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Race of Champions 2018: Coulthard gewinnt bei deutschem Debakel

David Coulthard ist der neue Champion of Champions. Beim Race of Champions in Riad gewann der Schotte überlegen. ROC-Debakel für beide deutschen Starter.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - David Coulthard hat das Race of Champions 2018 gewonnen. Im Finale setzte sich der Schotte bei seiner insgesamt elften ROC-Teilnahme klar gegen WRC- und WRX-Star Petter Solberg aus Norwegen durch. Auf seinem Weg ins Finale verlor Coulthard kein einziges Duell und feierte so seinen bereits zweiten Titel beim ROC.

"Das hätte ich nie erwartet! Ich fahre ja gar nicht mehr aktiv", so der neue Champion of Champions. "Auch mein Sohn hat gestern schon ausgeschaltet, als wir aus dem Nations Cup ausgeschieden sind und meinte, dass ich zu alt wäre. Aber es ist gut den alten Helm noch zu haben, es hat Spaß gemacht. Wieder ein toller Event. Danke. Auch an Petter. Toller Gegner!"

ROC Nations-Cup-Sieger Rene Rast & Timo Bernhard früh raus

Ganz bescheiden lief es in Riad dieses Mal für die beiden Deutschen. Nach ihrem Sieg beim Nations Cup am Vortrag schied Timo Bernhard in der Gruppenphase sieglos aus. Rene Rast gewann zwar zwei von drei Läufen - davon einen kampflos, weil Lando Norris wegen einer leichten Verletzung an der Hand nach einem Crash aufgeben musste.

Doch führte genau das dazu, dass Rast zwar genauso viele Siege vorzuweisen hatte wie Joel Eriksson und sogar die bessere Zeit. Doch waren die beiden durch das ausgefallene Rast-Duell mit Norris nicht mit komplett gleichem Material unterwegs gewesen. Das wurde Rast von der Rennleitung zum Nachteil ausgelegt. Ein ganz bitteres Aus - zumal er im direkten Duell gegen den Schweden gesiegt hatte.

Race of Champions 2018: Das Finale - Coulthard vs. Solberg

Heat 1: Erstes Duell des Best out of Three im Whelen Euro NASCAR. Das mochte Solberg den ganzen Ebent über besonders. Klares Ding also gegen DC? Nein! Im Gegenteil: Sechs Zehntel brummte der Schotte dem Schweden auf.

Heat 2: Matchball für Coulthard. Jetzt im VUHL 05 ROC. Würde der Schotte sofort seinen zweiten Gesamtsieg beim ROC klarmachen? Perfekte Starts von beiden, leichter Vorteil Solberg. Nach der ersten Runde lag Coulthard dann 1,6 Sekunden vorne - aber das war auch die kurze Schleife gewesen. Egal. Coulthard war weit vorne. Auch 1,6 Sekunden im Ziel. Sieg!!! Donuts ohne Ende.

Race of Champions 2018: Die Halbfinals

Tom Kristensen vs. David Coulthard: Was für ein Duell der Oldies! Ultraeng ging es zu. Nur gut eine Zehntel entschied am Ende über Sieg und Niederlage im Xtreme-Pickup-Duell. Und David Coulthard war der strahlende Sieger!

Johann Kristoffersson vs. Petter Solberg: Ganz mieser Start von Kristoffersson, Vorteil Solberg im WRX-Duell. Und den nutzte er: Finale mit zwei Oldies fix!

Race of Champions 2018: Die Viertelfinals

Drei Fahrer erreichten das Viertelfinale ohne Niederlage: Montoya, Coulthard und Solberg gewannen alle ihrer drei Gruppenläufe. Aus deutscher Sicht nicht mehr dabei war Timo Bernhard, der in seiner Gruppe als Letzter sieglos untergegangen war. Rene Rast mischte als Gruppenzweiter in Gruppe C noch mit. So liefen die Knockout-Duelle:

Juan Pablo Montoya vs. Tom Kristensen: Duell der beiden Top-Favoriten? Offenbar: Denn Kristensen besiegte den Titelverteidiger Montoya sogar! Im ROC Car setzte er sich haarscharf gegen den Kolumbianer durch. Halbfinale für den Dänen. Faustdicke Überraschung!

