NASCAR

Newman gewinnt durch Pokerspiel nach vier Jahren wieder ein Cup-Rennen

Völlig überraschend gewann Newman den vierten Saisonlauf auf dem Phoenix International Raceway. Kyle Busch sah zuvor wie der sichere Sieger aus.
von Stephan Vornbäumen

Motorsport-Magazin.com - Die erste Stage wurde von Joey Logano dominiert, die zweite Stage von Chase Elliott und in der letzten Stage führte Kyle Busch sechs Runden vor Rennende mit über drei Sekunden Vorsprung. Ausgerechnet Joey Logano sorgte dann für eine Gelbphase und eine Verlängerung des Rennens. Ryan Newman und drei weitere Fahrer blieben auf der Strecke, während die Spitze sich frische Reifen abholte. Childress-Pilot Newman gelang ein guter Restart und er gewann völlig überraschend den vierten Saisonlauf auf dem Phoenix International Raceway. Es war nach 2010 der zweite Phoenix-Sieg für Newman und der 18. Erfolg in seiner Karriere. Newman stand zuletzt in der Saison 2013 in Indianapolis in der Victory Lane.

Vor dem Start

Die erste Startreihe mit Joey Logano und Ryan Blaney plaudert in der Garage - Foto: NASCAR

Gleiche Voraussetzungen wie beim letzten Lauf in Las Vegas: Der Vorjahressieger steht auf Pole Position. In beiden Fällen holten die Penske-Piloten Brad Keselowski und nun Logano zum ersten Mal einen Pole Award. Ryan Blaney, der seine ersten beiden Phoenix-Rennen in den Top-10 beendete, startet ebenfalls aus der ersten Reihe. Der dreifache Phoenix-Sieger Dale Earnhardt Junior und der momentan konstanteste Fahrer Kyle Larson beginnen das Rennen aus der zweiten Startreihe. Rekordsieger Kevin Harvick geht von Position 23 in das vierte Saisonrennen. Ricky Rudd gewann in der Saison 1995 sogar vom 29. Startplatz in Phoenix.

Denny Hamlin wechselt seinen Reifensatz aus der Qualifikation und muss deshalb von hinten starten. Auch Aric Almirola verlor seinen Startplatz. Ob das ein neues taktisches Element des Gibbs-Fahrers ist, wird die Anfangsphase des Rennens über 312 Runden zeigen. Harvick hält auch den Rekord mit 264 Führungsrunden beim Sieg im Herbst 2014. Dass man auch mit zehn Führungsrunden gewinnen kann, zeigte Harvick bei seinem ersten Sieg im April 2006. Die Rekordzahl von 28 Führungswechseln gab es in der Saison 2011. Zwölf Mal musste das Pace Car 2014 die Fahrer einsammeln, während ein Jahr später nur zwei Rennunterbrechungen gezählt wurden.

Start/Stage 1: Logano dominiert und gewinnt den ersten Teil

Joey Logano führt vor Kyle Larson - Foto: NASCAR

Auf dem neu asphaltierten Tri-Oval ging Polesetter Logano nach dem Start in Führung und Larson übernahm Rang zwei. Nach 24 Runden führte Logano mit 1.5 Sekunden vor seinem Teamkollegen Keselowski, Larson, Earnhardt und Jamie McMurray. Drei Runden später folgte die erste Gelbphase nach einem Kontakt zwischen Rookie Corey LaJoie und Reed Sorenson. Nach den Boxenstopps führte weiterhin Logano vor Larson und Earnhardt. Rekordsieger Harvick lag nach 45 Runden noch auf einem bescheidenen 15. Rang.

Zehn Runden vor dem Ende von Stage 1 lag Larson direkt hinter Logano. Keselowski und Elliott waren in Lauerstellung. Die Reihenfolge änderte sich allerdings bis zum Ziel in Runde 75 nicht mehr und Logano gewann seine erste Stage in dieser Saison. Fünfter wurde McMurray vor Kyle Busch, Ryan Blaney, Jimmie Johnson, Newman und dem Zehnten Earnhardt. Bei den folgenden Boxenstopps mussten bei Kurt Busch beide Batterien gewechselt werden. Damit hatte der Daytona-Sieger das gleiche Problem wie in Las Vegas.

