Superbike WSBK - Regen bringt die WSBK-Piloten ins Schwitzen

WSBK Lausitzring 2016: Die Stimmen zu Rennen 2

Der Regen am Lausitzring würfelte das komplette Superbike-Feld durcheinander. Viele Fahrer stürzten. Die Stimmen zum zweiten Lauf der WSBK in Deutschland:
von Tobias Ebner

1. Jonathan Rea (Kawasaki): "Es hat sich gestern wie ein Schlag gegen die Wand angefühlt und heute haben wir gekämpft, da gab es keine andere Wahl. Ein großes Danke an meine Mechaniker, denn sie haben das Bike nach dem Crash gestern auf den Kopf gestellt. Es war praktisch ein neues Bike. Dieser Sieg ist für das ganze Team, denn wir arbeiten momentan für alles so hart. Wir haben unseren Rivalen etwas Hoffnung gegeben zuletzt, aber heute haben wir zurückgeschlagen. Es war unglaublich schwierig zu beurteilen bei den nassen Bedingungen, aber ich habe mich gut gefühlt auf dem Bike."

2. Alex De Angelis (Ioda Aprilia): "Zurück auf dem Podium zu sein ist einfach unglaublich, vor allem für mich, denn es ist mein erstes Podium in dieser Meisterschaft. Und natürlich auch, weil ich nach dem schweren Unfall letztes Jahr in Japan wieder zurückgekommen bin. Es war ein langer Winter mit viel Reha und jetzt fühle ich mich zwar immer noch nicht so gut. Aber es war ein schönes Rennen und ich bin wirklich happy, denn ich habe nie aufgegeben."

3. Xavi Fores (Barni Ducati): "Natürlich bin ich sehr happy über mein erstes Podium in der Superbike-WM, vor allem weil wir am Wochenende viele Probleme im Trockenen hatten mit dem Bike und bei der Setup-Arbeit. Ich habe mich am ganzen Wochenende über ein Regenrennen gefreut, denn im Nassen habe ich mich gut auf meinem Bike gefühlt. Jetzt werde ich mit meinem Team das Ergebnis genießen und ich will mich bei Barni bedanken. Er ist nach gestern wieder hierher zurückgekommen, denn sein Vater ist gestern gestorben. Das Podium ist also für ihn."

Sylvain Guintoli kam bei seiner Rückkehr in die Top-5 - Foto: Yamaha

5. Sylvain Guintoli (Yamaha): "Der fünfte Platz ist ein großartiges Ergebnis, aber ich hatte am Start große Schwierigkeiten, am Hinterreifen Temperatur und Grip aufzubauen. Das Bike hat mir einfach nicht das Gefühl vermittelt, das ich wollte. Das fühlt sich ein bisschen wie eine verpasste Gelegenheit an, denn die R1 war auf der Bremse und vom Chassis her wirklich gut. Aber ich hatte meine Probleme mit der Traktion aus den Kurven heraus. Insgesamt muss ich aber damit zufrieden sein."

6. Chaz Davies (Ducati): "Die Bedingungen waren heute ziemlich schwierig. Ich brauchte eine Zeit lang, um auf Speed zu kommen, aber wichtiger war es, sitzen zu bleiben. Ich bin froh, ins Ziel gekommen zu sein, ich hatte kein gutes Gefühl für die Front. Schade, dass uns das Wetter den Rücken gekehrt hat, aber das war für alle gleich. Das Gute ist, dass wir unsere gute Form seit den Sommer-Tests bewahrt haben. Wäre es trocken geblieben, dann hätten wir wieder um den Sieg gekämpft."

8. Michael Van Der Mark (Honda): "Mein Start war gut, aber die Strecke war sehr rutschig, weshalb nicht mit so viel Schräglage fahren konnte wie gewünscht. Nach ein paar Runden habe ich gesehen, dass Giugliano gestürzt ist, da habe ich dann sofort an die WM gedacht, denn Sitzen bleiben hatte oberste Priorität. Dann ist mir drei Runden vor Schluss einfach die Front blockiert und ich bin gestürzt. Ich wollte aber unbedingt das Rennen beenden, deshalb habe ich das Bike wieder aufgerichtet und bin dann zwei Runden fast ohne Vorderbremse gefahren."

