WEC

Plätze zwei, drei und sechs beim Ardennen-Krimi - Porsche verpasst Sieg denkbar knapp

Nach einem äußerst spannenden und ereignisreichen Rennen kamen Romain Dumas Neel Jani und Marc Lieb wie schon in Silverstone als Zweite ins Ziel.

Motorsport-Magazin.com - Timo Bernhard, Brendon Hartley und Mark Webber waren von der Poleposition gestartet, wurden durch eine Zeitstrafe und einen Defekt zurückgeworfen und kämpften sich wieder auf Platz drei nach vorn. Der erstmals eingesetzte dritte Porsche 919 Hybrid mit Earl Bamber, Formel-1-Pilot Nico Hülkenberg und Nick Tandy war von Platz zwei gestartet und verlor durch eine Kollision mit anschließender Reparatur an Boden. Sie holten vom Ende des Feldes bis auf Platz sechs auf.

So lief das Rennen für die Startnummer 17

Hartley ging von der Poleposition in Führung. Kurz vor dem Fahrerwechsel mit Bernhard nach 23 Runden verbremste er sich vor der Busstop-Schikane und kehrte durch den Notausgang auf die Strecke zurück. Hierfür wurde das Auto mit einer 15-sekündigen Stop&Go-Strafe belegt und fiel dadurch auf Rang zwei zurück, bevor ein Stoßdämpferwechsel beim Fahrerwechsel mit Mark Webber nach 47 Runden weitere Zeit kostete. Webber kämpfte sich bei seinem Doppelstint auf Platz drei zurück. Nach 95 Runden übernahm Hartley, der nach 119 Runden tankte und nach 137 Runden an Bernhard übergab. Der kam nach 161 zum letzten Tankstopp und fuhr als Dritter ins Ziel.

Ein früher Unfall machte die Hoffnungen von Nico Hülkenberg, Nick Tandy und Earl Bamber zunichte - Foto: Speedpictures

So lief das Rennen für die Startnummer 18

Startfahrer Lieb verbesserte sich beim Start vom dritten auf den zweiten Platz und setzte sich dort fest. Er übergab nach 22 Runden an Jani, der nach gut 90 Rennminuten an die Spitze vorrückte, als das Schwesterauto seine Stop&Go-Strafe antreten musste. Dumas übernahm nach 46 Runden und baute die Führung bei seinem Doppel-Stint auf gut 27 Sekunden aus. Nach 94 Runden stieg Lieb zum zweiten Mal ein und kehrte als Zweitplatzierter auf die Strecke zurück. Er wechselte sich in einem beinharten Kampf mit Benois Tréluyer an der Spitze ab und übergab nach 133 Runden an Jani. Der kam nach 157 Runden zum letzten Tankstopp und beendete das Rennen als Zweiter.

So lief das Rennen für die Startnummer 19

Tandy, von Platz zwei gestartet, kehrte als Dritter aus der ersten Runde zurück. In Runde sieben führte ein Missverständnis zu einer Kollision mit einem Werks-Porsche 911 RSR und anschließendem Reparaturstopp. Nach 32 Runden übernahm Hülkenberg das neuntplatzierte Auto für einen Doppel-Stint. Nach 80 Runden stieg Bamber erstmals ein. Er tankte nach 104 Runden und übergab nach 128 Runden an Tandy, der beim letzten Tankstopp in Runde 152 noch frische Reifen links ausfasste. Der Brite erreichte das Ziel auf Platz sechs.

Timo Bernhard, Mark Webber und Brendon Hartley bewiesen Kampfgeist - P3 trotz Reparaturpause - Foto: Speedpictures

Stimmen der Verantwortlichen

Fritz Enzinger, Leiter LMP1: "Mit der Dreiffachführung zu Beginn und der unglücklichen Kollision war es ein äußerst turbulentes und aufregendes Rennen für uns. Aber mit den zwei Podiumsplätzen und dem sechsten Rang haben wir unser Ziel erreicht, alle drei Fahrzeuge über die volle Distanz zu bringen. Wir waren absolut vorne mit dabei. Das beweist das knappe Endergebnis, wenn nach sechs Stunden den Ersten und den Zweiten nur wenige Sekunden trennen. Auch in puncto Zuverlässigkeit haben wir wieder Fortschritte gemacht. Wir sind auf dem richtigen Weg für Le Mans und freuen uns auf die große Herausforderung. Ein großes Kompliment dem gesamten Team – insbesondere der dritten Crew und den drei neuen Fahrern. Sie haben sich perfekt integriert und waren von Anfang an konkurrenzfähig."

Andreas Seidl, Teamchef: "Im ersten Moment überwiegt die Enttäuschung. Nach den Plätzen eins, zwei und drei im Qualifying wären wir heute auf jeden Fall siegfähig gewesen, wenn alles perfekt gelaufen wäre. Zur gesamten Crew der Startnummer 19 können wir sagen: Ziel erreicht. Alle Fahrer haben ihre Renneinsätze absolvieren können, was für die Vorbereitung auf Le Mans ganz wichtig war. Großen Dank aber auch an die komplette Mannschaft, die heute zwei Reparaturen in der Box schnell und erfolgreich durchgeführt hat. Abschließend betrachtet konnten wir die große Herausforderung, erstmals drei Porsche 919 Hybrid einzusetzen, meistern. Wir haben alle drei Autos ins Ziel gebracht und zwei von drei Podestplätzen besetzt – das bedeutet weitere wertvolle Punkte für die verschiedenen WM-Wertungen."


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