WEC / Rennbericht

Drama-Finale in Silverstone: Toyota besiegt Porsche beim WEC-Auftakt!

Wetter, Taktik, Racing: Das WEC-Rennen in Silverstone war ein Leckerbissen. Ein Strategiekniff hilft Porsche im Kampf gegen Toyota nicht.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Wechselhaftes Wetter, Strategiekniffe, Racing auf der Strecke - der WEC-Auftakt 2017 in Silverstone hatte wieder einmal alles! In einem ultraspannenden Finish zwischen Toyota und Porsche setzten sich letztlich die Japaner durch. Buemi/Davidson/Nakajima gewannen das Rennen nach sechs aufreibenden Stunden, in der GTE-Pro-Klasse hatte Ford das bessere Ende für sich.

WEC Silverstone 2017: Die Highlights des Rennens: (03:30 Min.)

WEC Silverstone 2017: Das Rennen der LMP-Klassen

Toyota münzte seine Doppelpole am Start sofort in eine Doppelführung um, Mike Conway bog vor Sebastien Buemi in die erste Kurve ein. Im Überrundungsverkehr schnappte sich später Buemi die Führung, musste diese aber nach dem ersten Stopp wieder abgeben. Die beiden Porsche blieben dahinter in Lauerstellung und konnten zuschlagen, als der #7-Toyota mit Kamui Kobayashi in Probleme lief. Die Weltmeister lagen nach dem ersten Drittel auf den Plätzen zwei und drei.

Im zweiten Renndrittel wirbelte ein Regenschauer das Rennen durcheinander und sorgte scheinbar dafür, dass das Pendel in Richtung Porsche ausschlägt. Doch für die Inters war der Regenschauer zu kurz. So konnte Anthony Davidson den Vorsprung des #8-Toyota auf über 30 Sekunden aufbauen. Doch ein heftiger Abflug des Schwesterfahrzeugs sorgte für eine Full Course Yellow und ein anschließendes Safety Car - der Vorteil war wieder dahin, die beiden Porsche bis auf zehn Sekunden wieder dran.

In der Schlussphase brachte sich Porsche durch einen Taktikkniff in Front: Ein Doppelstint am Ende sowie ein Splash beim letzten Stopp sorgten für eine Acht-Sekunden-Führung vor dem #8-Toyota. Doch Sebastien Buemi holte auf den neueren Reifen und mit mehr Abtrieb wieder auf und rang Brendon Hartley im #2-Porsche gut zehn Minuten vor Schluss nieder. Der Weg zum Sieg für Toyota war frei, dahinter fuhren die Porsche die Plätze zwei und drei nach Hause.

In der LMP2-Klasse setzte sich das Team von Jackie Chan durch. Ho-Pin Tung, Oliver Jarvis und Thomas Laurent setzten sich nach sechs Stunden durch und siegten vor Canal/Prost/Senna im Rebellion-Oreca #31 und Perrodo/Vaxivière/Collard im TDS-Oreca #28. Lange Zeit diktierte die Signatech-Alpine-Truppe das Geschehen, die Safety-Car-Phase jedoch zerstörte ihr Rennen. Sie wurden am Ende Vierter in ihrer Klasse.

WEC Silverstone 2017: Die Top-3 der LMP-Klassen im Rennen

Kl. P Fahrer Team Distanz Gap
LMP1 1. Buemi / Davidson / Nakajima Toyota #8 197 Runden
2. Bernhard / Bamber / Hartley Porsche #2 6.173
3. Jani / Lotterer / Tandy Porsche #1 46.956
LMP2 1. Tung / Jarvis / Laurent DC-Oreca #38 184 Runden
2. Canal / Prost / Senna Rebellion-Oreca #31 19.376
3. Perrodo / Vaxivière / Collard TDS-Oreca #28 21.268

WEC Silverstone 2017: Das Rennen der GTE-Klassen

Ford setzte sich am Start gleich mit beiden Autos in Führung, doch dieser Zwischenstand hatte nicht lange Bestand: An der #67 von Andy Priaulx musste die rechte Tür gewechselt werden, was den Wagen völlig aus der Strategie warf. Um den Platz hinter den Spitzenreitern Mücke/Pla/Johnson kämpften zunächst die beiden Ferrari und die Porsche gegeneinander. Daran konnte auch der Regenschauer gegen Rennhalbzeit nichts ändern.

Das Safety Car kurz nach Halbzeit brachte den #67-Ford zurück auf die Siegerstraße und am Ende gewann Priaulx/Tincknell/Derani das Rennen sogar! Porsche hingegen musste durch einen Brand den Ausfall der #92 beklagen. Auf Platz zwei erreichten am Ende Calado/Pier Guidi im Ferrari #51 das Ziel und Lietz/Makowiecki holten für den neuen Porsche 911 das Premierenpodium gleich im ersten Rennen.

Die GTE-Am-Kategorie entschied Ferrari für sich. Clearwater Racing und Mok/Sawa/Griffin setzten sich am Ende nach einem aufregenden Finale gegen Aston Martin und Dalla Lana/Lamy/Lauda durch. Die führten das Rennen die meiste Zeit über an, mussten sich aber in der letzten Stunde geschlagen geben. Auf Platz drei sah der Porsche 911 von Dempsey-Proton-Racing mit den Fahrern Ried/Cairoli/Dienst die Zielflagge.

WEC Silverstone 2017: Die Top-3 der GTE-Klassen im Rennen

Kl. P Fahrer Team Distanz Gap
GTE-Pro 1. Priaulx / Tincknell / Derani Ford #67 171 Runden
2. Calado / Pier Guidi Ferrari #51 15.604
3. Lietz / Makowiecki Porsche #91 26.585
GTE-Am 1. Mok / Sawa / Griffin Clearwater-Ferrari #61 166 Runden
2. Dalla Lana / Lamy / Lauda Aston Martin #98 1.768
3. Ried / Cairoli / Dienst Dempsey-Proton-Porsche #77 25.315

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