Nicky Hayden kämpfte sich nochmal nach vorne - Foto: Honda

10. Nicky Hayden (Honda): "Ich hatte überhaupt kein gutes Rennen, dafür muss ich mich beim Team entschuldigen. Gestern im FP3 habe ich einen dummen Fehler gemacht, deshalb hatten wir überhaupt keine Daten für den Regen. Deshalb waren wir besonders in der Anfangsphase im Hintertreffen. Danach habe ich angefangen, mich besser zu fühlen. Als ich auf Lowes aufgelaufen bin, ist er auf Start-Ziel gestürzt und ich habe instinktiv die Bremse einen kleinen Moment gelöst und musste in den Auslauf. Als ich wieder auf die Strecke zurückgekehrt bin, habe ich 15 Sekunden und ein paar Plätze verloren."

12. Tom Sykes (Kawasaki): "Wir mussten im Trockenen nur eine kleine Verbesserung finden, eine umso größere dafür im Nassen. Das ist zwar einerseits nicht gut, aber ich weiß, dass ich trotzdem Regenrennen gewinnen kann. Es geht nur darum, die richtige Balance und das richtige Feedback für den Fahrer zu finden. Im Moment habe ich das in diesen Verhältnissen nicht, aber ich bin mir sicher, dass wir das finden können. Im Rennsport ist alles möglich und das Blatt wendet sich manchmal ganz schnell. Gestern war ich 26 Punkte zurück, heute 47. Das Gute ist, dass die Lücke vor drei Rennen noch bei 71 Zähler war, und wir haben noch drei Rennwochenenden ausständig."

Alex Lowes (Yamaha, DNF): "Was soll ich sagen? Das war ein enttäuschendes Wochenende für mich. Meine Pace am Freitag war sehr gut, aber das Wetter war heute einfach nicht auf unserer Seite. Der Grip und die Bedingungen waren eine Herausforderung und ich hatte große Schwierigkeiten am Start. Trotzdem konnte ich mich wieder schnell in die Top-10 kämpfen. Meine Pace war konstant und ich hatte gute Punkte vor Augen, aber es sollte einfach nicht sein."

Markus Reiterberger stürzte im Nassen - Foto: Althea Racing

Markus Reiterberger (Althea BMW, DNF): "Das war wieder ein komischer Tag. Zuerst wegen dem Regen, dann wegen dem verzögerten Start und am Ende wegen meinem Sturz. Ich wollte das Rennen einfach ohne Zwischenfall beenden, vor allem wegen meiner Rückenverletzung. Ich habe alles versucht, um ein paar Punkte nach Hause zu bringen und bin vorsichtig gefahren. Leider hatte ich wieder einen Highsider und habe nun noch mehr Schmerzen als vorher. Das war kein gutes Wochenende für das Team."

Lorenzo Savadori (Ioda Aprilia, DNF): "Ich habe mich gut auf dem Motorrad gefühlt. Aber plötzlich bin ich weggerutscht, obwohl ich nicht stark gepusht habe. Ich war Zweiter und habe gesehen, dass ich mich von meinem Hintermann absetzen kann. Das Rennen habe ich mir eingeteilt, ich habe nicht versucht, Rea noch zu kriegen. Dann lag ich ohne Vorwarnung auf dem Boden. Das Wetter war nicht ideal, aber dass die Lenkung so abrupt zugemacht hat, hat mich überrascht. "

Auch Reiterbergers Teamkollege Jordi Torres ging zu Boden - Foto: Althea BMW

Jordi Torres (Althea BMW, DNF): "Unsere Probleme haben mit dem Einsetzen des Regens begonnen. Die Startprozedur war kompliziert und hat sich in die Länge gezogen. Ich habe versucht sauber zu fahren, um meine Serie an Punkteresultaten weiter auszubauen. Aber das war hier leider nicht möglich. Das war ein schwieriger Tag, die Strecke war rutschig und ich habe noch nicht so viel Vertrauen zu meiner BMW im Nassen. Wir haben Arbeit vor uns, damit wir vorbereitet sind, falls es wieder ein Rennen unter diesen Bedingungen gibt."

Davide Giugliano (Ducati, DNF): "Ich habe den Sturz nicht erwartet, da ich bemerkt habe, dass Rea und ich heute den Unterschied machen können und ich nicht mal am Limit war. Mein Plan war es, bis kurz vor Schluss mit der Attacke zu warten. Ich war vorsichtig am Gas, aber Regenrennen sind immer eine Lotterie und plötzlich habe ich hinten den Grip verloren. Das ist sehr schade, denn ich wollte nach Chaz' Sieg auch ein gutes Ergebnis für das Team holen. Das Gute ist, dass uns heute im Trockenen ein großer Schritt nach vorne gelungen ist."


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