - Foto: Sutton

Beim Übeltäter handelte es sich abermals um Pastor Maldonado, der somit schon vor dem Abschuss von Esteban Gutierrez in eine Kollision verwickelt war. Die Räder der beiden Autos berührten sich und Vergnes Toro Rosso stieg auf, wodurch Unterboden sowie Heckflügel schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden. Zwar konnte sich der Franzose zurück an die Box schleppen und nach Reparaturarbeiten wieder auf die Strecke gehen, doch nach wenigen Runden beschloss das Team das Rennen aufzugeben, weil der Performanceverlust zu groß war.

Sutil vs. Bianchi

In der ersten Kurve des Bahrain International Circuit krachte es nicht nur zwischen Gutierrez und Maldonado, auch Adrian Sutil und Jules Bianchi gerieten heftig aneinander. "Jules hat seinen Bremspunkt verpasst und ist mir in der Spitzkehre in mein Auto gefahren. Ich konnte leider nichts dagegen machen, mein Auto war kaputt", ärgerte sich Sutil, der sich schon seit Rennbeginn mit dem aggressiven Franzosen herumgeschlagen hatte. "Es war eine unnötige Aktion."

Sutil und Bianchi beharkten sich in Kurve eins - Foto: Sutton

Nahezu naturgemäß etwas anders sah Bianchi die ganze Sache, der meinte, eine Lücke gesehen zu haben, um Sutil zu überholen. "Ich hatte die Chance an ihm vorbeizugehen und war am Eingang von Kurve eins leicht vorne", erläuterte der Marussia-Pilot die Szene. "Aber er hat eingelenkt und ist in mich gecrasht, was meinen linken Hinterreifen beschädigt hat." Bianchi schaffte es zwar zurück an die Box, doch weil sein Unterboden nicht mehr intakt war, verlor der Wagen stark an Downforce und war für den Rest des Rennens äußerst schwierig zu fahren. Die Schuld für den Unfall sahen die Stewards beim Franzosen und verdonnerten ihn zu einer Durchfahrtsstrafe.

Doppel-Aus für McLaren

So hatte sich Jenson Button sein 250. Rennen sicherlich nicht vorgestellt. Der Brite konnte mit dem überraschend schwachen McLaren-Boliden keine Akzente setzen und sah zu allem Überfluss nicht einmal das Ziel, weil er wenige Runden vor dem Fallen der karierten Flagge mit einem Kupplungsdefekt ausrollte. "Die Kupplung hat zu rutschen begonnen und so mussten wir aufgeben", erklärte der Jubilar.

Magnussen rollte aus - Foto: Sutton

Das gleiche Schicksal ereilte seinen Teamkollegen Kevin Magnussen nur wenige Runden zuvor, auch beim MP4-29 des Dänen streikte die Kupplung. Darüber hinaus war Magnussen bereits unmittelbar nach dem Start mit Kimi Räikkönen aneinander geraten - die beiden Nordländer hatten auch schon in der Woche zuvor in Malaysia unliebsame Bekanntschaft gemacht.

Ericsson bleibt stehen

Zum zweiten Mal in der noch jungen Saison musste Marcus Ericsson verfrüht die Segel streichen. Der Caterham des Schweden war von Beginn weg nicht leicht zu fahren gewesen, doch nach dem zweiten Boxenstopp war endgültig Schluss. Der Wagen verlor wegen eines Öllecks plötzlich an Leistung, woraufhin das Team dem Rookie befahl auf der Strecke zu stoppen, um keine schlimmeren Schäden hervorzurufen.

Ericsson wurde von einem Ölleck gestoppt - Foto: Sutton

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