WEC

Jubel bei Audi, Frust bei Toyota - Die LMP1-Stimmen nach dem Rennen

Toyota versenkte den Sieg im Kiesbett, Audi machte alles richtig. Das sagten die LMP1-Fahrer nach dem Lone Star Le Mans.

Audi Sport Team Joest #2, Platz 1

Marcel Fässler: "Wir sind sehr glücklich, denn der Sieg war perfekt – ganz im Gegensatz zu unserem Qualifying. Das Rennen begann etwas wild mit dem Regenschauer in der Anfangsphase. Aber das Team von Audi hat den besten Überblick bewahrt und richtig agiert. Meine Teamkollegen sind genial gefahren. Ich habe mir zum Schluss noch einen Vorsprung herausgefahren, weil ich wusste, dass ich einen letzten kurzen Tankstopp machen musste. Klasse, dass uns ein Doppelsieg gelungen ist."

André Lotterer: "Ein Super-Ergebnis für das Team. Etwas Besseres als Platz eins und zwei kann man sich nicht wünschen. Die Teamleistung war heute super. Das gilt auch für unseren Partner Michelin. Die Techniker waren zuversichtlich, dass wir die Reifen nur bei jedem zweiten Stopp wechseln mussten. Ebenso haben wir im Regen keine Fehler gemacht. Das war ein wichtiger Schritt in der Meisterschaft."

Benoît Tréluyer: "Es war ein großartiges Rennen. Es ist viel passiert. Der Toyota mit der Startnummer 8 war anfangs sehr schnell, aber das sind sie anfangs immer. Dann hatten wir ein gute Tempo und waren ihnen nah. Wir sind nach der Regenunterbrechung an der Spitze gestartet. So konnte ich das Tempo und den Vorsprung kontrollieren. Ich bin nicht zu viele Risiken eingegangen und bin glücklich mit meinem Einsatz. André und Marcel sind ebenfalls super gefahren. Wie in Le Mans haben wir keine Konkurrenten touchiert. Das ist einer der Schlüsselfaktoren in diesem Jahr, um ganz oben auf dem Podium zu stehen."

Die Regenreifen brachten das Weltmeister-Auto um den möglichen Sieg - Foto: Adrenal Media

Audi Sport Team Joest #1, Platz 2

Lucas di Grassi: "Das war eine Wiederholung von Le Mans – Erster und Zweiter. Ich freue mich sehr über dieses Resultat nach dem schwierigen Qualifying. Wir hatten eine falsche Reifenwahl zur Mitte des Rennens im Regen, deshalb passte unsere Strategie nicht mehr und wir benötigten einen Stopp mehr. Das Auto war sehr gut. Ich konnte bei meinem Einsatz zwei Autos überholen. Ich freue mich über das Podium. Zwei Podiumsergebnisse in zwei Wochen sind nicht so schlecht, oder?"

Loïc Duval: "Ein großartiges Ergebnis für Audi, denn jetzt liegen wir in der Herstellerwertung vorn. Auch das Rennergebnis hätte mit Platz eins und zwei nicht besser sein können. Unser Auto Nummer 1 war an diesem Wochenende ebenfalls siegfähig, doch mit dem Regen und der Roten Flagge gab es zu viele Zwischenfälle. Uns fehlte etwas Glück und unsere Reifenstrategie ist nicht ganz aufgegangen. Aber ich freue mich über den Doppelsieg von Audi."

Tom Kristensen: "Was für ein Rennen. Es herrschten harte Bedingungen von Anfang bis zum Ende. Hier hing viel von der Strategie und der Reifenwahl ab. Ein Doppelsieg nach dem schwierigen Tag im Qualifying ist fantastisch. Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Rennen in Japan."

Führung versenkt: Toyota war alles andere als glücklich - Foto: Toyota

Toyota Racing #8, Platz 3

Anthony Davidson: "Die gute Seite, und die muss man auch berücksichtigen, wenn es mal nicht so gut läuft, ist, dass wir das schnellste Auto hatten. Wir hätten gewonnen, das ist klar. Schaut man also voraus, dann haben wir ein Auto, mit dem man um die WM fahren kann. Es wird zwar hart werden, aber noch sind wir in der Fahrer-WM vorn. Wir können nur nach vorn schauen und sicherstellen, dass wir von nun an so viele Rennen wie möglich gewinnen."

Nicolas Lapierre: "Ich bin sehr enttäuscht, denn wir hatten ein siegfähiges Auto. Alle hatten gutes Wetter erwartet, dieser Platzregen änderte alles. Unser Auto war im Trockenen schnell, etwas schneller als die Audi, im Nassen und selbst in wechselhaften Bedingungen waren wir aber wesentlich besser. Ich bin enttäuscht, aber für den Rest der Saison ist das ein gutes Zeichen, da diese Strecke uns eigentlich eher weniger hätte liegen sollen."

