Tipp

Formel 1 - Bahrain II, Tag 4: Team für Team

Melbourne ruft

Was testeten die Teams am finalen Testtag in Bahrain? Wer hatte Probleme, wer wurde Rundenkönig? Motorsport-Magazin.com liefert den Überblick.
von

Motorsport-Magazin.com - Die Testfahrten vor dem Saisonauftakt in Melbourne gingen mit einer Bestzeit von Lewis Hamilton im Mercedes zu Ende. Damit landeten an allen Bahrain-Tagen Autos mit Mercedes-Power an der Spitze des Zeiten-Tableaus. In Sachen Kilometer hatte hingegen Sauber mit dem Ferrari-Motor am Sonntag klar die Nase vorne. Die Truppe fuhr 958 Kilometer, gefolgt von Williams, das mit der Mercedes-Power-Unit auf 584 Kilometer kam. Durch schier endlos viele Rote Flaggen, die durch Sebastian Vettel, Jenson Button, Nico Hülkenberg, zwei Mal Romain Grosjean, Fernando Alonso, Valtteri Bottas und Kamui Kobayashi ausgelöst wurden, gab es am Ende des Tages 25 Minuten Extra-Testzeit für die Teams. Motorsport-Magazin.com liefert den Überblick zur Testarbeit der einzelnen Teams.

Mercedes

Foto: Sutton

Für Lewis Hamilton hieß es am finalen Testtag lange warten. Durch ein Getriebeproblem konnte der Mercedes-Pilot erst um 12:40 Uhr erstmals auf die Strecke. Am Nachmittag konzentrierte sich Hamilton auf Setuparbeiten und Qualifying-Simulationen. Seine beste von insgesamt 70 Runden fuhr der Brite in 1:33.278 Minuten und markierte damit die Bestzeit des Tages. "Ich glaube, dass niemand komplett bereit für die Herausforderungen dieser Saison sein kann. Ich fühle mich aber so bereit, wie es eben geht und freue mich darauf, in Melbourne zu erfahren, wo wir stehen", bilanzierte der Weltmeister von 2008.

Williams

Foto: Sutton

Valtteri Bottas konzentrierte sich am Vormittag auf Chassis- und Aerodynamik-Tests und ging am Nachmittag zu Longruns über. Dabei sollte der Reifenverschleiß überprüft werden, bevor eine Qualifying-Simulation gegen Ende geplant war. Noch bevor Williams die superweichen Reifen aufziehen konnte, blieb der FW36 auf der Strecke stehen. Als Grund gab die Mannschaft die überschrittene Laufzeit des Motors an. Das sei bei der hohen Anzahl an Kilometern zwar nicht verwunderlich, dennoch war das Team enttäuscht, nur einen Run vor dem Ende den ersten Ausfall vermelden zu müssen. Dennoch spulte Bottas 104 Runden ab und landete mit seiner Zeit von 1:33.987 Minuten auf dem zweiten Rang. "Mit der Menge an geleisteter Testarbeit sind wir so gut auf Melbourne vorbereitet, wie wir nur sein können", zog Bottas dennoch ein positives Fazit.

Ferrari

Foto: Sutton

Fernando Alonso arbeitete am Sonntagvormittag an der Feinjustierung einiger Elektronik-Konfigurationen der Power Unit. Diese Arbeit wurde allerdings durch den Wechsel des Getriebes unterbrochen. Am Nachmittag absolvierte der Spanier einige Long- und Shortruns, um alle Systeme des Ferrari nochmals zu checken und fuhr insgesamt 74 Runden. Seine persönliche Bestzeit von 1:34.280 Minuten reichte für den dritten Gesamtrang. "Es gibt in Bezug auf die Handhabung der Power Unit eine Menge zu lernen, um die Performance des Autos zu verbessern, und wir sind jetzt noch nicht da, wo wir sein wollten", erklärte ein pessimistischer Alonso nach Testende.

Force India

Foto: Sutton

Für Nico Hülkenberg stand der Sonntag in Bahrain im Zeichen der Verbesserung der Balance des Autos, dem Sammeln von Reifendaten und einigen Longruns. Der Deutsche löste eine Rote Flagge aus - der Defekt des Force India ist nach Vermutung des Teams auf die Laufzeitüberschreitung eines Bauteils zurückzuführen. Obwohl dadurch die geplante Rennsimulation nicht mehr möglich war, spulte Hülkenberg 74 Runden ab und landete mit seiner persönlichen Bestzeit von 1:35.577 Minuten auf dem vierten Rang. "Das waren zwei gute Tage für mich und ich bin recht zufrieden. Du willst dich immer noch besser vorbereiten, aber ich glaube, wir sind in guter Verfassung", freute sich der Deutsche.

Toro Rosso

Foto: Sutton

Für Jean-Eric Vergne standen am Sonntag zunächst die Beurteilung einiger Aufhängungsänderungen sowie Arbeiten an der Fahrbarkeit des Toro Rosso auf dem Programm. Im Anschluss fuhr der Franzose mehrere Short-Runs mit den Medium, den weichen und den superweichen Reifen. Am Nachmittag konzentrierte sich Toro Rosso auf Longruns. Insgesamt spulte Vergne 74 Runden ab und landete mit seiner besten von 1:35.701 Minuten auf dem fünften Platz.

