Superbike WSBK - Rea ist nach dominantem Sieg im Regen wieder voll da

Sturz: Rennen und Titel gleiten Sykes davon

Das Blatt wendet sich wieder: Jonathan Rea holt einen dominanten Sieg, Tom Sykes versenkt seine Kawasaki im Kies. So lief das Rennen für die Titelrivalen:
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - So schnell kann sich die Gunst der Stunde wieder drehen. Nach dem ersten Superbike-Rennen auf dem Lausitzring reduzierte Tom Sykes den Rückstand auf Jonathan Rea dank dessen Ausfall nochmals deutlich. 20 Punkte holte Sykes auf und drückte seinen Rückstand damit auf 26 Zähler. Doch die Vorzeichen änderten sich am Sonntag: Sykes stürzt im Regen und rettet Platz zwölf, Rea siegt. Damit wächst das Polster des Weltmeisters wieder auf 47 Punkte an - womöglich die Vorentscheidung im Titelkampf.

Kawasaki-WM-Fight: So lief Rennen 2 am Lausitzring für Rea und Sykes

Tom Sykes und Jonathan Rea standen zwar "nur" auf den Startplätzen zwei und sechs, dennoch übernahmen die beiden Kawasaki-Piloten noch im Laufe der ersten Runde das Kommando. Sykes holte sich den Holeshot, Rea kämpfte sich in der ersten Infield-Sektion auf Position zwei nach vorne. Nach einem kleinen Fehler von Sykes schlüpfte Rea schließlich in Kurve acht durch und übernahm die Führung. Diese sollte Rea im Laufe des Rennens nicht mehr abgeben. Sykes dagegen stürzte zwei Kurven später und gab damit alle Chancen, weitere Punkte gutzumachen, aus der Hand.

Eine halbe Runde lang führte Tom Sykes das Rennen an - Foto: Kawasaki

Immerhin: Sykes nahm das Rennen an letzter Stelle liegend wieder auf und hatte so noch die Gelegenheit, unter Umständen ein paar Pünktchen mitzunehmen. Rea dagegen setzte sich zusammen mit Davide Giugliano ab. Der Ducati-Pilot stürzte jedoch in Runde vier, somit war Rea seinen Schatten los. Auf den neuen Verfolger Lorenzo Savadori hatte Rea bereits zu diesem Zeitpunkt über sieben Sekunden Vorsprung. Der Weltmeister konnte sich also darauf konzentrieren, das Rennen sicher und kontrolliert nach Hause zu fahren.

Sykes dagegen konnte nicht nur von den Stürzen vor ihm profitieren, sondern überholte im Laufe der weiteren 15 Runden auch noch Saeed Al-Sulaiti, Peter Sebestyen, Dominic Schmitter, Karel Abraham und im Zielsprint Gianluca Vizziello aus eigener Kraft. Das bedeutet unterm Strich Platz zwölf und vier Punkte für Sykes, die am Ende noch wichtig werden könnten. Sein WM-Rückstand wuchs damit nicht um 25, sondern nur um 21 Punkte an. 393:346 steht es jetzt für Rea bei sechs noch ausstehenden Rennen.

Lausitzring, Lauf 2: Das sagen Sykes und Rea zu ihrem Rennen

Nach den jüngsten Rückschlägen ist der Sieg wie eine Befreiung für Rea - Foto: Kawasaki
Wir haben unseren Rivalen etwas Hoffnung gegeben zuletzt, aber heute haben wir zurückgeschlagen.
Jonathan Rea

Jonathan Rea: "Ich bin sehr happy. Es hat sich gestern wie ein Schlag gegen die Wand angefühlt und heute haben wir gekämpft, da gab es keine andere Wahl. Ein großes Danke an meine Mechaniker, denn sie haben das Bike nach dem Crash gestern auf den Kopf gestellt. Es war praktisch ein neues Bike. Dieser Sieg ist für das ganze Team, denn wir arbeiten momentan für alles so hart. Wir haben unseren Rivalen etwas Hoffnung gegeben zuletzt, aber heute haben wir zurückgeschlagen. Es war unglaublich schwierig zu beurteilen bei den nassen Bedingungen, aber ich habe mich gut gefühlt auf dem Bike."

Ich wollte in der ersten Runde einfach zu viel. Aber das zeigt nur, dass im Rennsport alles möglich ist.
Tom Sykes

Tom Sykes: "Der Sturz war wohl die Schuld des Fahrers. Das Bike hat zwar konstant ungut gearbeitet, aber ich glaube, ich wollte in der ersten Runde einfach zu viel. Aber das zeigt nur, dass im Rennsport alles möglich ist und dass sich das Blatt ganz schnell wenden kann. Jonathan war zwar im Trockenen nicht ganz auf unserem Level, aber im Nassen ist er sehr gut gefahren. Heute konnte ihm keiner das Wasser reichen. Das ist unglücklich für mich gelaufen, aber das Bike hat im Moment einfach keine gute Balance."


Weitere Inhalte:
nach 13 von 13 Rennen
Wir suchen Mitarbeiter