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Rennsieger disqualifiziert - Frikadelli vs. Black Falcon: Zoff in der SP7

Nach dem zweiten Lauf der VLN gibt es Diskussionen in der Klasse SP7: Das zweitplatzierte Black-Falcon-Team legte Protest gegen den Rennsieger ein.
von Sönke Brederlow

Motorsport-Magazin.com - Nach dem zweiten Lauf der VLN, dem DMV 4-Stunden-Rennen, gibt es Diskussionen in der Klasse SP7. Frank Kräling, Marc Gindorf und Porsche-Junior Connor de Philippi triumphierten nach einem spannenden Rennen mit einem knappen Vorsprung von rund einer Fahrzeuglänge vor dem Porsche von Black Falcon. Ein Reifendefekt sorgte zwischenzeitlich zwar für einen Rückschlag, doch eine perfekte Wechselstrategie während der Mischbedingungen und extrem schnelle Rundenzeiten spülten den Boliden zurück an die Spitze - und damit zum Rennsieg.

Gleiches erwarten wir auch von unserem Protestgegner, den wir bereits vor dem Protest mehrfach auf die Mängel an seinem Fahrzeug hingewiesen haben.
Alex Böhm

Das zweitplatzierte Black-Falcon-Team legte im Anschluss an das Rennen einen Protest gegen den Rennsieger vom Frikadelli Racing Team ein. Ein Teil des hinteren Radhauses - das nicht modifiziert wurde, sondern ein Serienteil des Porsche 991 darstellt - entsprach nicht dem Artikel 15.7 des Reglements für die Klasse SP7. Der Porsche wurde aus der Wertung genommen, die Enttäuschung im Frikadelli Racing Team war groß. Black Falcon wurde nachträglich zum Sieger erklärt.

Aussagen, nach denen auch der Porsche von Black Falcon nicht dem Reglement entsprechen würde, weist das Team zurück. Das Fahrzeug mit der Startnummer 56 wurde nach dem Protest gleichzeitig mit dem Frikadelli-Porsche überprüft und für reglementkonform befunden. Schon beim ersten Lauf der VLN hatte sich Black Falcon die hintere Radabdeckung von den VLN-Technikern vermessen und genehmigen lassen.

Dabei wurden von Black Falcon - wie auch von den meisten anderen Porsche-Teams - an beiden Achsen im Bereich der Radabdeckung Carbonstreifen angebracht und die originalen Karosserieteile, wie zum Beispiel die hintere Stoßstange oder der vordere Radlauf, mittels zusätzlicher Halter ausgestellt. Dies alles ist weder optisch schön, noch aerodynamisch hilfreich. Die Fahrzeuge verlieren deutlich an Topspeed.

Der Black-Falcon-Porsche entspricht dem Reglement - Foto: Patrick Funk

"Wir entscheiden Rennen grundsätzlich lieber auf als neben der Strecke", nahm Black-Falcon-Teamchef Alex Böhm zu der Situation Stellung. "Auch wir haben als Team bereits Rennen am runden Tisch verloren. Wir haben damals unseren Fehler eingestanden und unser Fahrzeug nachgebessert. Gleiches erwarten wir auch von unserem Protestgegner, den wir bereits vor dem Protest mehrfach auf die Mängel an seinem Fahrzeug hingewiesen haben."

Frank Kräling widerspricht

Frikadelli würde niemals bewusst ein illegales Fahrzeug an den Start bringen, auf dem zudem mit Connor de Phillippi ein Porsche-Junior fährt
Frank Kräling

"Die Aussage von Herrn Böhm, er hätte das Frikadelli Racing Team oder mich persönlich auf die Mängel an unserem Fahrzeug hingewiesen ist schlicht unwahr", erklärt Frank Kräling. "Frikadelli würde niemals bewusst ein illegales Fahrzeug an den Start bringen, auf dem zudem mit Connor de Phillippi ein Porsche-Junior fährt." Beim ersten VLN-Lauf wurden laut Kräling lediglich der spezielle Frontsplitter und die sich daran anschließenden Radabdeckungen des GT America beanstandet.

Provisorische Änderungen über Nacht wurden am Samstagmorgen vor dem ersten VLN-Rennen von den Technischen Kommissaren abgenommen. "Für den zweiten Lauf der VLN wurde ein komplett neuer Frontstoßfänger mit Splitter und Radabdeckungen gebaut", berichtet Kräling. Auch dieser wurde von den Verantwortlichen abgenommen. Beim Protest von Black Falcon handelt es sich jedoch um die hintere Radabdeckung. "Diese wurde zuvor nie beanstandet", mahnt Kräling.