Sauber

Foto: Sutton

Bei Sauber teilten sich Adrian Sutil und Esteban Gutierrez den finalen Testtag. Da die Mannschaft durch einen Motorenwechsel am Samstag den kompletten Tag verlor, galt es am Sonntag ein straffes Programm zu absolvieren. Insgesamt spulte die Mannschaft 177 Runden ab, wobei Sutil am Vormittag 91 und Gutierrez am Nachmittag 86 Runden fuhren. "Es war ein guter Morgen und wir konnten alles wie geplant erledigen - nur in einem kürzeren Zeitfenster", erklärte Sutil, der mit seiner persönlichen Bestzeit von 1:36.467 Minuten auf Rang sechs landete. "Ich fühle mich nach der morgendlichen Session deutlich wohler im Auto." Gleiches galt für Teamkollege Gutierrez. Der Mexikaner landete mit einer knappen Sekunde Rückstand auf Sutil auf dem achten Rang und erkannte Schritte in die richtige Richtung.

Marussia

Foto: Sutton

Der Tag startete für Max Chilton nicht wie erhofft. Bereits nach wenigen Runden suchte ein elektronisches Problem den MR03 heim und eine lange Wartezeit begann. Als Chilton wieder auf die Strecke gehen konnte, wurde das Programm entsprechend geändert, um die wichtigsten Vorbereitungen für das erste Rennen in Melbourne zu treffen. Daher konzentrierte sich der Brite auf Longruns mit unterschiedlichen Reifenmischungen. Gegen Ende setzte das Team auf einige Performance-Runs und Chilton verbesserte sich mit seiner Zeit von 1:36.835 Minuten auf den siebten Gesamtrang. Trotz Problemen gelangen noch 61 Runden, womit das Team zufrieden abreist.

Red Bull

Foto: Sutton

Am finale Tag der Testfahrten gelangen Sebastian Vettel 77 Runden und damit die größte Anzahl der bisherigen Testfahrten. Dennoch konnte die geplante Rennsimulation aus verschiedenen Gründen nicht absolviert werden. Am Vormittag löste der Weltmeister erneut eine Rote Flagge aus, als sein RB10 mit mechanischen Problemen liegenblieb. Mit seiner Zeit von 1:37.468 Minuten landete Vettel mit 4.190 Sekunden Rückstand zur Spitze auf Rang neun. "Wir wissen, das wir in vielen Bereichen aufholen müssen. Aus diesem Grund bin ich froh, dass wir heute so viele Runden gefahren sind. Wir haben viel gelernt und das war ein positiver Abschluss einer harten Woche", resümierte Vettel.

McLaren

Foto: Sutton

Am Vormittag konzentrierte sich Jenson Button auf Setuparbeiten und das Verständnis des speziellen Melbourne-Frontflügels, der erst am Sonntagmorgen in Bahrain angekommen war. Am Nachmittag löste der Brite bereits nach wenigen Runden eine Rot-Phase aus. Grund war die Laufzeitüberschreitung der Mercedes-Power-Unit, deren Wechsel den größten Teil des Nachmittags in Anspruch nahm. Auch im weiteren Verlauf waren keine großen Fahrversuche mehr möglich, da der McLaren durch ein bisher ungeklärtes Elektronik-Problem ausgebremst wurde. Als Bilanz des Tages bleiben lediglich 22 Runden und mit einer Zeit von 1:38.111 Minuten der drittletzte Platz.

Caterham

Foto: Sutton

Kamui Kobayashi startete mit einigen Shortruns in den Tag, um Setup-Änderungen zu überprüfen. Am Nachmittag konzentrierte sich Caterham auf einigen Longruns auf die Benzin- und Energie-Management-Strategie sowie den Reifenverschleiß. Die abschließenden Performance-Runs mussten durch einen Kupplungsschaden ausfallen. Insgesamt spulte Kobayashi 106 Runden ab, landete ohne die Runs auf weichen Reifen mit seiner Zeit von 1:38.391 Minuten nur auf dem vorletzten Rang. Dennoch verlässt der Japaner Bahrain voller Optimismus: "Wir haben gezeigt, dass unsere Zuverlässigkeit gut ist und das könnte sowohl für Australien als auch den Rest der Saison sehr wichtig werden - besonders wenn man betrachtet, wie ein paar Teams hier und in Jerez zu kämpfen hatten."

Lotus

Foto: Sutton

Am finalen Testtag vor dem Saisonstart löste Romain Grosjean gleich zwei Rote Flaggen aus. In beiden Fällen wurde die Renault-Power-Unit als Schuldiger ausgemacht. Damit blieben für den Franzosen erneut nur 32 Runden und mit einer Zeit von 1:39.302 Minuten der letzte Platz der Zeitentabelle. "Wir haben noch nicht einmal die Hälfte oder ein Drittel von dem geschafft, was wir machen wollten", ärgerte sich Grosjean über den erneut frühen Feierabend.


Weitere Inhalte:

Motorsport-Magazin.com fragt
Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x