Ryan Hunter-Reay vs. David Coulthard: Zweikampf im Vuhl 05 ROC zwischen den USA und Schottland. Dank eines brillanten Starts setzte sich Coulthard durch. Halbe Sekunde Vorsprung.

Johan Kristoffersson vs. Josef Newgarden: Ganz kurzes Duell. Newgarden verlor schon nach wenigen Metern die Kontrolle über sein ROC Car, crashte. Kristoffersson war durch.

Joel Eriksson vs. Petter Solberg: Klare Nummer im Euro NASCAR. Petter Solberg machte kurzen Prozess mit Joel Eriksson. Acht Zehntel Vorsprung. Wäre Rast da vielleicht doch der würdigere Viertelfinalist gewesen?

Race of Champions 2018: Die Gruppenphase

In den vier noch ausstehenden Qualifikationsläufen unmittelbar vor Start das ROC setzte sich Memo Rojas gegen Abraham Calderon durch, Rudy van Buren gegen Enzo Bonito. Joel Eriksson und Ahmed Bin Khanen komplettieren als Sieger aus ihren Vorläufen das Feld.

Gruppe Fahrer 1 Fahrer 2 Fahrer 3 Fahrer 4
A Juan Pablo Montoya Ryan Hunter-Reay Helio Castroneves Memo Rojas
B David Coulthard Tom Kristensen Timo Bernhard Rudy van Buren
C Johan Kristoffersson Rene Rast Lando Norris Joel Eriksson
D Josef Newgarden Petter Solberg Yazeed Al-Rajhi Ahmed Bin Khanen

In der Gruppenphase ging es nach einem einfach Punktsystem: Jeder einmal gegen jeden, für jeden Sieg gab es einen Punkt. Die beiden Gruppenersten qualifizierten sich für das Viertelfinale. Bei Punktgleichheit entschied die bessere Zeit. In den Viertel- und Halbfinals ging es im Knock-out-Modus weiter, das Finale wurde wie im Nations Cup als Best out of Three gefahren.

Gruppe A: Titelverteidiger Juan Pablo Montoya eröffnete das Race of Champions in Style - Sieg im Ariel Atom über Ryan Hunter-Reay. Das nächste Duell gewann Helio Castroneves im ROC Car souverän gegen Memo Rojas. Im Whelen NASCAR feiert Hunter-Reay im Anschluss seinen ersten Siege im Duell mit Rojas.

Im vierten von sechs Duellen ging es ebenfalls im NASCAR weiter. Castroneves verlor gegen seinen Team Südamerika-Kollegen Montoya. Gegen Rojas schnappte sich Montoya im nächsten Duell seinen dritten Sieg mit Mega-Vorsprung. Perfekte Ausbeute von drei Siegen für den amtierenden Champion of Champions also. Damit stand der Kolumbianer als erster Fahrer im Viertelfinale. Für Castroneves und Hunter-Reay ging es damit im direkten Duell um den Einzug in die nächste Runde. Im Pickup wurde es ein Wimpernschlagfinale, das der Amerikaner für sich entschied.

Endstand Gruppe A

Fahrer Rennen Siege
Juan Pablo Montoya 3 3
Ryan Hunter-Reay 3 2
Helio Castroneves 3 1
Memo Rojas 3 0

Gruppe B: Nations-Cup-Sieger Timo Bernhard musste sich zum Start mit eine Schlappe im ROC Car gegen Tom Kristensen abfinden. Auch der am Freitag so starke Rudy van Buren musste sich geschlagen geben - David Coulthard hieß sein erster Gegner. Als nächstes ging es für den McLaren-Simulatorfahrer dann gegen Bernhard. Und er gewann! Damit war der erste Deutsche praktisch ausgeschieden ...

Als nächste mussten sich Coulthard und Kristensen messen. Fotofinish! Und mit einem DC in der Streckenbegrenzung. Zum Sieg reichte es für den Schotten dennoch, ein Kontakt je Run ist beim ROC legal.