Stage 2: Elliott gewinnt überlegen

Leader Chase Elliott - Foto: NASCAR

In Runde 82 ging es mit Stage 2 weiter. Logano verpatzte den Restart und Elliott übernahm die Führung vor Larson. Harvick lag nach einem schnellen Boxenstopp nun in den Top-10. Nach 100 gefahrenen Runden führte weiterhin Elliott vor Larson, Keselowski und Logano. Kyle Busch lag direkt dahinter in Pay-Back-Position. Kurz darauf zog Kyle Busch ohne Probleme an Logano vorbei. Die dritte Caution erfolgte in Runde 117 nach einem Reifenschaden bei LaJoie. Nach den Boxenstopps lag beim Restart Elliott weiterhin vor Larson, Keselowski, Kyle Busch und Johnson in Front. Logano war zu schnell und erhielt eine Speeding-Strafe. Damit lag Logano nur noch an 30. Position, während Hamlin zum ersten Mal in den Top-10 auftauchte.

Elliott vergrößerte seinen Vorsprung auf fast zwei Sekunden vor Larson. Kyle Busch lag als neuer Dritter knapp dahinter. Elliott zog weiter davon und gewann Stage 2 mit 2.788 Sekunden Vorsprung. Larson wurde Zweiter vor Kyle Busch, Johnson, Keselowski, McMurray, Rookie Erik Jones, Blaney, Hamlin und Harvick. Las-Vegas-Sieger Truex lag weiterhin unauffällig auf Position 15.

Stage 3: Kyle Busch geht in Führung

Nach den Boxenstopps erfolgte der Restart zum letzten Segment in Runde 158. Elliott war der Leader vor Larson und Kyle Busch. Hamlin und Harvick waren weiter auf dem Vormarsch und lagen nach 166 Runden auf den Positionen sechs und sieben. Kyle Busch übernahm in Runde 190 Rang zwei mit 2.2 Sekunden Abstand auf Elliott. Eine Runde später landete Matt Kenseth nach Reifenschaden hart in der Mauer und das Pace Car sammelte das Feld zum fünften Mal ein. Das Rennen in der Boxengasse gewann Kyle Busch vor Elliott und Larson. Hinter Keselowski war Harvick beim Restart schon Fünfter und Logano hatte sich wieder auf Rang elf vorgearbeitet.

Vier Runden nach dem Restart flogen David Ragan und Rookie Gray Gaulding in die Mauer. Während der sechsten Gelbphase musste Hamlin nach einem Kontakt wegen schleichendem Plattfuß seine Box aufsuchen und Kurt Busch erhielt den Lucky Dog. Damit verlor Hamlin seinen Top-10-Platz und lag als drittletzter Fahrer in der Führungsrunde auf Rang 29. Beim Restart waren es noch 100 Runden bis zum Ziel. Hinter Kyle Busch übernahm Keselowski Platz zwei vor Larson und Harvick.

Kyle Busch war in Runde 240 seinem Verfolger Keselowski um 2.7 Sekunden enteilt. Während Logano mit Problemen nur noch auf Rang 17 zu finden war, holte Hamlin gewaltig auf und lag bereits einen Rang davor. Truex lag zehn Runden später erstmals in den Top-10. Blaney kämpfte mit dem Fahrverhalten seines Fahrzeugs und verlor etliche Positionen. Cole Whitt löste in Runde 257 die siebte Caution aus. Die nächsten Boxenstopps verliefen für einige Fahrer unglücklich. Truex verfing sich mit dem Vorderrad im Schlauch eines Schlagschraubers von der benachbarten Box. Kahne musste erneut seine Crew aufsuchen und Blaney erhielt einen Strafe.

Newman klaut Kyle Busch den Sieg

Ryan Newman führt beim letzten Restart - Foto: NASCAR

in Runde 270 führte Kyle Busch mit 0.9 Sekunden vor Larson, Harvick, Keselowski und Jones. Als Larson ein wenig näher kam, reagierte Kyle Busch sofort und erhöhte den Vorsprung. Ohne weitere Zwischenfälle schien das Rennen gelaufen zu sein. Sechs Runden vor Rennende sorgte ausgerechnet Logano nach Reifenschaden für die achte Gelbphase und Kyle Busch verlor seinen sicheren Vorsprung von drei Sekunden. Bei den Boxenstopps war Larson schneller, weil Kurt Busch seinen Bruder die Ausfahrt vermasselte.

