Carrera Cup / Interview - Schmidt Gesamtzweiter nach dem Lausitzring

Gute Basis für restlichen Saisonverlauf

Jeffrey Schmidt belegt nach den Plätzen sechs und vier in der Lausitz den zweiten Rang in der Gesamtwertung.

Keine Pause für Jeffrey Schmidt! Auf dem Lausitzring bestritt der 21-Jährige das fünfte Porsche-Rennwochenende in Folge. Vor insgesamt 60.000 Zuschauern sammelte er weitere Punkte für die Meisterschaft. Nach den Plätzen sechs und vier in den beiden Rennen belegt Jeffrey den zweiten Gesamtrang.

Jeffrey, mit Startplatz drei wieder mal eine starke Performance im Qualifying. Es war dein drittes Top-3-Ergebnis im fünften Zeittraining der Saison. Ganz zufrieden scheinst du aber nicht zu sein...
Nein, leider verlief das Qualifying nicht ganz nach Plan. Die Startplätze sechs und drei mögen zwar gut klingen, aber in der Lausitz lag die Doppel-Pole für mich in greifbarer Nähe. Ich war richtig schnell unterwegs, lief im letzten Sektor aber auf ein langsameres Auto auf. Das kostete mich einige Zehntelsekunden. Auf meiner letzten schnellen Runde startete ich mit einer persönlichen Bestzeit im ersten Sektor sowie der absoluten Bestzeit im zweiten Abschnitt. Dann pushte ich ein wenig zu sehr und verbremste mich in der vorletzten Kurve. Diesen Fehler nehme ich auf meine Kappe. Am Ende fehlten nur 45 Tausendstelsekunden auf die Pole-Zeit. Schade, denn mein Auto war perfekt eingestellt - vielen Dank an die Jungs von Lechner Racing!

Von Startplatz drei bist du im zweiten Rennen ganz knapp am Podium vorbeigefahren. Überwiegt die Freude über die gute Punkteausbeute, oder trauerst du dem verpassten Podest hinterher?
Es war eher Schadensbegrenzung, weil ich mir einen Podestplatz als klares Ziel gesteckt hatte. Leider kam ich beim Start nicht sehr gut weg, weil die Strecke zum zweiten Rennen plötzlich unerwartet viel Grip bot. Deshalb verlor ich früh einen Platz, das war natürlich ärgerlich. Im Rennen musste ich richtig kämpfen, weil ich im vorderen Feld einer der wenigen Piloten war, der auf gebrauchten Reifen fuhr. Ich konnte meinen Platz aber erfolgreich verteidigen.

Es war eher Schadensbegrenzung, weil ich mir einen Podestplatz als klares Ziel gesteckt hatte.
Jeffrey Schmidt

Mit Platz vier sowie dem sechsten Platz im ersten Rennen hast du viele Zähler für die Meisterschaft gesammelt und in bislang jedem Rennen zweistellig gepunktet...
Podestplätze sind super, aber am Ende kommt es auf die Konstanz an. Aktuell bin ich Zweiter in der Gesamtwertung, das ist eine sehr gute Basis für den weiteren Verlauf der Saison. Im ersten Rennen auf dem Lausitzring gelang mir ein sehr guter Start. Im Infield musste ich dann aber einem anderen Auto ausweichen, um eine Kollision zu vermeiden. Dabei verlor ich leider einen Platz, den ich in der Folge nicht mehr zurückerobern konnte. Hier zeigte sich wieder einmal, wie schwierig das Überholen im Carrera Cup ist. Das Qualifying ist absolut entscheidend. Wenn das Feld nach dem Start sortiert ist, sind Überholmanöver kaum noch möglich und oftmals mit zu hohem Risiko verbunden.

Gesamtplatz zwei für Jeffrey Schmidt - Foto: Porsche

Du hast ein Marathon-Programm hinter dir mit fünf aufeinanderfolgenden Rennwochenenden im Carrera Cup und dem Porsche Supercup. Bist du froh, dass jetzt eine kurze Verschnaufpause ansteht?
Am liebsten würde ich schon morgen wieder in den Porsche steigen und die nächsten Rennen fahren. Um es im Sport ganz nach oben zu schaffen, brauchst du nicht nur Motivation, sondern auch Spaß. Das Gefühl, mal keinen Bock zu haben, kam bei mir noch nie auf. Die kurze Pause ist aber gut mit Blick auf mein Wirtschafts-Studium. In dieser Woche stehen bei mir einige Prüfungen an. Am Lausitzring saß ich abends im Hotelzimmer und habe mich darauf vorbereitet. Das Büffeln ist zwar manchmal anstrengend, ich finde es aber sehr wichtig, ein zweites Standbein neben dem Motorsport zu haben.

Und wie geht es danach für dich auf der Rennstrecke weiter?
Vom 19. bis 21. Juni reise ich mit dem Porsche Mobil 1 Supercup nach Österreich. Auf das Rennwochenende am Red Bull Ring im Rahmen der Formel 1 freue ich mich besonders. Im vergangenen Jahr gelang mir dort der erste Podestplatz in meinem dritten Supercup-Rennen. Diesen Erfolg habe ich noch gut in Erinnerung und als Rennfahrer gibt es dir zusätzliches Selbstvertrauen, wenn du weißt, dass du es schon einmal geschafft hast. Ich reise als Zweiter der Rookie-Meisterschaft nach Österreich und würde am liebsten als Gesamtführender wieder heimkehren.


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