Im nächsten Duell zeigte Kristensen van Buren wieder die Grenzen auf - zweiter Sieg für den Dänen. Zuletzt ging es noch für David Coulthard im Duell mit Timo Bernhard um das Viertelfinale. Coulthard siegte, Totalausfall beim WEC-Champion. Coulthard zog damit als Gruppenerster (drei Siege) in die nächste Runde ein, Kristensen als Zweiter.

Endstand Gruppe B

Fahrer Rennen Siege
David Coulthard 3 3
Tom Kristensen 3 2
Rudy van Buren 3 1
Timo Bernhard 3 0

Gruppe C: Crash zum Start! Lando Norris versenkte den Xtreme Pickup in der Barriere. Geschenkter Sieg für Kristoffersson. Lando: "Ich habe gar nicht gepusht. Man, ich klinge wie ein Idiot. Aber es hat einfach nicht eingelenkt." Läuft einfach nicht für den McLaren-Ersatzmann in Riad. Erst im Nations Cup hatte er gegen seinen Simulatorfahrer verloren ...

Weiter aber mit der letzten verbliebenen Deutschland-Hoffnung nach dem Bernhard-Aus: Rene Rast. Sein erstes Duell ging gleich mal gegen einen neuen DTM-Gegner, Joel Eriksson. Rast behielt im Pickup souverän die Oberhand. Apropos Hand: Die musste Norris nach seinem Crash kurz kühlen, weshalb sich sein Duell mit Eriksson etwas verzögerte. Den Sieg schnappte sich der Schwede.

Dann das Duell der Gruppenfavoriten: Rast gegen Kristoffersson im ROC Car - ein leichter Sieg für den WRX-Star. Damit sah zumindest für den Gruppensieg schlecht aus für den DTM-Meister. "Wenn ich jetzt gewinne, sollte ich durch sein. Sonst wird's eng", so Rast.

Zuerst aber das auch für Rast wichtige Schweden-Duell: Und Eriksson gewann! Schützenhilfe? Eher nicht - nur eine Zehntel entschied. Hieß für Rast: Er musste jetzt Norris zwingend schlagen, um so mit der besseren Zeit weiterzukommen. Angesichts dessen bisheriger Vorstellung erschien das jedoch eher als Kür. Und dann konnte Norris nicht einmal fahren. Die Hand machte doch nicht mehr mit.

Trotzdem kam Rast nicht weiter. Dabei hatte er die bessere Zeit als Eriksson. Große Verwirrung in Riad. Der Grund letztlich: Durch die Norris-Aufgabe waren Eriksson und Rast gar nicht im gleichen Auto gefahren. Sprich: Rast soll seine bessere Zeit auch mit besserem Material erzielt haben. Ganz bitter für den Deutschen - zumal er das direkte Duell ja auch noch gewonnen hatte.

Endstand Gruppe C

Fahrer Rennen Siege
Johan Kristoffersson 3 2
Joel Eriksson 3 2
Rene Rast 3 2
Lando Norris 3 0

Gruppe D: Newgarden vs. Al-Rajhi zum Start. Im KTM Xbow ein heikles Unterfangen für den Saudi - Dreher! Sieg für den Indy-Champ. Im nächsten Duell verschaltete sich Petter Solberg total, kämpfte sich erst in der letzten Kurve noch zum Sieg über Bin Khanen. Im Duell der beiden Unterlegenen gewann dann Bin Khanen im Euro NASCAR gegen Al-Rajhi.

Dann das Duell der Sieger: Newgarden vs. Solberg, ebenfalls im NASCAR. Mit gut sechs Zehnteln setzte sich der Norweger durch und zog ins Viertelfinale ein. Im Pickup ging es weiter. Für einen Amerikaner natürlich eine dankbare Aufgabe: Newgarden schlug Bin Khanen mit zwei Sekunden Vorsprung und buchte das Halbfinale. Im Duell Solberg gegen Al-Rahji ging es nur noch um die Ehre. Das ließ sich Petter nicht zweimal sagen. Dritter Sieg für Solberg - das hatten sonst nur Montoya und Coulthard geschafft.

Endstand Gruppe D

Fahrer Rennen Siege
Petter Solberg 3 3
Josef Newgarden 3 2
Ahmed Bin Khanen 3 1
Yazeed Al Rajhi 3 0

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