Sébastien Buemi: "Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll, außer dass ich über das Geschehene sehr enttäuscht bin, denn es fühlt sich an, als hätten wir einen sicheren Sieg weggeworfen. Für die WM ist es nicht so schlecht gelaufen, immerhin sprang noch ein Podestplatz heraus. Aber darüber können wir uns schwerlich freuen, denn wir hatten das schnellste Auto, kamen dennoch nur als Dritte ins Ziel und verloren dazu noch unseren Vorsprung in der WM. So ist es nun einmal, aber in Japan schlagen wir zurück."

Ein ärgerliches Elektronik-Problem kostete Porsche den möglichen Sieg - Foto: Adrenal Media

Porsche Team #14, Platz 4

Romain Dumas: "Die Anfangsphase mit über 30 Grad Außentemperatur war schwierig. Wenn ich freie Fahrt hatte, ging es, aber im Überrundungsverkehr hat das Auto untersteuert."

Neel Jani: "Die Situation mit dem einsetzenden Regen war komplett verrückt. Erst war es nur in einer Kurve nass, dann stand plötzlich alles unter Wasser. Ich kam über einen Hügel und bin dann einfach gerutscht – durch den Kies, aufs Gras und wieder auf die Strecke. Die Entscheidung, für den Neustart auf profillose Intermediates zu setzen, hat sich super ausgezahlt. Die Strecke trocknete aufgrund der Hitze wie erwartet schnell ab. Als ich das Auto übergab, lagen wir über eine halbe Minute in Führung. Unsere Strategie-Entscheidungen waren richtig gut, das Team hat einen Top-Job abgeliefert."

Marc Lieb: "Das war ein heißer Kampf. Romain und Neel haben super vorgearbeitet. Den Porsche 919 Hybrid in Führung liegend übernehmen zu können, war einfach genial. Nach meinem Boxenstopp ging dann aber plötzlich Motorleistung verloren, so konnte ich mich schlicht nicht mehr verteidigen. Das Team hat das Auto so super hingestellt, wir hätten ein Podium wirklich verdient gehabt."

Der zweite Porsche segelte wie die Toyota von der Strecke - Foto: Porsche

Porsche Team #20, Platz 5

Timo Bernhard: "Das war nicht mein Tag heute. Es lief gut, bis es zu regnen begann. Wir setzten auf profillose Intermediate-Reifen, doch unmittelbar nach dem Verlassen der Boxengasse gab es einen Wolkenbruch, mit dem keiner rechnen konnte. Das Auto ist komplett aufgeschwommen, ich war nur noch Passagier. Beim Neustart hinter dem Safety-Car haben wir uns für die sichere Variante, also Regenreifen entschieden – doch das hat uns zunächst Nachteile eingebracht. Später auf den profillosen Intermediates lief es wieder gut. Solche Tage gehören eben auch zum Rennsport."

Brendon Hartley: "Als ich das Auto von Timo übernommen habe, lagen wir bereits eine Runde zurück. Der Porsche 919 Hybrid machte einen wirklich starken Eindruck, auch in der Nacht. Irgendwann bin ich noch über ein Trümmerteil auf der Strecke gefahren, das hat die Aerodynamik des Autos leicht beschädigt."

Mark Webber: "Am Anfang hatte ich ein paar gute Zweikämpfe mit den Audi, die allerdings besser lagen und deshalb im Überrundungsverkehr ihre Linie freier wählen konnten. Vorübergehend hatte ich auch nicht den vollen Boost zur Verfügung, aber das konnten wir lösen. Wir haben in der Hitze der Anfangsphase als auch später im Rennen eine Menge gelernt."

Die Toyota-Crew in der Startnummer 7 war sehr unglücklich über die Wertung bei Rennabbruch - Foto: Adrenal Media

Toyota Racing #7, Platz 6

Alex Wurz: "Für mich generell ein frustrierendes Wochenende. Ich startete gut und fuhr auf P2 vor, doch dann kam der Regen. Leider lagen wir zwar auf P3, als die rote Flagge geschwenkt wurde, mussten aber auf P7 wieder ins Rennen gehen. Wir taten alles menschenmögliche, doch P6 ist wirklich nicht da, wo wir am Ende sein wollten."

Stéphane Sarrazin: "Ein hartes Rennen für alle. Leider brach heftiger Regen herein. Wir waren geraden in den Boxen, als die rote Flagge geschwenkt wurde, was unser Rennen vollends ruinierte. Das Auto war gut und ein Top-Resultat war möglich. Schade für uns und auch für die Nummer 8. Dieses Wochenende verlief nicht wie erwartet. Nun müssen wir versuchen Fuji zu gewinnen."

Mike Conway: "Ziemlich ereignisreich war das. Als dieser Platzregen runterkam, schien es geradezu so, als fahre man in einen See hinein. Wir wurden alle davon überrascht. Zum Glück überstanden wir das und waren zunächst noch Dritte, doch dann auf P7 für den Restart zurück zufallen, erschwerte uns das Leben erheblich. Stéph und Alex attackierten nach Kräften, doch P6 war alles, was am Ende drin war. Ich hatte mir ein besseres Ergebnis erhofft, aber so ist der Motorsport."


Weitere Inhalte:
Motorsport Tickets
Wir suchen Mitarbeiter
Mitarbeiter Motorsport Designer Journalismus Programmierer Video