Superbike - Aragon, Rennen 2: Davies bricht Reas Siegserie

Davies weist Weltmeister Rea in die Schranken

Jonathan Reas Siegserie hat ihr Ende gefunden. Chaz Davies schlug nach einem missglückten Samstag zurück und blieb auf für den Weltmeister unbesiegbar.
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Motorsport-Magazin.com - Er hat es geschafft: Chaz Davies ist der Fahrer, dem es gelungen ist, Jonathan Reas unglaubliche Siegserie von fünf Siegen am Stück zu brechen. Nachdem sein Samstagrennen im Kiesbett endete, suchte er am Sonntag die Revanche und bekam sie auch. Von Platz zehn gestartet, kämpfte sich der Ducati-Pilot in Führung - und besiegte in einem Kampf auf der letzten Runde auch noch den Weltmeister.

Die Schlüsselszene

Nach dem Desaster vom Samstag will Chaz Davies es wissen: Er geht in Runde 13 am Führenden Jonathan Rea vorbei - und kann es im Gegensatz zum Vortag bis zum Ende durchziehen. Natürlich gibt der Weltmeister nicht kampflos auf, aber Davies gelingt es, ihn in die Schranken zu weisen.

Der Rennfilm

Start: Beide Yamaha-Piloten auf den Positionen eins und zwei starten sehr gut und gehen in Führung. Tom Sykes kämpft sich ebenfalls wacker durch das Fahrerfeld, er fährt nach wenigen Kurven bereits auf Rang vier.

1. Runde: Jonathan Rea legt ebenfalls einen Gang zu und folgt seinem Teamkollegen auf dem Fuße. An der Spitze führt Alex Lowes mit einer großen Lücke zu Teamkollege Michael van der Mark.

2. Runde: Rea ist an Sykes vorbei und liegt damit auf Platz drei. Chaz Davies ist in der zweiten Runde von zehn auf sechs vorgefahren. Rea zieht auch noch an van der Mark vorbei und macht sich auf die Jagd nach Lowes.

3. Runde: Melandri zieht an Sykes und van der Mark vorbei auf Rang drei, Rea fährt die schnellste Rennrunde und schließt damit weiter auf Lowes auf. Stefan Bradl zieht an Teamkollege Nicky Hayden vorbei und holt sich Rang neun.

4. Runde: Davies holt sich Sykes und verdrängt ihn auf Platz sechs. Noch wichtiger: Rea ist an Lowes vorbei, hinter dem Briten lauert schon Melandri. Markus Reiterberger ist seit Rennbeginn 15. Auf der Gegengeraden geht Melandri an Lowes vorbei.

5. Runde: Bradl und Eugene Laverty kämpfen um Platz acht und wechseln dabei mehrmals die Positionen.

6. Runde: Melandri ist nun bis auf wenige Meter an Rea herangekommen, für ein Manöver reicht es aber nicht. Der Weltmeister führt weiterhin.

7. Runde: Davies hat den fünften Platz relativ sicher, Sykes fehlt über eine Sekunden auf ihn. Gleichzeitig schließt er auf die Führungsgruppe auf.

8. Runde: In Kurve eins geht Davies an van der Mark vorbei und zieht damit auf Rang vier vor. Lowes hängt derweil an Melandri Hinterrad. Davies ist jetzt der schnellste Mann auf der Strecke. Mit Leichtigkeit geht er auch an Lowes vorbei.

9. Runde: Bradl ist mittlerweile auf Rang elf zurückgefallen, Reiterberger auf 16.

10. Runde: Bradl holt sich Platz zehn zurück, Davies schließt auf Teamkollege Melandri auf. Beide versuchen jetzt, Rea unter Druck zu setzen.

11. Runde: Selbe Kurve, selbes Manöver: Davies ist in Kurve eins auch an Melandri vorbei. Jetzt geht es für ihn um die Führung - und um den Sieg. Reiterberger schafft es, auf Platz 15 zurückzukommen, Bradl fällt erneut auf zwölf zurück. Lowes kommt von der Strecke ab und fällt auf Rang 13 zurück. Passiert ist ihm aber nichts.

