Das ehrgeizige Superbike WM-Projekt der weiß-blauen Marke BMW ging 2009 endlich in den Wettbewerb. Die Reißbrettarbeiten waren abgeschlossen, die Grundrichtung der Entwicklung festgelegt und nun sollten die Kräfte mit den Etablierten gemessen werden. Von Anfang an hatte man Wert darauf gelegt, alles so professionell wie möglich durchzuziehen. Die im Rennsport etablierte Firma alpha Technik stand als Partner von BMW Motorrad Motorsport zur Seite und gemeinsam ging man die Saison 2009 an.
Mit den Piloten Troy Corser und Ruben Xaus hatte man sich zwei der erfahrensten Piloten der Szene geangelt - eine wichtige Basis für die Entwicklung eines brandneuen Motorrades. Und was soll man sagen, der Einstand bei den WorldSuperbikes verlief nicht schlecht. Vor allem überzeugte man durch Konstanz. Bei den ersten zehn Meisterschaftsläufen konnte immer mindestens eine BMW in die Punkte fahren, was die gute Zuverlässigkeit der S 1000 RR untermauerte.

Doch es kam auch Verletzungspech hinzu. Corser wie Xaus mussten ein paar Rennen Mitte der Saison auslassen, da sie sich bei Stürzen anschlugen. Überhaupt versank man Mitte der Saison etwas in Mittelmäßigkeit. Bei den Rennen in Kyalami (Testpilot Steve Martin als Ersatz für Corser), Miller und Misano holten BMWs nur drei Punkte. Dabei hätte es in San Marino schon eine ganz große Überraschung und das erste Podest für Xaus geben können. Leider legte man da beim Flag-to-Flag-Rennen die falsche Motorrad-Wechselstrategie an den Tag und es reichte nur zum 14. Platz.
Der große Schritt im Sommer
Ein großer Sprung nach vorn kam bei BMW mit dem Rennen in Brünn. Zuvor hatte man fast einen ganzen Monat Pause gehabt, die die Techniker aber mit der Weiterentwicklung des Bikes verbrachten. Corser und Xaus gerieten dann gleich ins Schwärmen, als sie sich in der Tschechischen Republik wieder in die Sättel ihrer Dienstgeräte schwangen. Corser fünfter Platz im ersten Lauf dort sollte auch die beste Platzierung der Saison für ihn und die Marke BMW werden. Es kamen die ersten Führungskilometer und weitere Top Ten-Platzierungen. Dort befand man sich im restlichen Teil der Saison überhaupt recht konstant wieder. Bei den letzten zwölf Saisonläufen schaffte es auch immer mindestens eine BMW in die Punktplatzierungen. Wieder ein Zeichen von Konstanz, Zuverlässigkeit und Aufwind.

Zu loben ist auch, dass BMW in der Herstellerwertung im ersten Jahr nicht allzu schlecht da stand. Im Debüt-Jahr und mit nur zwei Fahrern konnte man 141 Punkte sammeln - fast doppelt so viele, wie die etablierten von Kawasaki, die zeitweise mit sieben Piloten ausrückten. Außerdem fehlten den Bayern am Ende nur 32 Zähler auf die Marke Suzuki auf dem fünften Rang. Die Plätze 13 (Corser) und 17 (Xaus) waren für den Einstand auch nicht so schlecht und resultierten wohl vor allem aus der vielen Erfahrung, die beide Fahrer haben.
In der Saison 2010 sind Corser und Xaus erneut im Werksteam gesetzt. Nun werden die nächsten Ziele ins Auge gefasst - auch die in 2009 verpassten. Eigentlich wollte man zumindest schon ein Mal aus der ersten Startreihe ins Rennen gehen, doch verpasste man dies immer wieder knapp. Nächstes Jahr steht dies auf jeden Fall auf der Agenda - ebenso wie die ersten Podestplätze. Doch so fest man sich diese auch vornimmt, wird es nicht leichter. Die Konkurrenz schläft nicht und es kommen einige Großkaliber in die Superbike WM zurück. Zumindest wird das BMW-Team aber nicht mehr so bei Null beginnen, wie in dieser Saison. All die gesammelten Daten sind extrem wertvoll und daher sind Piloten, Teamchefs und Mechaniker optimistisch, dass die Resultate nun leichter kommen werden.

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