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NASCAR / Rennbericht

Big One mit 22 Fahrzeugen beim Nachtrennen in Daytona - Keselowski holt 100. Penske-Sieg

Penske-Pilot Keselowski siegte in seinem 250. Rennen zum ersten Mal in Daytona. Gleichzeitig feierte das Team Penske den 100. Sprint-Cup-Sieg.
von Stephan Vornbäumen

Motorsport-Magazin.com - Brad Keselowski gewann in der Overtime das Nachtrennen auf dem Daytona International Speedway nach dominanten 115 Führungsrunden im Penske-Ford. Mit seinem dritten Saisonsieg zog er in der Meisterschaft mit Kyle Busch gleich, der knapp geschlagen Zweiter wurde. Es war der erste Sieg für Keselowski auf dem Superspeedway und der 20. Erfolg in seiner Karriere bei seinem 250. Cup-Rennen. Gleichzeitig konnte das Team Penske den 100. Sprint-Cup-Sieg feiern. Ein Massencrash in Runde 89 eliminierte das halbe Starterfeld.

Vor dem Start

Fast vier Jahre musste Greg Biffle auf seinen 13. Pole Award warten. Beim Qualifying zum 17. Saisonlauf auf dem Daytona International Speedway war der Roush-Ford-Pilot in den beiden Einzelzeitfahren der schnellste Fahrer und steht beim Nachtrennen auf der Pole Position. Im "World Center of Racing" holte Biffle 2004 seine erste Karriere-Pole und 2003 seinen ersten Karriere-Sieg.

Alle vier Gibbs-Toyota-Fahrer landeten in den Top-12. Knapp geschlagen geht Gibbs-Pilot Carl Edwards ebenfalls aus der ersten Reihe in das Rennen über 160 Runden. Keselowski startet bei seinem 250. Sprint-Cup-Rennen von Platz fünf. Neunter wurde Denny Hamlin, der seine Serie im Gibbs-Toyota fortsetzen konnte und zum 17. Mal in Folge die letzte Qualifikationsrunde erreichte. Ryan Blaney war bester Rookie und startet von Position zwölf. Außer Biffle konnte sich noch David Gilliland mit Startplatz 28 über sein bestes Qualifying in dieser Saison freuen. Regan Smith blieb ohne Zeit und startet vom letzten Rang. Zum dritten Mal schaffte Josh Wise auf einem Superspeedway nicht den Sprung in das Starterfeld.

Brad Keseloski kontrollierte das Feld nach dem Start - Foto: NASCAR

Start: Keselowski dominiert die ruhige Anfangsphase

Smith und Reed Sorenson mussten vom Ende des Feldes starten. Edwards hatte einen besseren Start als Polesetter Biffle und übernahm die Führung. In der neunten Runde ging Keselowski in seinem 250. Rennen in Front. Kevin Harvick fuhr indessen gemütlich an letzter Stelle um das Oval. Die angekündigte Competition Caution erfolgte in der 20. Runde. Das Rennen in der Boxengasse gewann Keselowski vor Biffle und Austin Dillon. Zwei Runden nach dem Restart schob Martin Truex Junior den Polesetter kurzfristig auf Platz eins. Anschließend war Keselowski wieder der Leader vor Kyle Busch.

Joey Logano sorgte nach 36 Runden für eine Penske-Ford Doppelführung. In der 65. Runde kamen die ersten Fahrer unter Grün zum Service in die Boxengasse. Als alle Fahrer wieder auf der Strecke waren, hatte Kyle Busch Platz eins übernommen und wurde dann von Logano abgelöst. In Runde 76 schoss Daytona-500-Sieger Hamlin auf Platz eins. Drei Gibbs-Toyota und beide Penske-Ford bestimmten nun das Tempo.

Bei dem heftigen Big One wurde das halbe Feld eliminiert - Foto: NASCAR

Big One mit 22 Fahrzeugen in Runde 89

Zur Rennhalbzeit lag weiterhin Hamlin in Front. Keselowski gefiel das nicht und ging durch Loganos Mithilfe wieder in Führung. In Runde 87 wurde Danica Patrick überholt und lag mit drei weiteren Fahrern eine Runde zurück. Wie aus dem Nichts gab es in Runde 89 einen Big One. Jamie McMurray verlor die Kontrolle und nach einem Kontakt mit Kyle Larson und Jimmie Johnson drehte sich Aric Almirola in die Mauer. Eine Massenkollision war die Folge. 22 Fahrzeuge waren involviert: Rookie Chase Elliott, Johnson, Rookie Brian Scott, Kevin Harvick, McMurray, Paul Menard, Smith, Larson, Truex, Matt Kenseth, Kasey Kahne, Michael Annett, Ryan Newman, Patrick, Rookie Chris Büscher, Matt DiBenedetto, Bobby Labonte und weitere Fahrer mit kleinen Kaltverformungen.

Nach langen Aufräumarbeiten und Boxenstopps ging das Rennen in Runde 102 weiter. Keselowski, Logano, Hamlin und Kyle Busch bildeten die ersten beiden Reihen. Erste Verfolger waren Kurt Busch und Edwards. Nach Reparaturarbeiten waren noch 23 Fahrer in der Führungsrunde. Rookie Blaney und Trevor Bayne fuhren nun ebenfalls in der Spitzengruppe mit. Keselowski hatte inzwischen zwei Bonuspunkte für die meisten Führungsrunden sicher.