Ich habe aufgehört zu zählen, wie lange das her ist!
Ryan Newman nach Beendigung seiner Durststrecke von 127 sieglosen Rennen

Ryan Newman, Ricky Stenhouse Junior und Truex waren auf der Strecke geblieben und führten vor Larson und Kyle Busch. In Runde 312 ging das Rennen in die Overtime. Newman kam gut weg und konnte die Führung auf den letzten beiden Runden verteidigen. Der Childress-Pilot gewann völlig überraschend vor Larson, der zuvor von Stenhouse geblockt wurde. Kyle Busch musste sich als Dritter mit den meisten Führungsrunden begnügen. Hinter Stenhouse wurde Keselowski Fünfter vor Harvick, den beiden Rookies Daniel Suarez und Jones, sowie Johnson und Hamlin.

Ryan Newman nach dem Sieg in der Victory Lane - Foto: NASCAR

"Come on, i'm hot. Put some ice on my neck."
"I know, I know. I'm trying to find it."
"The ice?"
"Your neck."

4. Lauf: 13th Annual Camping World 500(k)

Phoenix International Raceway, Avondale, AZ
Ergebnis: Top-10, 312+2 Runden (Stages: 75/75/162+2)

1. #31 Ryan Newman (Chevrolet) Richard Childress Racing, 42/2 Punkte
2. #42 Kyle Larson (Chevrolet) Chip Ganassi Racing, 53/18 Punkte
3. #18 Kyle Busch (Toyota) Joe Gibbs Racing, 47/13 Punkte
4. #17 Ricky Stenhouse Jr. (Ford) Roush Fenway Racing, 33/- Punkte
5. #2 Brad Keselowski (Ford) Team Penske, 46/14 Punkte
6. #4 Kevin Harvick (Ford) Stewart-Haas Racing, 32/1 Punkte
7. #19 Daniel Suarez (Toyota) Joe Gibbs Racing, 30/- Punkte
8. #77 Erik Jones (Toyota) Furniture Row Racing, 33/4 Punkte
9. #48 Jimmie Johnson (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 38/10 Punkte
10. #11 Denny Hamlin (Toyota) Joe Gibbs Racing, 29/2 Punkte

Gesamtstand Top-16: Rennen 04/36 (Punkte/Bonus Playoffs)

1. (4) #42 Kyle Larson (Chevrolet) Chip Ganassi Racing, Point Leader, 184/- Punkte
2. (1) #2 Brad Keselowski (Ford) Team Penske, 1 Sieg, 178/5 Punkte
3. (2) #78 Martin Truex Jr. (Toyota) Furniture Row Racing, 1 Sieg, 153/7 Punkte
4. (3) #41 Kurt Busch (Ford) Stewart-Haas Racing, 1 Sieg, 105/5 Punkte
5. (17) #31 Ryan Newman (Chevrolet) Richard Childress Racing, 1 Sieg, 101/5 Punkte
6. (5) #24 Chase Elliott (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 171/1 Punkte
7. (6) #22 Joey Logano (Ford) Team Penske, 135/1 Punkte
8. (7) #21 Ryan Blaney (Ford) Wood Brothers Racing, 127/- Punkte
9. (8) #4 Kevin Harvick (Ford) Stewart-Haas Racing, 123/3 Punkte
10 (10) #1 Jamie McMurray (Chevrolet) Chip Ganassi Racing, 119/- Punkte
11. (9) #5 Kasey Kahne (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 105/- Punkte
12. (11) #6 Trevor Bayne (Ford) Roush Fenway Racing, 100/- Punkte
13. (19) #18 Kyle Busch (Toyota) Joe Gibbs Racing, 97/1 Punkte
14. (15) #11 Denny Hamlin (Toyota) Joe Gibbs Racing, 97/- Punkte
15. (12) #14 Clint Bowyer (Ford) Stewart-Haas Racing, 97/- Punkte
16. (18) #48 Jimmie Johnson (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 93/- Punkte


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