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WRC

Toyota Yaris wird das Einsatzfahrzeug - Toyota steigt 2017 wieder in die WRC ein

Toyota steigt ab 2017 wieder in die WRC ein und gab als Einsatzfahrzeug den Toyota Yaris bekannt. Zudem wird ein Nachwuchsfahrer-Programm ins Leben gerufen.
von Marion Rott

Motorsport-Magazin.com - Was bereits lange durch den Gerüchtewald huschte, wird nun Realität: Toyota kehrt ab der Saison 2017 in die WRC zurück. Als Fahrzeug wird der Toyota Yaris zum Einsatz kommen, der von der Toyota Motorsport GmbH in Köln entwickelt wird. "Es ist eine große Ehre, um eine Rückkehr von Toyota in die WRC gebeten zu werden", freute sich TMG-Präsident Yoshiaki Kinoshita. Der Einstieg für 2017 liegt im Technischen Reglement begründet, das für diese Saison neu verabschiedet wird.

Es ist eine große Ehre, um eine Rückkehr von Toyota in die WRC gebeten zu werden.
Yoshiaki Kinoshita

In den kommenden beiden Jahren wird TMG das bereits begonnene Testprogramm mit dem Yaris WRC fortsetzen. Hinter dem Einsatzfahrzeug liegt bereits eine Testphase auf Schotter- und Asphalt-Straßen in Europa. Der Yaris wird von einem 1,6-Liter-Turbomotor mit Direkteinspritzung befeuert, der 300 PS auf die Straße bringt.

Toyota setzt das bereits begonnnene Entwicklungsprogramm fort - Foto: Toyota

Um das neue Programm voranzutreiben, hat Toyota ebenfalls ein Nachwuchsfahrer-Entwicklungsprogramm ins Leben gerufen. Hier sollen die Rallye-Stars der Zukunft entdeckt und gefördert werden. Als erstes Mitglied wurde der Franzose Eric Camilli bestätigt. Der 27-Jährige hatte bereits einige Testeinsätze mit dem Yaris und wird das Entwicklungsprogramm zusammen for Stéphane Sarrazin weiterführen. Ebenfalls beim Testprogramm an Bord: Toyota-WEC-Pilot Sebastian Lindholm.

Wir freuen uns darauf, den nächsten Schritt mit einem umfangreichen Entwicklungsplan und unserem Nachwuchsfahrer-Programm zu machen.
Yoshiaki Kinoshita

"Wir freuen uns darauf, den nächsten Schritt mit einem umfangreichen Entwicklungsplan und unserem Nachwuchsfahrer-Programm zu machen", erklärte TMG-Präsident Yoshiaki Kinoshita weiter. "Es ist eine aufregende Zeit und wir freuen uns auf die neue Herausforderung mit großen Erwartungen."

Lange und erfolgreiche Geschichte

Toyota war bereits von 1972 bis 1999 Teil der WRC. Mit verschiedenen Fahrzeugen wie dem Celica Twincam Turbo erzielte die Mannschaft insgesamt 43 WRC-Siege, 144 Podestplätze und 1371 Prüfungs-Bestzeiten. Mit den Fahrern Carlos Sainz, Juha Kankkunen und Didier Auriol holte Toyota von 1990 bis 1994 in Folge den Fahrertitel der WRC.

Sehr erfreut über den Einstieg von Toyota reagierte auch der Geschäftsführer des WRC-Promoters, Oliver Ciesla. "Toyota verfügt über eine lange und ausgezeichnete Geschichte im Motorsport - besonders in der WRC - und wir sind begeistert, einen der Giganten der Automobil-Industrie zurück in der WRC zu begrüßen", freute sich Oliver Ciesla.

Wir sind begeistert, einen der Giganten der Automobil-Industrie zurück in der WRC zu begrüßen.
Oliver Ciesla

Die Rückkehr von Toyota bedeutet, dass nun neben Volkswagen, Hyundai, Citroen und Ford ein fünfter Autohersteller den Weg in den Rallye-Sport zurückgefunden hat. Zuletzt war die Dichte an großen Herstellern im Jahr 2006 so groß. "Es ist aufregend zu sehen, dass zusätzlich zu den teilnehmenden Herstellern der Meisterschaft andere sich über die Vorteile eines Engagements in der WRC für ihr Business bewusst werden", fügte Ciesla hinzu. "Die WRC ist ein wirklich authentischer Sport und das wirkt bewirkt ein sympathisches Image der involvierten Marken."

Die technischen Spezifikationen des Yaris

Chassis:
Typ: Stahlkarosserie
Bremsen: 300mm-Scheiben auf Schotter, 355mm-Scheiben auf Asphalt
Räder: 7x15" Schotter, 8x18" Asphalt
Reifen: Michelin
Abmessungen: Länge 3910mm, Breite 1820mm

Das Triebwerk des Toyota Yaris - Foto: Toyota
Triebwerk:

Motorenkapazität: 1,6 Liter
Typ: Vierzylinder-Reihenmotor
Direkteinspritzung: Bis zu 200 bar
Treibstoff: Benzin
Turbo-Druck: 2,5 bar (Maximum)
Luftmengenbegrenzer: 33mm
Power: rund 300PS (bei 6000 Umdrehungen)
Drehmoment: 420 Nm
Maximale Drehzahl: 8500
Getriebe: sequentielles Sechsgang-Getriebe
Kupplung: ZF Sachs


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