Kyle Busch und Brad Keselowski lagen nach Rennhalbzeit in Front - Foto: NASCAR

Keselowski und Kyle Busch führten das Feld an

Single-File-Racing war jetzt angesagt. Acht Fahrer hatten sich ab Runde 125 leicht abgesetzt. Die dritte Caution erfolgte fünf Runden später wegen Debris. Newman erhielt den Lucky Dog. Viele Fahrer tankten nur und verzichteten auf frische Reifen. Nach den Boxenstopps kam Kyle Busch als Erster vor Keselowski und Kurt Busch wieder auf die Strecke. Ex-Champion Labonte lag mit seinen 52 Jahren in seinem 728. Rennen immer noch in der Führungsrunde. Kyle Busch und Keselowski führten rundenlang die beiden Reihen auch 20 Runden vor Rennende weiterhin an. Casey Mears und Dillon hatten sich nun ebenfalls in der Spitzengruppe festgesetzt.

Langsam aber sicher bewegte sich Sonoma-Sieger Tony Stewart nach vorne. Je näher das Rennende nahte, desto intensiver wurden die Positionskämpfe für das Finale. Der nächste Crash kam in Runde 148. Ausgerechnet Stewart knallte nach einem Reifenschaden in seinem letzten Daytona-Rennen in die Mauer des Speedways. Nach dem vierten Restart waren nur noch sechs Runden zu fahren. Keselowski übernahm die Führung. Die Runde war noch nicht beendet, als Blaney das Heck von Edwards traf und der Gibbs-Pilot Richtung Mauer flog.

Der Zieleinlauf mit Sieger Brad Keselowski und dem Zweiten Kyle Busch - Foto: NASCAR

Keselowski siegt in der Verlängerung

Das Rennen musste in der Verlängerung entschieden werden. Beim Restart führte Keselowski vor Kurt und Kyle Busch. Vierter war Logano vor dem starken Michael McDowell. Logano schob Keselowski in Front. Dahinter bildeten die Busch-Brüder Reihe zwei. Kurt Busch flog plötzlich von der Strecke und Keselowski gewann mit 0.159 Sekunden Vorsprung vor Kyle Busch. Platz drei ging an Bayne vor Logano und Ricky Stenhouse Junior, der sechs Plätze nach dem Restart gewinnen konnte. Sechster wurde Larson vor Dillon, Biffle, Clint Bowyer und dem Zehnten McDowell. Für Bayne war es das beste Saisonresultat und auch Biffle und McDowell erzielten zum ersten Mal ein Top-10-Ergebnis.

17. Lauf: Coke Zero 400
Daytona International Speedway, Daytona Beach, FL
Ergebnis: Top-10 (160+1 Runden)

1. #2 Brad Keselowski (Ford) Team Penske, 45/5 Punkte
2. #18 Kyle Busch (Toyota) Joe Gibbs Racing, 40/1 Punkte
3. #6 Trevor Bayne (Ford) Roush Fenway Racing, 38/0 Punkte
4. #22 Joey Logano (Ford) Team Penske, 38/1 Punkte
5. #17 Ricky Stenhouse Jr. (Ford) Roush Fenway Racing, 36/0 Punkte
6. #42 Kyle Larson (Chevrolet) Chip Ganassi Racing with Felix Sabates, 35/0 Punkte
7. #3 Austin Dillon (Chevrolet) Richard Childress Racing, 34/0 Punkte
8. #16 Greg Biffle (Ford) Roush Fenway Racing, 34/1 Punkte
9. #15 Clint Bowyer (Chevrolet) HScott Motorsports, 33/1 Punkte
10. #59 Michael McDowell (Chevrolet) Leavine Family Racing, 31/0 Punkte

Gesamtstand: Rennen 17/36 (Chase Top-16)

1. #2 Brad Keselowski (Ford) Team Penske, 3 Siege, 551 Punkte
2. #18 Kyle Busch (Toyota) Joe Gibbs Racing, 3 Siege, 492 Punkte
3. #19 Carl Edwards (Toyota) Joe Gibbs Racing, 2 Siege, 527 Punkte
4. #48 Jimmie Johnson (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 2 Siege, 475 Punkte
5. #4 Kevin Harvick (Chevrolet) Stewart-Haas Racing, 1 Sieg, 565 Punkte
6. #41 Kurt Busch (Chevrolet) Stewart-Haas Racing, 1 Sieg, 545 Punkte
7. #22 Joey Logano (Ford) Team Penske, 1 Sieg, 531 Punkte
8. #78 Martin Truex Jr. (Toyota) Furniture Row Racing, 1 Sieg, 482 Punkte
9. #11 Denny Hamlin (Toyota) Joe Gibbs Racing, 1 Sieg, 446 Punkte
10. #20 Matt Kenseth (Toyota) Joe Gibbs Racing, 1 Sieg, 443 Punkte
11. #14 Tony Stewart (Chevrolet) Stewart-Haas Racing, 1 Sieg, 212 Punkte
12. #24 Chase Elliott (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 482 Punkte
13. #3 Austin Dillon (Chevrolet) Richard Childress Racing, 434 Punkte
14. #88 Dale Earnhardt Jr. (Chevrolet) Hendrick Motorsports, 433 Punkte
15. #31 Ryan Newman (Chevrolet) Richard Childress Racing, 425 Punkte
16. #21 Ryan Blaney (Ford) Wood Brothers Racing, 409 Punkte

17. #1 Jamie McMurray (Chevrolet) Chip Ganassi Racing with Felix Sabates (-4 Punkte)
18. #6 Trevor Bayne (Ford) Roush Fenway Racing (-10 Punkte)
19. #5 Kasey Kahne (Chevrolet) Hendrick Motorsports (-13 Punkte)
20. #47 A.J. Allmendinger (Chevrolet) JTG Daugherty Racing (-16 Punkte)


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