Bereits nach den Trainings am Freitag hatte sich Valentino Rossi Sorgen wegen der Reifen und der erwarteten Hitze gemacht. Denn gerade die Vorderreifen leiden auf dem Sachsenring sehr, doch nicht nur das war für ihn im Qualifying ein Problem. "Ich starte vom sechsten Platz, weil der Qualifying-Reifen keine Runde gehalten hat. Ich konnte bis zum dritten Sektor gut fahren, aber im vierten war die linke Seite schon abgefahren, also musste ich langsamer werden", erklärte er gegenüber dem Fernsehsender Italia1. Für ihn ist es nun vor dem Sonntag besonders wichtig, noch einen genauen Blick auf die Reifen zu werfen.

Doch damit waren noch nicht alle Schwierigkeiten mit den schwarzen Gummis besprochen. Denn die Reifenbeschränkungen sind Rossi anscheinend immer mehr ein Gräuel. "Leider hatten wir wegen dieses Regelbuches nur sehr wenige Reifen, auf denen ich halbwegs gut fahren konnte, vor allem Vorderreifen. Deswegen konnten wir sie nur ein paar Mal verwenden, um zu sehen, wie die Maschine damit fährt. Die übrige Zeit mussten wir andere Reifen verwenden, die nicht das gleiche Gefühl bringen", sagte er. Auch bei der Wahl des Hinterreifens ist er sich noch unsicher, da 30 Runden bei sehr hohen Temperaturen einen Reifen über die Grenze treiben können.

Trotzdem wollte Rossi auch ein wenig optimistisch auf den Sonntag blicken. Denn er schätzt seine Möglichkeiten im Rennen besser ein, als es im Qualifying aussah. Zuversicht zog er auch aus der guten Leistung von Michelin-Markenkollege Dani Pedrosa, der nur knapp an der Pole scheiterte. "Was die Pace angeht, ist es nicht schlecht. Wir müssen morgen schauen, ob es noch besser geht. Es gibt noch einige Modifikationen zu machen. Am Nachmittag war Pedrosa mit den Michelins sehr schnell, das Potential ist also da." Als Problem sieht er noch die wenigen Überholmöglichkeiten auf der Strecke, die seinen Startplatz in Reihe zwei in Schwerstarbeit ausarten lassen könnten. "Ein Punkt war am Ausgang der schnellen Kehre, aber dort fährt es sich jetzt einfacher, also wird es mehr Arbeit brauchen. Wir müssen sehen. Das wichtigste wird das Gefühl auf der Maschine, ob man alles beisammen hat und wie die Reifen sind - vor allem in der zweiten Rennhälfte."