12. Runde: Melandri holt wieder auf Davies auf, der im selben Augenblick minimal auf Rea abreißen lassen muss. Einen Ducati-internen Kampf können die beiden nicht gebrauchen, wenn sie Rea einholen wollen. Hayden ist mit einem technischen Defekt aus dem Rennen.

13. Runde: Davies zieht in Kurve eins an Rea vorbei, jetzt hängt er zwischen Davies und Melandri fest. Der Italiener will auf der Gegengeraden ebenfalls an Rea vorbeiziehen, schafft es aber nicht.

14. Runde: Melandri macht einen kleinen Fehler und muss einige Meter auf Rea abreißen lassen.

15. Runde: Alex De Angelis crasht in Kurve 17, er ist in Ordnung. Melandri und Rea liefern sich in den letzten Kurven einen harten Kampf, der Italiener setzt sich am Ende durch.

16. Runde: Nur wenige Kurven nach Melandris Überholmanöver ist Rea wieder in Position zwei. Im ersten Sektor ist der Kawasaki-Pilot stark.

17. Runde: Rea macht ernst und holt konstant auf Davies auf. Melandri hat derweil nun schon fast zwei Sekunden Rückstand auf die Führenden.

Letzte Runde: Rea und Davies liefern sich einen harten Kampf, im ersten Duell setzt sich der Ducati-Pilot durch. Im zweiten Duell ebenso.

Ziel: Damit bricht Davies Reas Siegesserie von fünf Triumphen in Folge. Der Ducati-Pilot gewinnt auf seiner Paradestrecke Aragon und lässt damit den Fehler vom Samstag vergessen. Rea wird Zweiter vor Melandri, der es noch aufs Podium schafft.

Die Stimmen vom Podium

Chaz Davies (Sieger, Ducati): "Es war ein tolles rennen. Der Sieg ist alles, was wir brauchten. Das Wochenende war bisher ein Desaster, vom Training bis zum Rennen gestern. Es ist vieles schief gegangen, den Sieg verdienen alle. Wir sind von der Position jetzt überrascht, weil bisher so viel schief ging. Ich freue mich, jetzt hier zu stehen."

Jonathan Rea (Zweiter, Kawasaki): "Ich habe das Rennen wirklich genossen. Ich war früh vorne, aber es war so windig, dass alles sehr schwierig war. Als Chaz an die Spitze kam, hatte ich dann eine bessere Pace. Chaz hat ein paar Fehler gemacht, aber keine, von denen ich profitieren konnte. Sein Sieg heute war beeindruckend, Gratulation an ihn und Ducati."

Marco Melandri (Dritter, Ducati): "Es ist immer schön, auf dem Podium zu stehen. Es war ein tolles Rennen. Ich konnte am Anfang auf Jonathan aufholen, meine Pace war ok. Nach zehn Runden habe ich dann Probleme mit der Front gekriegt. Als Chaz an die Spitze kam, habe ich versucht, mitzuhalten. Ich hatte aber keine Chance, mitzuhalten. Ich habe entschieden, lieber die Punkte mitzunehmen, als es zu übertreiben."

So lief es für Reiterberger und Bradl

Markus Reiterberger zeigte im zweiten Rennen von Aragon nur bescheidene Leistungen. Der Deutsche wechselte während des Rennens nur zwischen dem 15. und dem 16. Rang hin und her, letztendlich landete er auf dem hinteren der beiden. Für Honda-Pilot Stefan Bradl lief es besser. Zu Beginn konnte er mit Laverty noch um Rang acht kämpfen, am Ende wurde er aber nur Zwölfter.

Die Lehren aus dem Rennen

  • Chaz Davies ist noch immer der Aragon-Spezialist
  • Auch Jonathan Rea ist nicht unbesiegbar

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